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 Ausgabe 10/2014 
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«Manchmal tut sich eine Türe auf»

Herr Pues, worin besteht Ihre Aufgabe bei der Psychologischen Ersten Hilfe?

Ich begleite Menschen. Es geht mir darum, in vehementen Momenten die oft unberechenbaren Reaktionen, Trauer und Erschütterung auszuhalten und zugleich kühlen Kopf zu bewahren. Mein Ziel ist es, dass ein Betroffener oder eine Betroffene den nächsten Schritt gehen kann. Ich möchte in dem Konfusen eine Struktur schaffen.


Wie sieht das konkret aus, wenn Sie vor Ort ­kommen?

Als erstes gehe ich zum Einsatzleiter. Der gibt mir den Auftrag. Er weiss, wo ich gebraucht werde, bei Angehörigen, Augenzeugen, Opfern. So bin ich eingebunden und habe im Gespräch zugleich etwas, das im Einsatz oft fehlt: Zeit.


Erinnern Sie sich an einen Einsatz, der Sie besonders bewegt hat?

Natürlich hat jeder Einsatz seine Spannung. Es müssen nicht nur Grossereignisse sein, die ­einem nachgehen. Aber aus meiner Kölner Zeit erinnere ich mich an das schwere Zugunglück von Brühl. Da hatten die Rettungskräfte Kontakt zu Menschen, die unter einem Eisenbahnwagen begraben lagen. Sie konnten sie nicht mehr rechtzeitig bergen.


Sie arbeiten bei PEH als Pfarrer in einem interdisziplinären Team. Was ist Ihnen dabei wichtig?

Wenn es die Situation fordert, fülle ich ­meine Rolle als Seelsorger aus, etwa bei einer Aussegnung eines Verstorbenen. So erleben auch kirchenferne Menschen einen Vertreter der Kirche, der für sie da ist, wenn sie ihn brauchen. Aber ich führe meinen Beruf nicht offensiv ins Feld. Manchmal tut sich jedoch auch eine Türe auf, wenn jemand erfährt, dass ich Pfarrer bin.


Und nach dem Einsatz?

Das ist sehr unterschiedlich. Ich tue Dinge, die mir gut tun. Nach einem Nachteinsatz kann schon viel gewonnen sein, wenn ich für ausreichend Schlaf sorge. Bewegen, Volleyball, auch mal Sauna oder Kino, aber vor allem die Aussprache im Einsatzteam sind mir wichtig. Das hilft, das Erlebte zu verarbeiten.

interview: reinhold meier

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