Mai 2013Frühere AusgabenVeranstaltungenKirchgemeindenLinksAbonnementeRedaktionBilderSuche
 
 Ausgabe 05/2013 
Diese Ausgabe als PDF

 

Biblische Gestalten: Die Ausländerin Ruth

Wer wieder einmal in der Bibel lesen will, ohne dabei irritiert oder ermüdet zu werden, dem sei das Buch Ruth mit nur vier Kapiteln empfohlen.

Die Novelle gibt in bilderreicher Sprache Einblick in den orientalischen Alltag vor 3000 Jahren. Ort der Handlung ist Bethlehem, das kürzlich als erster Ort auf Palästinensergebiet in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.  Denn in Bethlehem findet sich die Geburtskirche Jesu. Jesus gilt als Nachfahre des in Bethlehem gesalbten Königs David, dessen Urgrossmutter die Moabiterin Ruth war – wie das auch im Stammbaum Jesu am Beginn des Neuen Testaments vermerkt wird.

Zur Handlung des Buches: Wegen ­einer Hungersnot fliehen Naemi und Elimelech mit ihren Söhnen aus Bethlehem nach Moab, wo die beiden Söhne heiraten. Zehn Jahre später sterben die Söhne wie auch Elimelech, sodass Naemi an eine Heimkehr denkt. Die beiden Schwiegertöchter Orpa und Ruth begleiten sie, dann aber fordert Naemi die beiden auf, zu ihren Familien zurückzugehen. Orpa geht, Ruth hingegen spricht zu Naemi die berühmten Worte: «Wo du hingehst, da will auch ich hingehen, und wo du bleibst, da bleibe auch ich; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.»


Die Nachkommenschaft sichern

Naemi kehrt heim, ohne Ehemann, ohne die Söhne – aber mit der Ausländerin Ruth, für die sie mit viel Geschick und Kenntnis eine Ehe einfädelt: mit Boas, einem Verwandten ihres verstorbenen Ehemanns. Es gilt für Ruth, die Liebe dieses Mannes zu finden, indem sie sich beim Ährenlesen auf dem Feld zuerst als tüchtige Arbeiterin zeigt, dann aber auch als mutige Verführerin. Auf Anraten ihrer Schwiegermutter schleicht sie, frisch gewaschen und gesalbt, um Mitternacht zur Tenne, wo Boas «gegessen und getrunken hatte und guter Dinge war … und sich schlafen legte».

Wie die Geschichte weiterging, ist im Buch Ruth nachzulesen. Da waren noch einige Umstände zu klären, bevor Ruth der leidgeprüften Naemi mit der Geburt des Obed Nachkommen verschaffte. «Obed zeugte Isai. Isai zeugte David.» So endet das Buch Ruth. as



Ich heisse Ruth …


Ruth Müller, Wattwil

Dass ich Ruth heisse, ist Zufall. Ich war das erstgeborene Mädchen von Zwillingen. Für meine nachkommende Schwester war noch kein Name vorhanden, da sie quasi als Zugabe geboren wurde, eine grosse Überraschung! Mein Name gefällt mir, er ist nicht sehr häufig und biblischen Ursprungs. Ruth in der Bibel durfte auf fremdem Feld Ähren auflesen für das tägliche Brot. Sie war sehr um ihre Schwiegermutter besorgt. Ich erinnere mich, dass ich mit den Grosseltern auf dem Feld war und sie das Korn zu Garben bündelten. Wenn ich die Geschichte im «Buch Ruth» lese, taucht immer dieses Bild von damals auf. Etwa im Jahr 1946.


Ruth Limacher, St.Gallen

Zuerst war ich Ruthli , aber bald hat mir das nicht mehr gefallen. Seither bin ich zufrieden mit meinem Namen, auch wenn ich manchmal ­lieber einen wohlklingenden wie Sarah oder Rahel gehabt hätte. Vor allem in der englischen Sprache – ich lebte als Au-pair in England – klingt Ruth nicht so schön. Ich weiss, dass meine Eltern mir einen kurzen Namen geben wollten, den man nicht abkürzen kann. Wie ich gab auch meine Mutter Sonntagschule. Die Geschichte der mutigen Ruth wird sie beeindruckt haben. In der Tat ist mir diese Ruth ein Vorbild, sich auf Neues einzulassen.


Ruth Frehner, St.Gallen

Er sollte Daniel heissen. Aber dann musste man umdenken, das war noch vor der ­Ultraschallzeit. Aus XY-Daniel wurde XX-Ruth. Es hätte nicht schlimmer kommen können, phonetisch gesehen: «Rup-frehner». Ich empfand das immer als scheusslich, grob und unlieblich, dieses Rupf im Namen. Vor Jahren schrieb Altbundes­-rätin Ruth Dreifuss (phontisch auch zweifelhaft!), der hebräische Name Rut bedeute «Freundin des Volkes». Das gefiel mir und ich konnte mich neu erfinden. Mein voller Name lautet Ruth Felicina Frehner – Ruth, die glückliche Freundin des Volkes ...

Bücher

Spiritualität im Diskurs

Spiritualität liegt im Trend. Weit über den kirchlichen Sprachgebrauch hinaus hat sich die Rede von Spiritualität auf dem Beratungsmarkt, in der Medizin und selbst in der Firmensprache etabliert. In den letzten Jahren fand das Phänomen auch in der universitären Forschung vertiefte Aufmerksamkeit.

 >>>mehr

Glauben an einen Gott, den es nicht gibt

Klaas Hendrikse legt dar, warum er glaubt, dass Gott sich in Beziehungen ereignet und dass «glauben» mehr mit dem Leben als mit Religion zu tun hat.

 >>>mehr

Kunst

Kunst in der Kirche St.Mangen

In der St.Galler Kirche St.Mangen hängt bis zum 17. Mai eine Brot-Leiter.

 >>>mehr

Schreiben Sie uns

Glaubensfragen?
Hier erhalten Sie Antwort. Lesen Sie auch, was andere gefragt haben. >>>mehr

Leserbriefe
Sagen Sie uns Ihre Meinung! >>>mehr


Zur Homepage der
Evangelisch-Reformierten
Kirche des Kantons St. Gallen