der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons St.Gallen |
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Ausgabe 05/2013 Diese Ausgabe als PDF |
Leserbriefe
«Der schlimmsten Orte einer ...»Die Mitteilung im Kibo 5/2010, dass ein türkischer Moscheeverein eine Kirche rettet, hat mich gefreut. Ich fragte mich, warum so positive Meldungen nicht grössere Beachtung finden. Dank Internet konnte ich Informationen zu dieser Aktion in der Stadt Malatia finden. Überrascht war ich, zu lesen, dass an diesem Ort zwischen 1916 und 1918 Christen massenweise ab-geschlachtet wurden. Titel des Textes: «Der schlimms-ten Orte einer …» Noch befremdender war für mich, dass ein deutscher Pastor die Pogrome sehr genau beschrieb, aber dennoch nicht vehement anklagte, sondern sogar ein gewisses Verständnis dafür zeigte. Selbstverständlich ist die Aktion der Moslems dennoch zu begrüssen. Etwas mehr Information zu ihrem geschichtlichen Verständnis und ihrer Motivation wäre hier sinnvoll gewesen. Norbert Hälg, Gossau Hubertus Halbfas selber hörenViel wurde an dieser Stelle über Prof. Halbfas debattiert, ohne ihn selber gehört zu haben. Über die Website von DRS2 ist bis heute eine Perspektive-Sendung mit ihm zugänglich: Mit seinen 77 Jahren stellt Halbfas dort fest, dass die traditionelle Verkündigung am modernen Bewusstsein vorbeigehe. Zentrale Begriffe des Glaubens wie «Gott», der Christus, Erlösung, Auferstehung, Himmelfahrt, Himmel und Hölle, Jüngstes Gericht seien zu Stolpersteinen geworden. Sie müssten neu überdacht werden und bräuchten einen neuen Ausdruck, eine neue Unmittelbarkeit. Falls dies regelmässig lediglich in Fussnoten der Fall sei, werde das Christentum zur Sache der Historiker und verschwinde aus dem Alltag. Jedoch werde die Tradition nicht aufgelöst, sondern neu überdacht. Als Beispiel verweist er aufs Tischgebet. Als Erstes gehe es darum, zu sehen, was da steht, was mit Mühe, Sorgfalt und Liebe zubereitet wurde, dann sich das Angebotene schmecken zu lassen und Freude daran zu haben und als Drittes Anerkennung und Dank zu empfinden und auszusprechen. Vom Menschsein her gedacht dürften wir «Gott» als «Du» bezeichnen, denn Menschen seien auf Personalität, auf Anrede, auf Zuwendung angewiesen, aber «Gott» gehe über das Personale hinaus und sei mit dem Begriff «Gott» nicht definierbar. Der Theismus, die «Lehre von Gott», versehe «Gott» mit positiven menschlichen Eigenschaften und multipliziere sie mit «all-, allwissend, allmächtig, ...». Die westlichen christlichen Kirchen hätten viel zu viel Lehre vermitteln wollen mit der Verpflichtung zum «Glauben an». Sie hätten zu wenig auf den gelebten Weg der Einzelnen geachtet. Die offene Tischgemeinschaft des historischen Jesu sei eine Herausforderung gewesen. Glaube bedeute Mut zum Leben, sei aber untrennbar mit dem Zweifel verbunden. Prof. Halbfas erlebt das Verlangen nach einem mystisch geprägten Christentum und wünscht sich, dass vermehrt angeleitet und ermutigt werde, sich auf den Weg eigener Erfahrungen zu machen. Dieser Weg führe nicht in himmlische Höhen, sondern in den Keller, dort liege der gute Wein. Barbara Müller Gächter, Balgach |
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Glaubensfragen?
Leserbriefe
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