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 Ausgabe 12/2014 
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Aus dem Kanton

St.Gallen: Interreligiöse Feier zum Bettag: Am Samstag vor dem Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag versammelten sich auf dem Klosterplatz in St.Gallen sieben Religionsgemeinschaften zu einer interreligiösen Feier. Gemeinsam wurde auch das Fastenbrechen zum Ende des muslimischen Fastenmonats gefeiert. 


Weiter hier: Mit Fleischverzicht Hunger bekämpfen / Eine ­Untergruppe im Auftrag der ökumenischen ­Arbeitsgruppe «Kirche in der City» plant einen Kirchen-Info-Laden an bester Passantenlage in der St.Galler Innenstadt.

Mit Fleischverzicht Hunger bekämpfen

In der Offenen Kirche St.Gallen hat am 2. September die ökum. GFS-Kommission der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen SG/AR/AI mit prominenten Kirchenvertretern die SchöpfungsZeit mit dem Slogan «Das Tier – Geschöpf wie wir» eröffnet. Lebhafte Diskussionen löste der Arzt und Biobauer Peter Schmid mit seiner These aus, dass so lange auf Fleisch verzichtet werden sollte, bis niemand auf der Welt mehr an Hunger leide.

Bischof Markus Büchel dankte der GFS-Kommission (Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung) für ihren langen Atem. Sie halte mit ihrer Arbeit das Bewusstsein für wichtige Themen wach. Prophetenarbeit sei zwar undankbar, aber wichtig für das Leben der Kirche.

Kirchenrat Heinz Fäh von der Ev.-ref. Kirche des Kantons St.Gallen dankte für die provokative Themensetzung der SchöpfungsZeit, die zum Nachdenken  anrege. In der Kirche müsse jedoch da­rauf geachtet werden, dass die Liebe für die Tiere nicht in Menschenverachtung umschlage. Zwischentöne seien wichtig.

Für die serbisch-orthodoxe Kirchgemeinde St.Gallen sprach deren Vizepräsident Vic´a Mitrovic´. Er erinnerte an die Mässigung im Fleischkonsum in der orthodoxen Fastentradition. Es gebe zudem orthodoxe Mönche, die mit einer vegetarischen Lebensweise sehr alt würden.

Zu lebhaften Diskussionen Anlass gab der Vortrag von Peter Schmid, Arzt und Biobauer in Ennetbühl. Er erläuterte, dass das Töten von Tieren zu den Grundgegebenheiten in der Schöpfung gehöre. Dies könne unabsichtlich beim Überqueren einer Wiese geschehen oder auch absichtlich, um das eigene Überleben zu sichern. Die Menschen unterschieden sich von den Tieren dadurch, dass sie Entscheidungen fällen könnten. Dies bedeute aber auch, dass der Mensch Verantwortung übernehmen müsse. Dies tue er heute viel zu wenig. Die massenhafte Tötung von Tieren in unseren Schlachthöfen sei eine Wohlstandserscheinung, die mit der Grundordnung in der Schöpfung nichts mehr zu tun habe. Zudem mache der hohe Fleischkonsum krank – Schmid weiss aus der eigenen Erfahrung als ­Unterleibschirurg, wovon er spricht. Er schloss mit der provokativen These, dass in den reichen Industrieländern so lange auf Fleisch verzichtet werden sollte, bis in der Welt niemand mehr an Hunger leide.

An der Veranstaltung unterzeichneten viele die Klima-Fahne der Klima-Allianz. Mit ihrer Unterschrift unterstützen sie die Forderung nach einer Reduktion des CO2-Ausstosses der Schweiz um 40 Prozent bis 2020. kurt zaugg-ott, oeku


Die Webseite des Kirchenboten bietet einen Link zur PowerPoint-Präsentation des Vortrags.>>> hier


«Wir müssen uns aufdrängen»

Eine ­Untergruppe im Auftrag der ökumenischen ­Arbeitsgruppe «Kirche in der City» plant einen Kirchen-Info-Laden an bester Passantenlage in der St.Galler Innenstadt.

Wo gibt es Familiengottesdienste in der Stadt? Ich bin neu zugezogen und weiss nicht, zu welcher Kirchgemeinde ich gehöre. Ich singe gerne und suche einen Chor. Wir sind aus der Kirche ausgetreten, wollen aber trotzdem unsere Tochter taufen lassen. – Um über solche Fragen wieder einen Kontakt mit Menschen herstellen zu können, die mit Kirche nicht viel am Hut haben, planen die römisch-katholische, die evangelisch-reformierte und die christkatholische Kirche der Stadt einen gemeinsamen «Kirchen-Info-Laden». Dabei handelt es sich um einen Arbeitstitel, der definitive Name der Institution muss erst noch gefunden werden. Eine Untergruppe der Arbeitsgruppe «Kirche in der City» ist am Werk. Die ökumenische Pastoralkonferenz hat den Auftrag dazu gegeben.

Vorbilder in Deutschland und Österreich

Vorbild sind die Kirchenläden in Deutschland und Österreich. Die Erfahrungen dort seien positiv, sagt Carl Boetschi von der Arbeitsstelle für Pastorales der ev.-ref. Kirche des Kantons St.Gallen. Das gehe auch aus der Homepage www.citykirchenprojekte.de hervor. Doch ist St.Gallen gross genug für ein solches Projekt? – Boetschi verweist auf die vielen Menschen, die täglich von auswärts in die Stadt kommen. Voraussetzung sei allerdings, dass dieser Kirchen-Info-Laden an bester Lage liegen werde. «Die Leute müssen drüberstolpern. Wir müssen uns aufdrängen», sagt Boetschi. Die Anonymität einer gemeindeübergreifenden Stelle und die ­Lage sollen einen möglichst unkomplizierten Kontakt ermöglichen. Deshalb soll das Angebot auch nicht etwa in einer der Kirchen der Innenstadt untergebracht werden.

Die Kirchen wollen sich dabei einem grossen Partner anschliessen. Das könnte etwa die geplante zentrale Bibliothek in der Stadt sein, ein Warenhaus, ein Geschäft oder Ähnliches. Es werde dort keine diakonische Anlaufstelle geben, so Boetschi. Wer seelsorglichen Beistand sucht, werde in der Regel an seine Kirchgemeinde weitergewiesen. Den Verantwortlichen schwebt eine Lokalität vor, in der man auch einen Kaffee trinken kann. Dazu soll es einen grossen Bildschirm geben, auf dem die Veranstaltungen der Kirchen angezeigt werden, sowie eine Computer-Station, wo man sich Adressen für sein Anliegen suchen kann oder über

Veranstaltungen informiert wird. Doch vielleicht, meint Boetschi, sieht die realisierte Lösung am Ende dann doch ganz anders aus. Sicher müsse die Kirche im 21. Jh. andere Visionen haben als zuvor. (Siehe auch www.kirchecity.ch) kipa 

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