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 Ausgabe 05/2013 
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Prophetin Mirjam

Auch Mirjam, die Schwester von ­Moses und Aaron, spielt gemäss den biblischen Geschichten beim Auszug der ­Israeliten aus Ägypten eine wichtige Rolle. Die Herkunft des Namens ist ­um­stritten. Lateinisch wird er zu Maria.

Als in Ägypten die männlichen Nachkommen der Israeliten getötet werden sollten, wird Moses in einem Körbchen im Nil ausgesetzt. Es ist Mirjam, seine Schwester, die aus einem Versteck beobachtet, wie Moses von der Tochter des Pharaos gefunden wird und seine Mutter als Amme vorschlägt (Ex. 2, 1–10).


Mirjam singt und tanzt

Beim Auszug der Israeliten aus Ägypten führt Mirjam nach der Durchquerung des Schilfmeers den Freudentanz und den Gesang der Frauen an (Ex. 15, 20). Dabei wird sie als Prophetin bezeichnet, denn das frühe Prophetentum zeichnet sich durch ekstatisches Singen und Tanzen aus. Mirjam wird meist mit einer Handpauke oder einer Art Tamburin dargestellt. Sie konnte mit ihrem Lob der Macht Gottes die andern Frauen zum Singen und Tanzen begeistern.


Geschwisterstreit um Prophetie

Über den Wert und die Bedeutung dieser Art Prophetie waren sich die Autoren der Bibel nicht immer einig. Während Moses, Aaron und Mirjam einmal in einem Satz als jene erwähnt werden, die das Volk Israel in die Freiheit geleitet haben (Micha 6, 4), findet sich andernorts (4. Mose, 12) eine klare Zurücksetzung Mirjams und Aarons. Gegen Ende der Wüstenwanderung hätten Mirjam und Aaron den Führungsanspruch von Moses infrage gestellt. Sie meinten, Gott habe nicht nur mit Moses, sondern auch mit ihnen geredet. Gott selber spricht dann das Urteil, dass er mit gewöhnlichen Propheten in ­Visionen und Träumen rede, aber mit Moses von Mund zu Mund, nicht in ­Gesichten und Rätseln. Für das Aufbegehren wird Mirjam von Gott während sieben Tagen mit Aussatz bestraft. as


Ich heisse Mirjam …


Mirjam Meier, Wittenbach

Ich wurde vor bald 69 Jahren auf den Namen Mirjam getauft. In unserem Dorf war ich die Einzige mit diesem Vornamen und ich hätte während meiner Schulzeit viel lieber Vreni, Heidi oder Käthi geheissen. Mein Name war so gut wie unbekannt und ich bin auch erst mit 18 Jahren im Spital von Montreux zum ersten Mal einem Mädchen mit gleichem Namen begegnet. Natürlich habe ich meine Eltern gefragt, weshalb sie für mich diesen Namen ausgesucht haben und sie erzählten mir dann von Mirjam, der Schwester von Moses. Erst viel später begann ich, mich näher mit meinem Vornamen auseinanderzusetzen. Als ich dann dahinter-kam, dass all diese Marias in der Bibel eigentlich auf Hebräisch Mirjam hiessen, habe ich mich mit meinem Namen ausgesöhnt, ja, ich bin stolz darauf, zu heissen wie die Mutter von Jesus und all die anderen Frauen dieses Namens in der Bibel, wie Mirjam von Magdala oder Mirjam von Bethanien.


Mirjam Egli, Weinfelden,Mirjam Dänzer, Rorschach

Als ich letztens bei meinen Eltern zum Abendessen war, drückte mir meine Mutter den Kirchenboten in die Hand und animierte mich, etwas über meinen Namen zu schreiben.

Wie der Zufall es wollte, traf ich mich kurz darauf mit einer alten Schulfreundin, die ebenfalls Mirjam heisst. Wir hatten uns einige Jahre nicht gesehen und es gab viel zu plaudern. Und wir haben bis heute nicht nur den Namen gemeinsam. Unabhängig voneinander haben wir beide unsere Wohnungen so eingerichtet, dass jeder Raum eine andere Farbe besitzt. Und unsere Ohrringe müssen farblich immer zu den Kleidern passen.

Und was haben wir mit Mirjam aus der Bibel gemeinsam? Mirjam ist Moses ältere Schwester. Nach der gelungenen Flucht aus Ägypten und der Durchquerung des roten Meers nahm sie ihr Tamburin hervor, tanzte und sang vor Freude und dankte dem Herrn. Auch wir beide sind musikalisch, Mirjam Dänzer singt für ihre Schüler an der Abschlussfeier ein Solo und ich singe in einem Gospelchor und tanze leidenschaftlich gerne. Mirjam – voll Farbe und Lebensfreude – so sind wir.


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