der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons St.Gallen |
| Mai 2013Frühere AusgabenVeranstaltungenKirchgemeindenLinksAbonnementeRedaktionBilderSuche | |
Ausgabe 05/2013 Diese Ausgabe als PDF |
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser
Die Anekdote widerspiegelt ein verbreitetes Sündenverständnis. Sünde ist das Überschreiten von Moralvorschriften, über welche die Kirche wacht. Aber längst hat sich die Rolle des Sündenpolizisten verlagert. Politik und Medien haben es übernommen, das Übel in der Welt aufzuzeigen und die Gesellschaft an das rechte Verhalten zu erinnern. Man ist gegen Krieg, Hunger, Drogen, Arbeitslosigkeit usw. und kann doch nur bedingt Abhilfe schaffen. Daraus ergibt sich eine Art weltlicher Sündenlehre: Der Mensch als unverbesserlicher Egoist, dem eigene Interessen immer am nächsten sind, sodass nur klare Gesetze das Zusammenleben ermöglichen. Vom prinzipiellen Mangel des Menschen und der Abhilfe künden auch die Religionen. Im Buddhismus soll der Leidenscharakter des Lebens erkannt werden, um sich auf dem Weg der Meditation daraus zu befreien. Judentum und Islam als «Gesetzesreligionen» kennen keine «Erbsünde». Der Mensch ist von Natur aus auf Gott ausgerichtet und darum fähig, das Gesetz Gottes als Gnade und Wahrheit zu erkennen und danach zu leben. Genau dies hat Paulus bestritten und dem Menschen die Fähigkeit abgesprochen, dem Gesetz zu entsprechen. Vielmehr überführe uns das Gesetz zur Einsicht in das eigene Ungenügen. Bei dieser Einsicht in die prinzipielle «Sündigkeit» reicht es aber nicht mehr, dagegen zu sein. Verbunden mit Reue und Busse wird diese Einsicht im Urchristentum Anlass für Bekehrung und Taufe. Die alte, von der Sündenmacht besetzte Natur stirbt mit Christus und eine neue, von der Auferstehung geprägte Natur kommt an den Tag. In Christus sind wir eine neue Kreatur, angeschlossen an sein inneres Gesetz der Freiheit und der Liebe – ein kühnes Konzept, dessen Verwirklichung uns anvertraut ist. Andreas Schwendener |
Spiritualität im Diskurs
Spiritualität liegt im Trend. Weit über den kirchlichen Sprachgebrauch hinaus hat sich die Rede von Spiritualität auf dem Beratungsmarkt, in der Medizin und selbst in der Firmensprache etabliert. In den letzten Jahren fand das Phänomen auch in der universitären Forschung vertiefte Aufmerksamkeit. >>>mehr
Glauben an einen Gott, den es nicht gibt
Klaas Hendrikse legt dar, warum er glaubt, dass Gott sich in Beziehungen ereignet und dass «glauben» mehr mit dem Leben als mit Religion zu tun hat. >>>mehr
In der St.Galler Kirche St.Mangen hängt bis zum 17. Mai eine Brot-Leiter. >>>mehr
Glaubensfragen?
Leserbriefe
|