der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons St.Gallen |
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Ausgabe 01/2004 ![]() Diese Ausgabe als PDF |
Wie können wir den Terrorismus besiegen?
Es vergeht kaum ein Tag, an welchem der Terror keine Schlagzeile macht, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird. Aber so, wie zurzeit eine Lösung angegangen wird, ist es nicht möglich, den Terrorismus zu besiegen. In Afghanistan und Irak wurden mit sehr hohem Aufwand Kriege geführt. Viele Opfer und riesige Schäden in der Infrastruktur sind das Ergebnis. In beiden Fällen ist das Erreichte bescheiden und reicht nicht aus, diese Länder zu befrieden. Der Terrorismus ist nicht beseitigt und die Terroristen sind nicht gefasst. In beiden Fällen haben die Terrorgruppen verständlicherweise eine so grosse Unterstützung in der Bevölkerung, dass es fast unmöglich erscheint, sie zu fassen. In einer Völkergemeinschaft, in der es an allem mangelt und das Recht des Stärkeren sowie das Kapital regieren, ist es nur verständlich, dass sich Gruppen dagegen auflehnen. Das ist keine neue Entwicklung, sondern die gab es schon immer in den verschiedensten Formen. Wenn wir in der Geschichte etwas zurückblättern, wurden diese als «Freiheitskämpfer» bezeichnet. Welch ein Glück für Robin Hood und Wilhelm Tell etc., denn sie würden heute auch als Terroristen eingestuft und bestimmt kein Denkmal mehr erhalten. Aber die Zeiten haben sich gewandelt und mit ihr die Mittel, derer sich die modernen «Freiheitskämpfer» bedienen können. Es sind auch nicht mehr eng begrenzte regionale Streitigkeiten, sondern sie sind global. Wir haben auf der einen Seite die Herrscher und auf der andern die Beherrschten. Diese werden wegen der Weltwirtschaftsordnung und der Korruption dermassen an die Wand gespielt, dass ihnen jegliche Entwicklungsperspektive genommen ist. So ist es nicht verwunderlich, dass sie mit eben nicht gerade sanften Methoden versuchen, zu ihrem Recht zu kommen. In der Wut und Verzweiflung laufen dann eingesetzte Mittel und das Ziel auseinander und die Probleme werden nur noch grösser. Wir müssen aber sehen: Wer nichts mehr hat, hat auch nichts mehr zu verlieren. Arbeitslosigkeit, Hunger, keine Zukunftsperspektiven und Abhängigkeit von der westlichen Welt sind die Ursachen des Terrorismus. Erst wenn diese Ursachen beseitigt sind, wird sich etwas ändern. Hierzu braucht es Achtung vor den Menschen weltweit. Nicht das Kapital, sondern die Menschen, ihre Bedürfnisse und ihr Lebensumfeld in allen Teilen dieser Erde müssen im Zentrum der Interessen stehen. Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, dass auch die Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern von dem, was sie erarbeiten, ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Auch sie sollen angemessen am Wohlstand teilhaben, der uns durch die globalisierte Weltwirtschaft immer vorgegaukelt wird. Wir glauben an etwas, woran wir in Wirklichkeit selbst nicht glauben, dass durch die Globalisierung der Weltwirtschaft allen Menschen bessere Lebensbedingungen zuteil werden. Dem ist leider nicht so, nur einige wenige Menschen und Organisationen auf dieser Welt profitieren davon. Alle andern legen drauf und verarmen. Wenn dieses System nicht grundlegend reformiert wird, werden wir in nicht allzu ferner Zeit auch in den Industriestaaten «Terroristen» haben, die mit der Globalisierung und einseitigen Bevorzugung einzelner Gruppen, Organisationen und Personen nicht mehr einverstanden sind. Was nützt uns ein jährliches Wachstum von einigen Prozenten, wenn es auf Kosten einer grossen Minderheit auf dieser Welt geht? Es ist noch nicht zu spät umzukehren, aber es ist fünf vor zwölf und die Zeit läuft unerbittlich ab. Hans Dittli, Oberuzwil Andere Erlebnisse von Gottes Güte(Kirchenbote 11/2003:Apokalypse) Die Endzeitgedanken zum Abschluss des alten Kirchenjahres machen mir Mühe. Da lebe ich in einer anderen Zeit. Ich erkenne gerade in der Naturwissenschaft, verursacht durch die ständig neuen Erkenntnisse, eine permanente Offenbarung Gottes im Schöpfungsgeschehen. Was wurden uns da für Geheimnisse eröffnet, vor denen wir mit Erstaunen stehen. Sie evolutionieren unseren Alltag, bringen ganz neue, ungeahnte Möglichkeiten von noch nie dagewesenen Ausmassen. Die Menschen der Neuzeit, besonders die Jungen, haben Mühe, diese Naturgeschehen einzuordnen. Sie begegnen ihnen als Konsumenten. Nach meiner Auffassung sind sie geschenkte Erkenntnisse aus dem Reich der Schöpfung, welche fortschreitend sich den Menschen offenbaren. Wissenschafter, welche das Ausmass der Erkenntnisse ermessen können, stehen staunend vor diesen Phänomenen. Alte Begriffe lassen das Neue nicht mehr erfassen. Staunend suchen sie nach dem tieferen Sinn dieser Offenbarungen. Für mich sind es neue Geschenke von Gottes Güte, neue Aufgaben für eine künftige Entwicklung. Die ganze Erde eine Heimat? Sekundenschnell können die neuen Techniken uns mit entferntesten Menschen des Erdballs die Kommunikation ermöglichen. Soll uns das ihnen näher bringen? Sollen wir uns weltweit besser verstehen lernen? Soll das der Bewältigung unserer Weltprobleme dienen? Ich sehe in diesen Geschenken eine wichtige Aufgabe der Zukunft, deren tieferen Sinn wir verstehen lernen müssen. Nichts geschieht ohne Sinn in der Schöpfung. Selbst der Sturm hat seine Aufgabe, und wenn er nur das Wegfegen der dürren Blätter von den Bäumen im Herbst besorgt. Wir sollten die Schöpfung, die Natur mit ihren Wundern mehr als Wirken Gottes wahrnehmen. Sie eröffnet uns neue Erfahrungen. Dass heute Menschen in der Natur Gott suchen, zeigt doch, dass er sich dort dauernd manifestiert. Theologie ist die Wissenschaft von Gotteserkenntnis. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn die Theologen sich mit den Phänomenen befassen würden, sie als Beweise von Gottes Existenz und Güte darstellen würden. Damit können sie dem religiösen Empfinden neue Impulse geben. Es ist aber auch für die Menschen von allgemeinem Gewinn, dieses religiöse Denken aufzunehmen. Es ist ein ständiges Manifestieren Gottes in der Schöpfung. Dazu braucht es keine Beweise, Dogmen und Glaubensbekenntnisse mehr. Er ist gegenwärtig, öffnen wir unsere Augen und Sinne. Vielleicht führten solche Erlebnisse von Gottes Güte auch zu einem anderen Weltbild, zu einer neuen Kultur gegenüber der Schöpfung. Ehrfurcht vor den Schätzen dieser Erde, vor dem Leben der Geschöpfe – Mensch, Tier und Pflanzen – kann zu einem Gottesdienst werden. Francis Vetter, Jona |
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