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Leben & Glauben

Interview mit dem Theologen und Erfolgstrainer Michael Mann zu unsern Wünschen für das Jahr 2017

Vom Erfolg hinter dem Erfolg

18.12.2016
Beim Scheitern geht es nicht einfach um zufälliges Unglück, sagt Michael Mann.

Kibo: Wir wünschen uns Erfolg für 2017 — Was ist für sie Erfolg? 

Michael Mann: Unser christliches Lernprogramm sagt klar, dass wir auf die Erde gekommen sind, um die göttliche Liebe zu lernen, wie sie Jesus vorgelebt hat. Das ist unser Potenzial. Leben wir egoistisch und zu lange auf die unwesentlichen Dinge fokussiert, sagt der liebe Gott: So gehts nicht weiter – und wir fahren unsern Karren an die Wand. Der Scherbenhaufen ist dann wie ein kleiner Tod, das Scheitern wie ein Bruder, der fragt: Wo willst du eigentlich hin im Leben, was hat Gott noch vor mit dir? 

Wie kannst du ein Mensch werden, der sich nicht über Karrieren, Haus oder Auto definiert. Gewisse äussere Erfolge müssen scheitern, damit wir ins Herz kommen, zu unserer Bestimmung und Berufung. Wir sollen bei den kleinen Erfolgen nicht stehenbleiben. Krisen laden ein zu einer gründlichen Entscheidungsfindung. Das griechische Wort Krisis heisst «Entscheiden». Entscheiden wir uns auch für den sinnstiftenden Erfolg.

Wie finden wir unsere Ziele und Entscheidung zum echten Erfolg? 

Triff Herzensentscheidungen, nicht Entscheidungen aus dem Kopf, nicht aus Angst und Kalkül. Der Kopf ist gut, um Herzensentscheidungen umzusetzen, aber die Grundentscheidungen sollten wir mit Christus im Herzen treffen: Was würde Christus machen? Was braucht meine Seele? – Natürlich soll die Entscheidung auch realistisch sein. Vielleicht muss ich meinen Brotjob nur reduzieren, um nebenher das zu finden, was meine Seele aufbaut. Ich erinnere an Jesu Frage: «Was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, und dabei Schaden zu nehmen an seiner Seele?» 

Was sagen sie Flüchtlingen oder den in Aleppo Eingeschlossenen? 

Das sind dann andere Dimensionen! – Wie beim persönlichen Scheitern könnte man bei der Frage stehenbleiben, warum Gott so etwas zulässt. Sobald wir aber das Mitgefühl mit diesen Menschen zulassen, merken wir, dass uns deren Scheitern und Leiden betrifft, dass wir damit etwas zu tun haben und daraus etwas lernen sollen. Fragen wir nach den Ursachen dieser Kriege, merken wir vielleicht, dass auch unsere Politik dahinter nicht nur sauber war. Aber es kann uns auch überfordern, zu erkennen, wer warum die Kriegsfäden zieht und warum Frieden, Gerechtigkeit und Erneuerung nicht über gewaltlose Wege kommen können. 

Was bleibt zu tun? 

Beim Scheitern in der Weltpolitik wie auch beim persönlichen Scheitern geht es nicht einfach um zufälliges Unglück. Mit unseren persönlichen Entscheidungen, Gebeten und Gedanken sind wir mitinvolviert. Glaube versetzt Berge, persönlich wie global. Ein Moment der Stille, ein Gebet für Frieden oder ein Freiwilligen-Engagement sind die Bausteine für den ganz grossen Erfolg. Haus, Partnerschaft oder ein guter Job sind Herzensziele für viele Menschen. Doch sie brauchen auch Frieden und Sicherheit. Daher erinnere ich in meinen Seminaren daran, sowohl für den
privaten Erfolg als auch für den globalen Erfolg unserer Menschheitsfamilie zu beten. 

 

Interview: Andreas Schwendener | Bild: Josef Felix Müller  – Kirchenbote SG, Januar 2017

 


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