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 Ausgabe 05/2013 
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«Ermöglichen statt Überfordern …»

Das neu konstituierte Parlament der Evang.-ref. Kirche des Kt. St.Gallen hat am 28. Juni ­engagiert die Zulassungsbedingungen zur Konfirmation diskutiert.

Derzeit kann konfirmiert werden, wer vor dem Konf-Unterricht auch den Religionsunterricht in der Oberstufe besucht hat. Obligatorien im ausserschulischen Bereich kennt die St.Galler Kirche seit 1999 nicht mehr – damals wurden die Jugendgottesdienste als Vorbedingung gestrichen. Diese ­Situation gab Anlass zu einer Motion. Die Synode beauftragte eine Kommission, welche die «geistliche Begleitung von Kindern und Jugendlichen in der St.Galler Kirche» umfassend neu konzipiert hat. Die Synode sollte nun ein darauf basierendes, 44-seitiges Konzept des Kirchenrats «zustimmend zur Kenntnis» nehmen und den Kirchenrat zu konkreten Schritten beauftragen.


Umstrittene Blocktage

Weil ab 2012 eine der beiden Religionsstunden auf der Oberstufe entfällt, sieht das Papier vor, die dabei frei werdenden Ressourcen für die ausserschulische Arbeit einzusetzen: für 4 bis 5 Blocktage pro Jahr – mit erlebnisorientierter Ausrichtung in der schulfreien Zeit. In der vom Kirchenrat privilegierten Variante ist ein Angebots­obligatorium für die Kirchgemeinden wie auch ein Besuchsobligatorium für die 7. - und 8.-Klässler vorgesehen.

«Wir sind stark in der Schule, ideal aber wäre es, wenn wir gleichzeitig auch im Freizeitbereich mit attraktiven Angeboten aufwarten könnten», warb Kirchenrat Martin Schmidt. Es sei wichtig, dass die Jugend Kirche nicht nur als Unterricht, sondern auch als Gemeinschaft mit wiederkehrenden rituellen Elementen erlebe. Diese ­Erlebnispädagogik ermögliche auch einen Aufbruch im Gemeindeaufbau.

Freiraum für Experimente

Von den vielen Synodalen, die sich zu den Vorschlägen äusserten, war viel Zustimmung zu vernehmen. Kritische Voten betrafen die Obligatorien, welche den einen zu wenig weit, andern zu weit gingen.

Ein Obligatorium für den Religionsunterricht ab der vierten Klasse wünschte sich Beatrice Baumberger, Gaiserwald, fand aber wenig Unterstützung. «Wir tun uns mit dem Obligatorium keinen Gefallen», gab Pfarrer Michael Pues, Gaiserwald, zu bedenken, zudem solle das Spekt­rum ausserschulischer Arbeit weiter ge­fasst sein; so hätten in seiner Gemeinde auch diakonische Einsätze von Jugendlichen eine lange Tradition. Jeder Ort habe seine Erfahrungen, aus denen lokal vor Ort etwas wachsen könne, sagte auch Pfarrer Christoph Casty und forderte damit mehr Experimentier- und Spielraum für die Angebote. Urs Noser aus Altstätten legte dar, dass das Konzept durchaus ein längerfris­tiges Wachsen ausserschulischer Traditi­onen vorsehe, das mit der Taufe, der Eltern­­-arbeit und Angeboten für Kinder ansetze.

Konsultativabstimmungen sollten dem Kirchenrat die Richtung für die kirchenrechtlichen Massnahmen und die weitere Unterstützung der Gemeinden vorgeben. Christian Baumgartner aus Rapperswil forderte, dass die Anzahl der Blocktage auf 2 bis 5 Tage reguliert werde. Zudem sei der Passus «in der schulfreien Zeit» zu streichen, da in vielen Gemeinden Angebote im Schulalltag möglich seien – die Synodalen haben ihm mehrheitlich zugestimmt, ebenso dem Antrag von Pfarrer Markus Unholz, St.Gallen C, das Obligatorium zu überprüfen und Alternativmodelle zur Diskussion zu stellen.

Den Wunsch nach grösserer Flexibilität in Form, Umfang, Zeitrahmen und Obligatorien bei den ausserschulischen Angeboten will der Kirchenrat in seine weitere Arbeit aufnehmen. «Wir wollen ermöglichen, nicht überfordern», sagte Kirchenrat Martin Schmidt.

Andreas Schwendener 


Personelles

Der Sache halber hat sich Pfarrerin Christina Nutt aus Azmoos vor acht Jahren bereit erklärt, das Präsidium der Verlags- und Redaktionskommission des Kirchenboten ­interimsweise zu übernehmen. Sie blieb acht Jahre und bereut ihren Entschluss rückblickend nicht. In einer schwierigen Situation – eben waren das neue Layout und Gemeindeseitenkonzept eingeführt und die Finanzen noch wenig im Lot – übernahm sie das Amt und schaffte es in nur einem Jahr, das Vertrauen der Synode zu finden und die Kommissionsarbeit auf sichere Fahrt zu bringen.

Als ihren Nachfolger wählte die Sommersynode einstimmig Hans-Paul Candrian, Rorschach. Neu in die Kirchenbote-Kommission gewählt wurden Jürg Steinmann, Walenstadt, und Katharina Enz, Niederuzwil. Die Synode ist Herausgeberin des Kirchenboten.

Neu konstituierte Synode

Karl Gabler, St.Gallen (links), wurde für die nächsten zwei Jahre zum Präsidenten des St.Galler Kirchenparlaments gewählt. Er löst Urs Noser, Altstätten (rechts), ab, der als Nachfolger von Margrit Eggenberger, Grabs, im Kirchenrat Platz nimmt. ­Daniela Zillig-Klaus, Flawil (Mitte), wurde zur Vizepräsidentin der Exekutive gewählt. Die bisherigen Kirchenräte lic. iur. Heidi Baer, Pfr. Heinz Fäh, Dr. phil. Elisabeth Frick Tanner, Hans Peter Schmid und Pfr. Martin Schmidt sowie Kirchenratspräsident Dölf Weder und Kirchenschreiber Markus Bernet wurden klar bestätigt.

Neu in die Geschäftsprüfungskommission kamen ­Hugo Lorentini und Urs Kunz, das Präsidium übernahm Robert Dubacher, Grabs-Gams.

Als Abgeordnete in den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) wurden Pfr. Martin Schmidt und Pfr. Dr. theol. Dölf Weder bestätigt und Pfrn. Barbara Damaschke-Bösch, Hemberg, neu gewählt. Stellvertreter bleiben Hans-Paul Candrian und Pfr. Heinz Fäh, dazu stiess Markus Bernet. Neu in die Kommission für Aussprachesynoden wurde Pfr. Helmut Heck, Sax, gewählt. Das Kirchenparlament bestätigte auch sämtliche Dekane und deren Stellvertretung: Pfr. Dr. Pius Helfenstein für den Kirchenbezirk St.Gallen mit Vertreter Pfr. Klaus Stahlberger; Pfr. Phillippe Müller für den Kirchenbezirk Toggenburg mit Vertreterin Pfrn. Dorothea Henschel-Hamel und Pfr. Renato Tolfo für den Kirchenbezirk Rheintal mit Vertreterin Maren Büchel, Sevelen. as

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