der Evangelisch-Reformierten Kirche des Kantons St.Gallen |
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Ausgabe 05/2013 Diese Ausgabe als PDF |
StimmVolk An Orten des Lebens aus Freude singenMit eingängigen Liedern und ohne Konzertdruck will ein Projekt zum gemeinsamen Singen ermuntern, öffentliche Räume beleben und Brü̈cken schlagen. Im Programm der Offenen Kirche in St.Gallen findet man ein unscheinbares Angebot, genannt «StimmVolk». Monatlich an einem Mittwoch findet es statt. «Singend Brücken bauen. Lieder aus der Schweiz und andern Kulturen singen», wird der Anlass umschreiben. Ohne Eintritt, nur mit Kollekte.
Leidenschaftlich singenWer dort reinschaut, findet eine Schar von 20 Menschen jeden Alters, die sich im Kreis einfinden und gleich loslegen mit leidenschaftlichem Singen. Simone Gantner, ursprünglich aus Bütschwil, führt die Gruppe an, pflegt das Repertoire und bringt immer wieder auch ein neues Lied in die Gruppe, das schon nach wenig üben gut tönt. «Es fliesst einfach. Eine gute Energie herrscht da», sagt Roger Käppeli, Simone Gantners Lebenspartner und leidenschaftlicher Sänger. Schweizer Liedgut gehört dazu, aber nicht nur: «Wir singen Volkslieder aus allen Kulturen, aus Afrika, aus dem keltischen Norden, aus Indien oder von indigenen Kulturen – und kehren immer wieder in die Schweiz zurück, sagt Roger Käppeli zur Auswahl der Lieder. Wie aber kommen all diese Leute dazu, sich monatlich aus Lust am Singen zu treffen? – Nun, hinter dem Titel StimmVolk steht eine grössere Volksbewegung, die auf eine Erfolgsgeschichte zurückschauen kann. Und wie so oft stehen hinter solchen Erfolgsgeschichten Personen, im Fall von StimmVolk Karin Jana Beck und Matthias Gerber aus Winterthur. Sie waren seit Jahren mit Folkmusik und Liedern aus aller Welt unterwegs und gaben dann die Grundideen für das Projekt StimmVolk.
Start einer BewegungWie auf der Website www.stimmvolk.ch zu erfahren ist, hatten die beiden öfters die Erfahrung gemacht, dass das Singen auf der Strasse Menschen berührt, z.B. wenn der Folkchor Winterthur nach einer Probe noch einige Lieder an einem akustisch guten Ort in der Stadt sang und sich Begegnungen mit Passanten ergaben, diese gar einstimmten oder – wie einmal – eine Türkin noch einen Tanz mit der ganzen Gruppe machte. Die Mischung von Schweizer und ausländischen Liedern zeigte dabei besondere Wirkung. Weitere spannende Singerfahrungen gab es aus dem Hintergrund, dass Jana Beck und Matthias Gerber den Impuls hatten, die Kraft des Singens auch in gesellschaftspolitischem Engagement zu leben. So sangen sie 2003 anlässlich der massiven Ozongrenzwertüberschreitungen für saubere Luft oder 2006 für die Erhaltung der Naturlandschaft Wiesenauen in Basel-Stadt. Im Frühling 2008 wuchs der Wunsch, das lange gehegte Singprojekt in einem Team zu starten. Bald tauchte der Name «StimmVolk» auf. Im Sommer desselben Jahres bildete sich in Winterthur ein Kernteam, es fand ein erstes Sing- und Austauschtreffen statt und im Januar 2009 folgte dann die Vereinsgründung. Bald gab es Singgruppen an verschiedenen Orten der Schweiz, so auch im Toggenburg (zuerst in Lichtensteig, jetzt in Degersheim) und in St.Gallen.
Singen im öffentlichen RaumNach Matthias Gerber geht es bei StimmVolk nicht primär darum, leistungsorientiert auf ein Konzert hin zu ü̈ben. Im Vordergrund stehen die Freude am Singen, das Gemeinschaftliche und das Eintreten fü̈r ein Anliegen. Und man wolle das Singen in den Alltag zurü̈ckbringen, schliesslich hätten auch frühe Kulturen nicht primär auf Bühnen gesungen, sondern draussen, stets verbunden mit Ereignissen des Lebens. Ein Höhepunkt in der jungen Bewegung war ein Gross-Friedenssingen in der Berner Heiliggeistkirche mit etwa 750 Personen, dann auf dem Münsterplatz mit gegen 1000 Singenden. Auch die von Simone Gantner geleitete St.Galler Gruppe singt hin und wieder an Orten, wo Menschen für ein Anliegen einstehen, so z.B. am Ostermarsch 2011, bei dem die Rorschacher Industriegeschichte thematisiert wurde. Am Sozial- und Umweltforum in St.Gallen bietet Simone Gantner jeweils einen Workshop an, bei dem nur gesungen wird. Denn Singen öffnet die Herzen und verbindet Menschen über Kulturen hinweg, ist sie überzeugt. Andreas Schwendener
Degersheim, Ökodorf Sennrüti: 18.6., 20 Uhr St.Gallen, Offene Kirche: 27.6.,19.30 Uhr |
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