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 Ausgabe 05/2013 
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«Evangelisches Gemeindeblatt St.Gallen» St.Gallen Zentrum ab 1925

Evangelisches Gemeindeblatt St.Gallen. [S.l.] : [s.n.]. ; 28 cm. [000044006]
A KB (Vadiana). Magazin. Signatur: VSS Q 70 Jg 1(1925) - Jg 27(1951).

2 Bände: (1) - 1925-1934 (Jahrgang 1-10)
             (2) - 1935-1944 (Jahrgang 11-20)

Druck der Buchdruckerei H. Tschudy & Co., Burggraben 4, St. Gallen.


Das Titelbild zeigt bis und mit 1930 in der Mitte die als “Wort Jesu Christi” gekennzeichnete Schrift, die Bibel. Darüber befindet sich eine strahlende Lampe, im Hintergrund die Kirchen in St.Gallens Zentrum; St.Laurenzen, St.Leonhard und St.Mangen. Die vierte Kirche im Zentrum ist Linsebühl, deren Turm etwas kleiner im Hintergrund zu erkennen ist. Die Lampe erleuchtet die Silhouette der Stadt St.Gallen mit ihren aus den dunklen Gassen in den erhellten Himmel aufragenden Kirchtürmen.
Links steht das Porträt von Joachim Vadian mit den Lebensdaten 1884-1551, rechts dasjenige seines Freundes Johannes Kessler, 1502-1574.
1931 kam es zu einem neuen nüchternen Titelkopf ohne die alte Symbolik: “EVANGELISCHES GEMEINDEBLATT ST.GALLEN” steht gross über der römischen Angabe des Jahrgangs, dem Monat des Jahres und der betreffenden Nummer. Auch die Schrifttype wurde gewechselt; man machte die gotischen Buchstaben zu einer Angelegenheit der Vergangenheit und modernisierte so das graphische Erscheinungsbild. Die leichte Vergrösserung der Schriftgrösse wurde durch eine um einen Zentimeter höhere Seite ausgeglichen, womit man in Richtung A4-Format gerückt war.

Redaktoren «Evangelisches Gemeindeblatt St.Gallen»
Von 1929-1938 Jakobus Weidenmann (1886-1964)
Ab 1938 Hans Martin Stückelberger (1904-1981)


Zur Kirchgemeinde St.Gallen C

>>> http://www.ref.ch/sgc/

Bereits 1524 hat St.Gallen durch das Wirken Vadians und Johannes Kesslers als zweite Stadt auf dem Gebiet der heutigen Schweiz die Reformation angenommen. Die beiden Predigtstationen waren St.Laurenzen und St.Mangen.
Das reformierte St.Gallen formierte sich um die vier Kirchen St.Laurenzen, St.Mangen, Linsebühl und St.Leonhard. Diese Sakralbauten hatten alle mehr oder weniger ihre eigenen Pfarrer auszuweisen. Die Schaffung von einzelnen Gemeindekreisen, welche die Grundlage der heutigen Einteilung darstellen, wurde erst 1834 beschlossen.

Kirche St.Laurenzen

Im Zentrum von St.Gallen, unweit des Klosterbezirkes mit seiner barocken Kathedrale und der weltbekannten Stiftsbibliothek, standen seit dem 9. Jahrhundert sechs Vorgängerbauten, aus denen die heutige Laurenzenkirche hervorgegangen ist. Der spätgotische Bau wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erneuert. Von 1966 bis 1979 erfolgte eine intensive Aussen- und Innenrestaurierung.
Die Stadt St.Gallen hatte sich 1524 für die Reformation entschieden. Fortan durfte in St.Laurenzen nur noch auf biblischer Grundlage gepredigt werden. Am Ostersonntag 1527 wurde hier erstmals so Abendmahl gefeiert, wie es seit zwei Jahren in Zürich üblich war, und Vadianus, der Bürgermeister und Reformator der Stadt, empfing als erster Brot und Wein.

Kirche St.Mangen

Das älteste bestehende Gotteshaus in St.Gallen ist die Kirche St.Mangen. Die erste, zu Ehren des heiligen Magnus, eines ehemaligen Mönchs des Gallusklosters, errichtete Anlage wurde um 890 angefertigt. Als Grundbestand der heutigen Kirche diente ein vergrösserter romanischer Bau, der um 1100 entstanden war. Der Turm stammt aus den Jahren 1505-1508. Das Hauptschiff wurde 1657 nach Westen verlängert, aber anlässlich der Innenrennovation von 1946/47 wieder rückgängig gemacht. Von 1979-1982 wurde das Äussere so renoviert, dass man die mannigfaltige Geschichte von der romanischen bis zur klassizistischen Zeit gut erkennen kann.
Hinter der Kirche St.Mangen wurde 19.. ein Kirchgemeindehaus errichtet.

