der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons St.Gallen |
| Mai 2013Frühere AusgabenVeranstaltungenKirchgemeindenLinksAbonnementeRedaktionBilderSuche | |
Ausgabe 05/2013 Diese Ausgabe als PDF |
Vorbilder nutzen keine Konserven
Herr Kobelt, waren Sie ein Vorbild für Ihre Schüler? Ich hoffe es. Denn das Vorbild in der Schule ist das A und O des Lernens. Schüler lernen gut, wenn der Lehrer etwas vormacht und sie es auf ihre Weise nachprobieren können. Das Vorbild wirkt auch bei Beziehungen, im Verhalten und der Persönlichkeit. Da muss der Lehrer Vorbild sein, wie ein Pfarrer. Es ist aber auch schwer, ein Leben lang Vorbild zu sein und immer zu wissen, dass man beobachtet ist.
Seine Authentizität. Wenn Sie ein unechtes Vorbild sind, wenn Sie es nur spielen, funktioniert es nicht. Man muss aus Überzeugung Vorbild sein. Wenn Sie unecht sind, wenn Sie Wasser predigen und Wein trinken, kann es nicht funktionieren. Kinder schauen wahnsinnig gut darauf. Wenn Sie widerwillig Vorbild sind, sind Sie als Lehrer am falschen Ort. Das gilt für jede Führungsposition.
Da muss ich nicht weit suchen: meinen Vater und meinen Grossvater. Der Vater sagte jeweils, dies oder das erwarte ich, und er hat es dann selbst auch so gemacht. Er hat nichts anderes erwartet, als er selbst bereit war zu tun. Die gleichen Massstäbe zum Beispiel bei Sorgfalt und Pünktlichkeit. Ich denke auch an meinen Pfadileiter, der am Lagerfeuer aus dem Leben erzählt hat. So wollte ich auch sein.
Nein. Vorbilder wirken immer, auch heute, ob sie wollen oder nicht.
Man ist automatisch Vorbild. Aus der Rolle kann man gar nicht raus. Junge Leute schauen und denken: Aha. Das ist überall so, in jeder Beiz. Wenn der Lehrer kommt, da schauen sie, wie der sich verhält.
Ja, ich muss ehrlich sein, um ein Vorbild an Ehrlichkeit zu sein. Ich muss auch selbst schön an die Tafel schreiben, wenn ich erwarte, dass Schüler schön schreiben. Ich muss selbst überzeugt sein, sonst können sie es nicht aufnehmen. Deshalb darf man in der Schule auch keine Konserven nehmen, sondern muss sich immer wieder neu vorbereiten.
Ja, und oft eher unerwartet, nach 20 Jahren, da gibt es Echo. Zum Beispiel: Sie waren ein strenger Lehrer, aber bei Ihnen habe ich viel gelernt. Oder: Sie waren ein gerechter, ein sorgfältiger Lehrer. Aber auch, wenn man mal ungewollt Fehler macht, bleibt das hängen. Deswegen muss man sich immer bewusst sein, wie stark man als Vorbild wirkt. Interview: Reinhold Meier, Azmoos |
Spiritualität im Diskurs
Spiritualität liegt im Trend. Weit über den kirchlichen Sprachgebrauch hinaus hat sich die Rede von Spiritualität auf dem Beratungsmarkt, in der Medizin und selbst in der Firmensprache etabliert. In den letzten Jahren fand das Phänomen auch in der universitären Forschung vertiefte Aufmerksamkeit. >>>mehr
Glauben an einen Gott, den es nicht gibt
Klaas Hendrikse legt dar, warum er glaubt, dass Gott sich in Beziehungen ereignet und dass «glauben» mehr mit dem Leben als mit Religion zu tun hat. >>>mehr
In der St.Galler Kirche St.Mangen hängt bis zum 17. Mai eine Brot-Leiter. >>>mehr
Glaubensfragen?
Leserbriefe
|