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 Ausgabe 01/2004 
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Einspruch: gegen den Strom schwimmen

«Manchmal müssen wir mit ­einem Satz ausdrücken, was ­OeME (Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit) ist und soll. Ein solcher Satz kann zum Beispiel so lauten: Wir wollen aufzeigen, dass es Sinn macht, für eine gerechtere Welt zu kämpfen. Und aufzeigen, was es bedeutet: nämlich eine ganz andere Art der Globalisierung. Die vorherrschende sieht so aus: global handeln (nämlich wirtschaften) – und dabei lokal / national an sich denken. Das ist die Globalisierung, die wir gerade in der Schweiz perfektioniert haben. ­Genau das Umgekehrte tut Not: global denken (an die Lebensmöglichkeiten aller denken) – und lokal dann danach handeln.

Wir wollen / wollten zweitens zeigen, dass das auch möglich ist. Wie?

Einerseits, indem man sich mit dem Funktionieren der Weltgesellschaft auch theoretisch auseinander setzt. … Andererseits muss man praktisch zeigen, dass es auch anders geht. Denn der Unglaube oder Irrglaube Nr. 1 ist heute nicht etwa säkular zu sein oder Atheist. Der am meisten auch unter Glaubenden verbreitete Unglaube sagt: «Man kann doch nichts tun.» Wie widerlegt man das? Indem man die Werkzeuge einsetzt, die es braucht. Ökumenische Vernetzung und Zusammenarbeit ist so ein Werkzeug. … Wir haben die Besorgnis, dass im Zuge der Neuorganisation und Aufteilung der OeME-Stellen in der Ostschweiz das untergehen oder zweitrangig werden könnte. Wir befürchten, dass die Brückenfunktion dieser Stellen zu den Werken «Brot für alle», «mission 21» und «Heks» zumindest teilweise verdrängt werden könnte … durch eine weitere «Verkantonalkirchlichung» der OeME-Arbeit.

Was ist denn daran schlecht? Das Risiko ist:

Mehr und mehr wird nur noch das «Eigene» zum Massstab des Handelns. «Die andern» zählen nicht mehr (auch wenn natürlich für sie Geld gesammelt werden soll). Dass sie sich aber einmischen, dass sie selber etwas zu sagen haben, stört.

Was ist der Nordpol, an dem unsere Kirchen ihren Kompass ausrichten? Sind es wirklich die Erniedrigten und Getretenen? Die, von denen Christus sagt: ihr habt mich aufgenommen, bekleidet, besucht? Oder, wie wir heute sagen würden: Ihr seid mit mir gegangen, habt mit mir um Menschenwürde gekämpft?

Ausschnitte aus der Abschiedsansprache der ­OeME-Beauftragten Annette und Beat Dietschy am 4. Dezember 2003 im ökumenischen Kirchen­zentrum Halden (siehe auch Seite 10).


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