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 Ausgabe 05/2013 
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Populäre Lieder fördern – Unterwegs zu neuen Liedern

Seit dem Jahr 2003 hat die St.Galler Kirche ­eine Arbeitsstelle zur Förderung der populären ­Musik in den Gemeinden. Der Kirchenbote sprach mit dem Stellenleiter Andreas Hausammann über Erreichtes und über weitere Ziele.


Kibo: Wie fördert die Kantonalkirche die ­populäre Musik in den Gemeinden?

A.H.: Grundsätzlich auf drei unterschiedlichen Schienen: Wir begleiten und beraten erstens Gemeinden, die sich kirchenmusikalisch weiterentwickeln und moderne Musikformen in ihr Gemeindeleben mit einbeziehen wollen. Dies geschieht auf konzeptioneller Ebene genauso wie in der Beratung und fachlichen Begleitung von Popularmusiker/innen, die vor Ort Neues aufbauen. Momentan begleiten wir zehn entsprechende Innovationsprojekte im Kanton. Auch bereits bestehende Bands und Chöre erhalten Rat.

Zweitens bieten wir Aus- und Weiterbildung im Bereich Popularmusik in der Kirche an: von eintägigen Work­shops bis zu ausgewachsenen Studiengängen mit Ausbildungsniveau C und B an der St.Galler Kirchenmusikschule.

Drittens empfiehlt unsere «Spurgruppe Repertoire» jährlich aus der Flut von neu erscheinenden modernen Kirchenliedern jeweils zwölf Lieder, die sich für den Gemeindegesang in unseren Gottesdiensten eignen – diese werden jeweils an unserem Kantonalen Singtag Ende Oktober der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt und gemeinsam gesungen.

 

Was haben die zeitlich befristeten Anstellungen von populären Musikern und Musikerinnen in den Gemeinden bisher bewirkt?

Diese Innovationsprojekte sind für die Gemeinden und die allgemeine Entwicklung im Kanton von unschätzbarem Wert. Sie ermöglichen es, vor Ort popularmusikalische Formen und Inhalte zu etablieren und diese behutsam zu – im besten Sinn des Wortes – «normalen» Bestandteilen des Gemeinde­lebens werden zu lassen. Unsere «Innovationsmusiker/innen» sind mit dieser Pionierarbeit sehr gefordert und leisten mit ihren Teams und in Zusammenarbeit mit den Gemeindebehörden insgesamt sehr gute Arbeit. Im Normalfall werden die Musiker/innen nach der dreijährigen Projektphase reibungslos und gerne von den Gemeinden weiter- beschäftigt – also ohne Unterstützung durch den Innovationsfonds, weil diese sich ein Gemeindeleben ohne ihre ­Arbeit nicht mehr vorstellen mögen.


Wie kann in den Gemeinden ein neues gemeinsames Liedgut aufgebaut werden?

Entscheidend scheint mir hier die Beschränkung auf ein «Kernrepertoire» von bewährten, allgemein akzeptierten modernen Kirchenliedern, das die Sammlung des Reformierten Gesangbuchs ergänzt. Das Projekt unserer Spurgruppe Repertoire zielt genau da­rauf ab: dass über die Jahre ein überschaubarer Fundus moderner Kirchenlieder entsteht, der – auch über die Gemeindegrenzen hinaus – bekannt ist und gerne gesungen wird. Zum diesjährigen Kantonalen Singtag am 28. Oktober 2012 werden wir ein kleines Liederbuch präsentieren und an die Gemeinden verteilen lassen, das diesen Ansatz weiter in den Gemeinden verankern soll: Gott sei Dank – die St.Galler Singtaglieder 2009–2012 entfalten dann ihren grössten Wert, wenn sie uns «nachlaufen» und in den Alltag hinein begleiten. interview: as

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