der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons St.Gallen |
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Ausgabe 01/2004 ![]() Diese Ausgabe als PDF |
Zwei Mahner ziehen weiter - Zum Abschied von Beat und Annette DietschyWährend elf Jahren haben sich Beat und Annette Dietschy für die Kantonalkirchen SG, TG und AR/AI vielseitig und auf hohem Niveau für die Bereiche Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit (OeME) eingesetzt – für Anliegen, bei denen man leicht anstösst und kaum Lorbeeren erntet.
Freudig wurde 1992 die Nachfolge von Hermann und Margreth Herzog für die Ostschweizer OeME-Stelle bekannt gegeben. Die damals auf 130% gekürzte Arbeit teilten sich Beat und Annette Dietschy nun während elf Jahren – er Theologe und Doktor der Philosophie mit Erfahrungen in Erwachsenenbildung und Journalismus, sie Erziehungswissenschaftlerin und Expertin in Entwicklungszusammenarbeit. Anspruchsvolles StellenprofilAnspruchsvoll war das Profil der OeME-Stelle. Es verlangte ein Mitdenken und Mithandeln auf vielen Schauplätzen. Zum einen mussten rund um den Globus die relevanten Entwicklungen und Institutionen beobachtet, studiert und weitergedacht werden, zum andern galt es, die OeME-Themen auf verschiedenen Ebenen der drei Kantonalkirchen zu vermitteln. Auch Brücken zu säkularen Institutionen schlugen Annette und Beat Dietschy – betreffen doch Fragen der Entwicklungszusammenarbeit auch politische und kulturelle Aspekte. Es ist den Stelleninhabern gelungen, auch mit dem wirtschaftsethischen Institut der St.Galler Universität zusammenzuarbeiten, Verbindungen zu Umwelt- und Drittweltverbänden zu pflegen, die Anliegen der Mission neu zu positionieren und Ökumene zum interreligiösen Dialog zu erweitern. Beziehungen pflegenEin Bild dieses vielseitigen Wirkens zeigte der Abschiedsabend am 4. Dezember im ökumenischen Kirchenzentrum Halden in St.Gallen. Der von Beat Dietschy aufgebaute «Runde Tisch der Religionen» eröffnete die Begegnung mit Gedanken, Gebeten und Musik. Auch die Vorgesetzten der drei Landeskirchen, welche die Ostschweizer OeME-Stelle nun nicht mehr weiterführen wollen, kamen zu Wort. Kirchenrat Jakob Bösch deutete die Konflikte zwischen den Kantonalkirchen an, die offenbar zur Beendigung ihrer 33- jährigen Zusammenarbeit führten. Was ungeschickt gelaufen war, tue ihm leid. Während die St.Galler Kirche die OeME-Anliegen mit der bereits besetzten Arbeitsstelle «Kirche im Dialog» weiterführen will, beraten die andern beiden Landeskirchen noch über die Zukunft ihrer OeME-Stellen. Annette Dietschy wird die dortige Arbeit bis April noch weiterführen. Die grüne Nationalrätin Pia Hollenstein, die sich seit Jahren in der Ökumenischen Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung (GFS) engagiert, dankte für die anregenden Gedanken von Beat Dietschy zu Fragen der Globalisierung und für sein Bemühen, die Befreiungstheologie für Europa fruchtbar zu machen. Als Dank für sein Friedensengagement übergab sie ihm einen «Abkömmling» der stadtbekannten Friedenstaube «Frieda».
Die Arbeit von Annette und Beat Dietschy lebte von persönlichen
Beziehungen, wie die Gegenwart vieler Bekannten und auch die
berührenden Worte der Schriftstellerin Dragica Rajcic zeigten. Und die
Arbeit lebte von der Hochachtung durch die ökumenischen Partner, was
durch die Präsenz von Vertretungen vieler Werke, Kirchen und
Religionen sichtbar wurde. Annette und Beat Dietschy blickten zurück
auf ihre Anliegen, äusserten Bedenken gegenüber kirchlichen
Entwicklungen (siehe Einspruch auf Seite 16) und dankten für alle
Unterstützung. Ein brasilianisches Buffet und Musik der Gruppe «gad
ase» trugen dazu bei, dem Abschied der beiden OeME-Beauftragten eine
festliche Note zu geben. Als Leiter «Information und Bildung» bei «Brot
für alle» in Bern wird Beat Dietschy auch weiterhin für die St.Galler
Kirche wahrnehmbar bleiben. Andreas Schwendener Bildlegende: Elf Jahre im Dienst für OeME-Anliegen der Ostschweizer Kantonalkirchen SG, TG und AR/AI:Beat und Annette Dietschy
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