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 Ausgabe 05/2013 
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Magdalena, die Maria aus Magdala

Maria Magdalena stand Jesus sehr ­nahe, nicht nur als Jüngerin. Sie war bei den Frauen unter dem Kreuz und sie gilt als erste Zeugin der Auferstehung.

Maria Magdalena hat ihren Namen von ihrem Herkunftsort Magdala, einem Städtchen am See Genezareth. Dass ihre Herkunft nicht nach dem Ehemann oder dem Vater, sondern einer Ortschaft bezeichnet wird, deutet drauf hin, dass sie selbstständig und ohne Familie lebte.

Maria Magdalena wird zuerst im Lukasevangelium erwähnt. Wie Jesus sein Evangelium vom Reich Gottes verkündet, sind nicht nur die zwölf Jünger mit ihm unterwegs, sondern «auch einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren …» (Luk. 8, 2) 


«… denn sie hat viel geliebt»

Viel wurde spekuliert, was es mit diesen sieben Dämonen auf sich hat. Die alte Kirche hat Maria Magdalena mit der «Sünderin» identifiziert, von der Lukas kurz davor berichtet. Jesus ist zu einem Mahl im Hause des Pharisäers Simon eingeladen. Da kommt eine Frau, die in der Stadt als Sünderin bekannt ist. Man muss annehmen, dass ihre Männerbeziehungen nicht den Normen entsprochen haben. Diese Frau benetzt mit ihren Tränen Jesu Füsse, trocknet sie mit ihren Haaren, küsst und salbt sie. Der Pharisäer wundert sich, dass Jesus die Frau nicht verurteilt, sondern ihr vergibt und sie lobt als eine, die viel geliebt hat.

In den Parallelgeschichten bei Markus und Matthäus ist es eine namenlose Frau in Betanien, die Jesus mit kostbarem Nardenöl das Haupt salbt und dafür allzeit erinnert werden soll. Bei Johannes ist diese Frau Maria, die Schwester der Marta und des Lazarus. Die Gleichsetzung dieser Frauen wurde schon von Origenes (184–254) angezweifelt. Doch in der Legendentradition, in der Kunstgeschichte und bis zu modernen Romanen ist Maria Magdalena die Frau mit der «sündigen» Vergangenheit, die aber nachher umso intimer mit Jesus verbunden ist.

Alle vier Evangelien erwähnen Maria Magdalena als erste Zeugin der Auferstehung. Sie will am Ostermorgen den Leichnam Jesus salben. Im leeren Grab erfährt sie von zwei Engeln die frohe Botschaft. Gemäss Johannesevangelium begegnet sie Jesus persönlich und erkennt ihn, wie er sie bei ihrem Namen «Maria!» anspricht. Sie sagt zu ihm Rabbuni, «Meister». as


Ich heisse Magdalena …


Magdalena Graf-Rüegg, St.Gallen

In einem Pfarrhaus bin ich aufgewachsen. Meine Eltern suchten sorgfältig nach einem biblischen Namen. So bekam ich dann meinen Namen Magdalena. Mein Vater erklärte ihn mir später. Es sei Maria Magdalena gemeint, die Maria aus der Stadt Magdala am See Genezareth. Nach biblischen Berichten war sie die Frau, die zu den treusten Jüngerinnen Jesu gehörte. Sie war eine der Frauen, die beim Kreuz Jesu standen. Am Ostermorgen kam sie mit andern Frauen zum Grab und erlebte eine Erscheinung des Auferstandenen. Der klangvolle Name hat eine tiefe Bedeutung, er ist mir lieb und gefällt mir sehr. Als Schulkind bedauerte ich, dass ich rings um mich her keine «Namensschwester» fand. Auch musste ich einige unschöne Abkürzungen hören, die mir nicht gefielen, ausser derjenigen meiner Eltern: «Lenchen». – Älter geworden freute ich mich und freue mich immer noch über diesen schönen, bedeutungsvollen Namen, auch darüber, dass eine meiner Enkelinnen Magdalena heisst und so den Namen weiterträgt.

www.magdalenagraf.ch   

Magdalena Brändle, Alt St. Johann

Schon während der Schulzeit begann man mich Magda zu nennen: Ich fand das in Ordnung und habe mich ganz an diesen Rufnamen gewöhnt. Als meine Mutter das einmal hörte, war sie entsetzt. Sie habe mir ­einen so schönen Namen ­gegeben. An Magda konnte sie sich nicht gewöhnen. Mir selber wurde erst aufs Alter hin bewusst, dass Magdalena ein schöner Name ist. 1964 bei meinem Welschlandjahr nannte ich mich jeweils Madlene, ein eleganter Name. Auch bei einem Besuch in Guatemala habe ich mich als Magdalena vorgestellt. Aber hier daheim will ich jetzt nicht mehr umstellen. Ich bin Magda. Nur wenn die Leute Marta verstehen, korrigiere ich sie und sage: Magdalena.

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