Kirche St.Leonhard

Die Kirche St.Leonhard ist auf dem Boden eines Frauenklosters mit dazugehöriger kleiner Kirche erwachsen. Erbaut wurde sie von 1885-1887 im neugotischen Stil nach Entwürfen des Berliner Architekten Johann Vollmer und unter der Leitung des St.Gallers Ferdinand Wachter. Sie diente als Kirche für die Protestanten im Osten der Stadt.
Die Kirche St.Leonhard wurde im Zuge einer Neueinteilung der Kirchkreise Anfang 1995 geschlossen und 1999 als «City-Kirche» mit ökumenischer Trägerschaft wieder geöffnet. Der Verein «Offene Kirche St.Leonhard» führt in der Kirche dank vielseitiger Unterstützung religiöse, kulturelle und soziale Veranstaltungen durch. Im Mai 2005 entschied die Kirchgemeindeversammlung, die Kirche an einen Winterthurer Architekten zu verkaufen. Der Verein «Offene Kirche St.Leonhard» kann die Kirche weiterhin nutzen. Etwa für das Jahr 2007 ist ein Umzug in die Kirche St.Mangen vorgesehen.

Kirche Linsebühl

Bereits 1225 entstand im Linsebühl eine Kapelle für die sogenannten «Siechen» oder Aussätzigen. 1460 wurde eine Kirche erbaut. 1575 entstand das sogenannte «Prestenhaus», für Patienten mit langwierigen oder unheilbaren Krankheiten sowie für Geisteskranke. 1897 wurde die heutige Linsebühlkirche erbaut. 1941 purifizierte man das Gotteshaus. Die malerische Innenausstattung, Stukaturen, Eisenleuchter und Schnitzwerke wurden alle zerstört. Nach einer dreijährigen Renovationszeit, welche die Kirche wieder in den ursprünglichen Zustand im Stil der Neurenaissance zurückversetzte, wurde sie 1992 wieder dem Gebrauch übergeben.

Kirche St.Georgen

Ein eigenes Kirchquartier besteht in St.Georgen erst seit 1951. Vorher gehörten die St.Georger Protestanten zum Kreis Linsebühl. Das nach den Plänen von Heinrich Riek erbaute Kirchgemeindehaus konnte schon 1947 in Dienst genommen werden.

Kirche Riethüsli-Hofstetten

Westlich der Teufenerstrasse und der Bahnlinie liegt der Kirchkreis Riethüsli-Hofstetten. Die Reformierten von Riethüsli-Hofstetten votierten 1984 für den Anschluss an die Kirchgemeinde St.Gallen C. Bereits 1981 war das von Ernest Brantschen entworfene kirchliche Zentrum Hofstetten eingeweiht worden.


Die Pfarrer von St.Gallen C:


St.Laurenzen
1905-1928 Schulz, Friedrich Wilhelm (1861-1928)      (F.Sch.)
1928-1958 Gut, Hans Rudolf (1893-1962)              (H.G.)

St.Mangen
1922-1947 Rotach, Robert (1881-1960)             (R.R.)
1947-1964 Lendi-Wolff, Christian (1899-1979)         (C.L.)

Linsebühl
1905-1935 Rothenberger, Albert (1867-1950)
          1912-1935 gleichzeitig als Dekan
1905-1928 Bührer, Georg (1862-1960)      (G.B. ev. auch B. ?)
1928-1953 Weidenmann, Jakobus (1886-1964) (J.W.)
1936-1951 Ganz, Johann Friedrich (bzw. "Fritz" Ganz)

St.Georgen
1951-1961 Ganz, Johann Friedrich (1897-1999)

St.Leonhard
1905-1927 Gustav Adolf Schelling (1862-1934)
1927-1937 Fritz Born als Vikar
1938-     Georg Bührer (1862-1960)

1891-1924 Hauri, Nathanael (1857-1935)
1924-1935 Hoch, Walter (1886-1954)
1936-1956 Stückelberger, Hans Martin (1904-1981)  (H.M.St.)

Französische Kirche
1910-1924 Herminjard, Louis
1925-1937 De Pury, Albert
1937-1947 Sauty, Roger
1948-1956 Peister, Jean Jacques

Der kantonale Kirchenbote ist 1952 aus den regionalen Kirchenboten hervorgegangen. Diese Vorgängerblätter aus den Bezirken St.Gallen, Toggenburg und Rheintal sind gegenwärtig online nur teilweise zugänglich. Die Ausgaben sind in der Kantonsbibliothek Vadiana einsehbar. Der Kirchenbote besitzt keine eigenen Exemplare davon, ist aber interessiert, solche zu erhalten. Wer kann weiterhelfen? Melden Sie sich bei der Redaktion.