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 Ausgabe 05/2013 
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Auf der Suche nach einer Heimat …

Zum Monatsporträt Kibo 7-8/2012, Seite 15

Um es gleich vorwegzunehmen: Dieser Artikel hat mich ziemlich geschockt. Diese zwei jungen Männer als Beispiele für Flüchtlinge darzustellen, ist meines Erachtens sehr bedenklich. Diese beiden verdienen den Status «Flüchtling» in keiner Weise. Mahdi ­Rezai aus Afghanistan ist nichts anderes als ein Feigling. Dem würde ich gerne Folgendes sagen: ­«Hätten sich unsere Vorfahren, die für Freiheit und Vaterland gekämpft haben und dabei ihr Leben vorbehaltlos eingesetzt haben, so verhalten wie er, ­gäbe es heute die Schweiz gar nicht. Wir wären aufgeteilt in den EU-Dschungel und von Freiheit könnte keine Rede sein.» Also soll der junge, ­gesunde und kräftige Mann gefälligst zurück nach Afghanistan und dort für seine Sache kämpfen und nicht unser viel zu larges Asylwesen ausnützen.

Zu Mamadou Kane: Dem glaube ich kein Wort. ­Diese Geschichte mit der Familienfehde wegen ­einer Liebesgeschichte stinkt zum Himmel. Dass er lieber arbeiten würde als Sozialhilfe zu beziehen, nehme ich ihm auch nicht ab. Wenn er schon so viel Berufs­erfahrung und ein Studium im Hotelfach hat (als 25-Jähriger!), müsste er sofort zurück in seine Heimat und dort ein Hotel eröffnen oder sich mindestens dort in einem Hotel als Direktor bewerben.

Wenn man die Dinge näher betrachtet, bekommt man ein ganz anderes Bild über die beiden, als wenn man kritiklos alles hinnimmt, was die ­erzählen. Diese zwei jungen Männer verdienen ­keinesfalls den Flüchtlingsstatus und haben kein Anrecht auf Asylgewährung. Sofortige Wegweisung ist die einzig richtige Massnahme. Dies nicht zuletzt auch im Interesse der echten Flüchtlinge, die es ja wirklich auch gibt. Zwar ist das eine sehr kleine Minderheit, aber die soll geschützt werden.

Werner Künzle, Goldach


Die Schule für Asylbewerber

Die Interviews mit den beiden Asylsuchenden im Kirchenboten habe ich mit Interesse gelesen. Mich ärgert aber die Aussage von Mamadou, die Integra sei «keine richtige Schule». Dabei hat er selber dort für einige Zeit Französisch unterrichtet. Was meinte er wohl mit der Aussage? Etwa, dass er wie alle anderen Lehrpersonen keinen Lohn erhielt? Oder vergleicht er die Integra mit der Gewerbeschule, die sein Freund aus Afghanistan besuchen darf? – Die Integra füllt eine wichtige Lücke. Denn Flüchtlinge, die erst die Bewilligung N haben, und dieser Zustand dauert oft zwei bis drei Jahre, können in den Gemeinden, wo sie untergebracht sind, in der Regel keine Schule besuchen. Arbeiten dürften sie zwar theoretisch, aber praktisch ist das fast nie möglich. Übrigens sind die Lehrkräfte an der Integra in der Mehrheit erfahrene und tüchtige pensionierte Lehrer oder Lehrerinnen oder Sozialarbeiterinnen. Es wäre schade, wenn durch dieses Interview Vorurteile in der Bevölkerung gegen die Integra zementiert würden.    

Marianne Jehle, St.Gallen


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