der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons St.Gallen |
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Ausgabe 04/2006 ![]() Diese Ausgabe als PDF |
Die Evangelischen entdecken die Messe – Swisseglise vom 10. bis 12. März in WeinfeldenDa dudelt eine Orgel, dort bimmelt eine Glocke, die Thurgauer Landeskirche streckt den Besuchern Schoggi entgegen: Die Swisseglise zeigt das irdische Handwerk der himmlischen Botschaft. Eine Stimmung zwischen Ferien- und Weiterbildungsmesse und protestantischer Kirchennüchternheit ergreift die Besucher.
Da dudelt eine Orgel, dort bimmelt eine Glocke, die Thurgauer Landeskirche streckt den Besuchern Schoggi entgegen: Die Swisseglise zeigt das irdische Handwerk der himmlischen Botschaft. Eine Stimmung zwischen Ferien- und Weiterbildungsmesse und protestantischer Kirchennüchternheit ergreift die Besucher. One Man, one RevolutionDie rund hundert Aussteller wollen vor allem eines: mit den Besuchern ins Gespräch kommen. Dabei ist auch die grosse weite Welt in Weinfelden vertreten. mission 21 lockt mit einem Gewürze-Wettbewerb, knapp daneben singen Schwarze mehrstimmig am Stand der Bethlehem Mission Immensee. Nur ein paar Schritte weiter wirbt Livenet mit «One Man, one Message, one Revolution» – was der im mittleren Banker-Kader-Stil gekleidete Livenet-Angestellte kaum politisch meint. Und natürlich ist die Lebenshilfe im christlichen Gewand präsent: «Aufschwung für ihre Liebe» bietet Familylife und verspricht neue Impulse für «ihre Ehe». Auch aus Deutschland ist Besuch da. Ein Stuttgarter Weinhändler bietet nicht nur Messwein an, wer will, kann auch einen Harass Trollinger kaufen.
Diese Farbigkeit quer durch Kirchen, Glaubensrichtungen und Ausstellungsgegenstände bewirkt, dass die Menschen tatsächlich miteinander ins Gespräch kommen. Sowohl von den über 7000 Besuchern an den drei Tagen wie den Ausstellern sei das Echo sehr positiv gewesen, sagen die Veranstalter. In einer Zeit, in der es für die christlichen Institutionen oft schwer ist, ihre Botschaft an Mann, Frau und Kind zu bringen, scheint die Messe eine geeignete Form dafür zu sein. Denn beim Schlendern zwischen Glocken und Kirchenweb, Konfirmandenbildern und religiösen Reiseangeboten fällt offenbar die Kontaktaufnahme leicht.
Kirche als PlattformZudem ist die Swisseglise ein Treffpunkt. Die Kirchenszene verschiedenster hierarchischer Ebenen trifft sich. Aus- und Weiterbildungspfarrer Hans Strub ist ebenso zwischen den Ständen auszumachen wie der Thurgauer Kirchenpräsident Wilfried Bührer – der die Lektion in Sachen Unternehmer-Deutsch offenbar flugs gelernt hat, indem er von der Kirchenmesse als «ausgezeichneter Plattform für Begegnungen» spricht.
Mehr «Evangelische»Die Kirchenmesse ist von der Evangelischen und der Katholischen Landeskirche des Kantons Thurgau organisiert worden. Bei all den positiven Punkten fällt erstens auf, dass die Aussteller überwiegend aus dem evangelischen Sektor kommen. Kuriose Ausnahme ist der Altöttinger Fremdenverkehrsverein, der mit roten Jute-Säcken für die Begegnung mit Benedikt XVI. wirbt. Zweitens ist bemerkenswert, dass die evangelisch-freikirchliche Szene am stärksten marktorientiert auftritt. Durch diese Merkmale ist die Atmosphäre an der ersten Schweizer Kirchenmesse betont nüchtern. Daniel Klingenberg |
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