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Kirche

Quereinsteiger sollen Master-Abschluss bekommen

Wer zurzeit als Quereinsteiger ein verkürztes Theologiestudium (Quest) absolviert, wird dieses weder mit einem Bachelor noch mit einem Master abschliessen können. Man gilt gar als Studienabbrecher.

Gut 30 Studierende absolvieren zurzeit an den Universitäten Basel oder Zürich ein Quest-Studium. Dieses richtet sich an Akademiker, die bereits einen Master oder einen äquivalenten Titel in der Tasche haben und die nach einem verkürzten Theologie-Studium in den Pfarrberuf einsteigen möchten. Nur: Ihre Zweit-Ausbildung werden die angehenden Pfarrer weder mit einem Bachelor- noch mit einem Master in Theologie abschliessen. Stattdessen bekommen sie eine Abschlussbescheinigung und die Zusicherung, dass sie damit ins Vikariat übertreten können. «Schliesslich wurde Quest auch als Quereinstieg ins Pfarramt aufgegleist», sagt Quest-Projektleiter Matthias Bachmann.

In Zukunft könnten die Studierenden aber mehr Möglichkeiten haben. «Das Quest-Studium soll mit einem Master abgeschlossen werden können», sagt Bachmann. Das habe nicht nur für die Studierenden Vorteile, sondern auch für die Universitäten in Zürich und Basel. Dort tauchen die Quest-Studierenden wegen des fehlenden Mastertitels in der Uni-Abschluss-Statistik als Studiumabbrecher auf. «Das ist ein Schönheitsfehler und für die Universitäten kontraproduktiv», sagt Bachmann. «Auch für uns wäre es schön, wenn wir den Studierenden etwas ‹Richtiges› in die Hand geben könnten; damit wäre auch formal klar, dass Quest ein vollwertiges Theologiestudium ist.»

Über 100 Interessenten
Der Änderung müssten allerdings sowohl das Konkordat der Landeskirchen als auch die Unileitungen in Zürich und Basel zustimmen. «Ende März sollten wir Bescheid von den Universitäten bekommen», so Bachmann. Ob mit oder ohne Master, so oder so soll der nächste Quest-Studiengang im Herbst 2018 starten. Bereits sind laut Bachmann über 100 Personen auf der Warteliste. «Wir haben null Marketing gemacht, und die Liste wächst stetig.» Unter den Bewerbern seien Jus-Absolventinnen, BWLer, Ingenieure, aber auch Kunststudenten. Von den aktuellen Teilnehmern haben gemäss Bachmann zwei ihr Quest-Studium abgebrochen. «In einem Fall gaben Zeitgründe den Ausschlag». Wer neben dem Studium noch zu 50 Prozent arbeite, habe es sehr streng. «Ansonsten bekommen wir von den Studierenden positive Rückmeldungen.»

Einer der Quest-Studenten ist der Ökonom Fabian Wildenauer. «Die Inhalte des Studiums sind sehr spannend. Wenn man aber daneben noch eine Familie hat und arbeitet, ist richtige Zeit-Planung das A und O», sagt Wildenauer. Dass er am Ende des Studiums keinen Master-Abschluss in der Tasche haben wird und gar als Studienabbrecher gilt, fände er nicht so schlimm. «Ich will ja Pfarrer werden und ins Vikariat. Deshalb ist dieser Titel für mich nicht relevant.» Dies sähen viele seiner Mitstudierenden jedoch anders. Vor allem «wer sich überlegt, nach dem Studium etwas Anderes zu machen, der ist sicher um einen Master-Titel froh», sagt Wildenauer

Bern: Letzter Quereinsteiger-Studiengang
Ebenfalls ein Studium für Theologie-Quereinsteiger bietet die Universität Bern an. «Intensivstudium Theologie für Akademikerinnen und Akademiker mit Berufsziel Pfarramt» heisst der Studiengang, der im Gegensatz zu Quest mit einem Master abgeschlossen wird. «Der Master ist uns wichtig. Wir bilden ja auch bei diesem Studiengang in den drei Jahren Theologen aus. Sie sollen keinen Sonderweg bekommen», sagt der Studienverantwortliche Stefan Münger. Die Ithaka-Studierenden absolvieren dieselben Leistungskontrollen wie sie für reguläre Studierende vorgesehen sind. «Der Druck ist enorm hoch. Einige Studierende aus dem regulären Theologie-Studium haben mir schon gesagt, dass sie mit den Ithaka-Studenten nicht tauschen möchten», sagt Münger.

Zugelassen zum Ithaka-Studium wurden nur jene, die bereits ein anderes Universitätsstudium mit dem Master abgeschlossen haben. «Wir waren bei der Auswahl sehr strikt», so Münger. Damit seien sie in Bern sehr gut gefahren. Im aktuellen Studiengang sind zurzeit 17 Studierende, die 2018 abschliessen werden. Danach wird es jedoch keinen weiteren Ithaka-Studiengang mehr geben. «Es war eine Notmassnahme gegen den Pfarrmangel. Doch der Aufwand, die Studierenden für so ein Intensivstudium auszusuchen und zu betreuen, ist einfach zu gross», so Münger.

Andreas Bättig / ref.ch / 9. Februar 2017

Dieser Artikel stammt aus der Online-Kooperation von «reformiert.», «Interkantonaler Kirchenbote» und «ref.ch».


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