der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons St.Gallen |
| Mai 2013Frühere AusgabenVeranstaltungenKirchgemeindenLinksAbonnementeRedaktionBilderSuche | |
Ausgabe 05/2013 Diese Ausgabe als PDF |
Singen – ein Jungbrunnen, 35 Jahre «Singen für Ältere» mit Rudolf Lutz
Meist sind es über 100 Personen, die zum monatlichen «Singen für Ältere» mit Rudolf Lutz ins St.Galler Centrum St. Mangen kommen – und das seit bald 35 Jahren.
Etwas EinzigartigesIn der Eingangshalle zum Centrum St. Mangen herrscht reges Treiben. Am Treppenaufgang stehen Herr und Frau Berner mit Büchsen, in denen sie Geld sammeln. «Das ist speziell für ein Geschenk, denn bald feiert Ruedi Lutz seinen 61. Geburtstag», erklärt mir die Dame, zu der ich mich gesetzt habe. Frau Berner sei die gute Seele für solche Sachen. Auch an Weihnachten besorge sie ein Geschenk und übergebe es mit Versen in Appenzeller Dialekt. Frau Berner bestätigt. Sie tue das aus Dankbarkeit, denn dieses Singen sei ein Jungbrunnen, Heil für die Seele. Auch von der Dame neben mir will ich wissen, was ihr am «Singen für Ältere» gefällt. «Es ist einfach grossartig, wunderbar», sagt sie und entschuldigt sich für ihre einfachen Worte. Dann erzählt sie weiter. Es sei diese Lust am Singen, bei der Humor Platz habe und auch das Religiöse eine Rolle spiele – dies alles miteinander mache das Besondere aus, das in dieser Art einzigartig sei. Immer wieder würden auch bekannte Instrumentalisten eingeladen. Und abwechslungsreich sei dieses Singen, da man das alte Liedgut entsprechend den Jahreszeiten und Jahresfesten pflege. Nur zögerlich rückt die 87-jährige Dame mit ihrem Namen raus – sie
sei eben katholisch, aus Winkeln. Zusammen mit ihrer Schwester aus
Gossau ist sie regelmässig Gast bei diesem Singen, das ihrer Meinung
nach weniger mit einer Konfession als eher mit dem Leben zu tun habe. «Traulich beisammen»Der Saal oben hat sich gefüllt. Alle sitzen sie bereit, ausgestattet mit dem Liederbuch «Mir singed eis», herausgegeben von Pro Senectute, und dem Liederbuch der Ostschweizer Gastroverbände. Mit Applaus wird Ruedi Lutz empfangen. Ein kurzer Gruss und sogleich geht’s zur Sache: Lied 51 «Wem Gott will eine rechte Gunst erweisen». Eine fröhliche Einstimmung am Flügel ermuntert zum Gesang, der nach einer Aufwärmphase bald in vollen Tönen erklingt und in den Worten des Dichters Eichendorff durch «Wald und Feld und Erd und Himmel» führt. Zurück in den Saal, ja in die Tiefe der Herzens, leitet Lied 53 «Wir sitzen so traulich beisammen und haben uns alle so lieb, erheitern einander das Leben, o wenn es doch immer so blieb!». Volkstümlicher zu und her geht es mit: «Es Burebüebli mahn i nit» und «D Zyt isch doo». Als Überleitung vom einen zum andern Lied erzählt Rudolf Lutz oft Appenzeller Witze. Und dass er auch da ein wahrer Künstler und Improvisator ist – me mos die au chöne öberebringe –, zeigt sich in herzhaftem Lachen. Nach weiteren heimatlichen Liedern wird der Horizont erweitert, etwa nach Süden mit «Aprite le porte» und schliesslich bis zu «den Ufern des Mexiko-River». In der Pause schenkt das Messmerehepaar Giger mit Helferinnen Kaffee aus, überall im Saal liegen Guetzli bereit, so- dass sich die grosse Schar nach dem Kaffeebezug schnell wieder verteilt. Margrith Müller hinter mir bleibt in der Pause sitzen. Sie hat sich selber etwas zum Knabbern mitgebracht, das sie in ihrem Alter gut verträgt. Die 93-Jährige erzählt mir, wie ihr Vater die sechs Kinder stets zum Singen animiert habe. Weil sie bis zum 78. Lebensjahr täglich im Verkaufsgeschäft stehen musste, habe sie erst im Alter zum Singen zurückgefunden. Nach der Pause gibt’s auf Wunsch von Frau Müller das Lied «Wenn
Schneeballe blüjet im Mai» – ein für die jüngern Alten unbekanntes Lied.
Der mit einer Art Roulette erkorene Mai-Jubilär – er meldete sich bei
der Zahl 23, da der 23. Mai sein Geburtstag ist – wünscht sich das
Appenzeller Landsgemeindelied «Alles Leben strömt aus dir». Gegen 17 Uhr
das letzte Lied. Rudolf Lutz erinnert an die kommenden Daten und
erwähnt den 5. Juli, an dem auf 35 Jahre «Singen für Ältere»
zurückgeschaut wird. Andreas Schwendener |
Spiritualität im Diskurs
Spiritualität liegt im Trend. Weit über den kirchlichen Sprachgebrauch hinaus hat sich die Rede von Spiritualität auf dem Beratungsmarkt, in der Medizin und selbst in der Firmensprache etabliert. In den letzten Jahren fand das Phänomen auch in der universitären Forschung vertiefte Aufmerksamkeit. >>>mehr
Glauben an einen Gott, den es nicht gibt
Klaas Hendrikse legt dar, warum er glaubt, dass Gott sich in Beziehungen ereignet und dass «glauben» mehr mit dem Leben als mit Religion zu tun hat. >>>mehr
In der St.Galler Kirche St.Mangen hängt bis zum 17. Mai eine Brot-Leiter. >>>mehr
Glaubensfragen?
Leserbriefe
|