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 Ausgabe 05/2013 
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«Beim Singen stimmt's buchstäblich»

Warum singen Sie persönlich gerne, Herr Nipp?

Singen ist ein intensives Erlebnis, körperlich und geistig. Wenn ich singe, entsteht ein Kraftfluss, ­eine Schwingung und ein Einklang, der begeistern kann. Man könnte es mit einem Wortspiel so sagen: Da stimmt dann einfach alles, buchstäblich. Für mich ist die Verbindung von etwas Geistigem, von einer Vorstellung mit dem Körperlichen, dem Technischen des Singens, sehr faszinierend. Die Schwingungen erzeugen eine Resonanz im Körper, sodass man selbst zum Instrument wird.

Warum werben Sie für das Singen?

Einfach, weil Singen guttut. Es befreit vom Alltag. Da beschäftigt man sich mal nicht mit Problemen. Man kann sich im Singen gut ausdrücken und das hat eine wohltuende körperliche Seite, das Atmen, die Bewegung der Bauchdecke. Vor allem aber: Zum Singen braucht es keinen grossen Aufwand. Man kann eigentlich gleich loslegen. Und wer sich nicht ganz sicher ist beim Singen, der kann sich leicht Tipps und Anregungen holen, am besten bei einem Gesangslehrer oder in einem Chor.


Die Standardausrede lautet doch immer noch: Ich kann nicht singen.

Ja, das ist so . Aber es ist in den allermeisten ­Fällen tatsächlich eine Ausrede. Wenn man dem nachgeht, so war da in der Vergangenheit oft eine Autoritätsperson, die einem als Kind gesagt hat: Du kannst das nicht. Statt das Kind zu motivieren. Aber diese Blockade lässt sich lösen. Es braucht Geduld und ein wenig Technik. Dann kann wirklich fast jeder singen. Und zwar gut.


Worauf sollte man denn schon bei Kindern achten?

Selbstverständlich ist eine motivierende, bestärkende Atmosphäre wichtig. Gut ist es zudem, mit einfachen Liedern zu starten, nicht zu überfordern und vor allem erst mal geduldig vorzusingen.


Wie kann man denn die eigene Sangeslust fördern?

Wichtig ist ein begeisterndes Umfeld, etwa eine anregende Chorprobe, bei der auch mal was Anspruchsvolleres auf dem Programm stehen darf. Das fordert heraus. Der Chorleiter und der Vorsänger sollen natürlich auch eine gewisse Begeisterung ausstrahlen. Dann springt der Funke über.


Bringen Formate wie «Musicstar» mehr Sangeslust?

Da habe ich meine Zweifel. Natürlich ist es gut, wenn dadurch das Singen in Mode kommt. Aber diese Castings sind doch eine Kunstwelt und erzeugen einen Druck, der der Singfreude nicht unbedingt guttut. Ich weiss, dass es Eltern gibt, die ihr Kind in die Singausbildung schicken und fordern, dass es in einem halben Jahr eine Chance zum Superstar hat. Das ist mir aber noch nicht passiert. Zum Glück. interview: rm

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