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Leben & Glauben

Verzicht ist Zeichen der Zeit

27.01.2017

«Meine Jugendzeit in den Fünfziger- und Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts auf einem damals nur wenig mechanisierten Bauernhof war geprägt durch lange und strenge Arbeitstage. An den täglichen vier Mahlzeiten stellte die Mutter mindestens zweimal Fleisch auf den Tisch. Als Selbstversorger mit eigenem Gemüse aus zwei Gärten und ein bis zwei Hausschlachtungen pro Jahr war für eine gesunde und kräftige Ernährung für uns «Schwerarbeiter» bestens gesorgt. Die Vieh-Assekuranzversicherung diente dazu, dass Notschlachtungen in den Viehställen der örtlichen Bauern nicht zu finanziellen Desastern führten. Entsprechend ergänzte das jeweils pro Hof obligatorisch bezogene Rindfleisch zusätzlich den Speisezettel. Meine Eltern erlebten die Rationierung während des Zweiten Weltkriegs. Ab 1941 waren gar zwei fleischlose Tage pro Woche gesetzlich vorgeschrieben. Fleisch war rar und darum sehr begehrt, Rationierungsmarken für Zucker oder Schokolade wurden oft unter der Hand gegen diejenigen von Fleisch eingetauscht. Ein Teil unserer Dienstleistungsgesellschaft mit einem grossen Anteil an körperlich leichter Büroarbeit verzichtet nun auf Fleisch. Für mich ist dies ein Zeichen der Übersättigung, des Überflusses und Wohlstands. Bereits gehört es «zum guten Ton», sich fleischlos zu ernähren. Hoffentlich erleben wir nie mehr eine Zeit der Lebensmittelrationierung. Trotzdem nimmt es mich wunder, wie hoch dann der Prozentsatz der «Fleischverzichter» noch wäre.»


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Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


«Pilger»  | Artikel

Mit dem Lied «Mariam Matrem», vorgetragen vom «Pilgerprojektchor Inscriptum», erleben wir in diesem kurzen Trailer die «Pilger» des Künstler Johann Kralewski, wie sie in der Offenen Kirche St.Gallen auf das Graffiti «des offenen Himmels» von Stefan Tschirren blicken und sich in die Kirche St.Mangen bewegen - am 24.9.2021. Leitung des Projektchors: Walter Raschle. Clip: Andreas Schwendener

Umzug in die Kirche St. Mangen in voller Länge (38 Minuten).


«Back to the roots!» mit Zen-Meister Niklaus Brantschen  | Artikel

«Back to the roots», die Folge 24 von «Zauberklang der Dinge», verbindet die Refrains von zwei Liedern, die Peter Roth nach Gedichten von Dschallalu Din Rumi geschrieben hat. Beide giessen die tiefsten Einsichten aller Mystikerinnen und Mystiker, zu allen Zeiten, in poetische Worte und Bilder. In «This body is a rose» hören wir: Während Formen kommen und gehen, ist ihre Essenz unvergänglich, ewig! Und in «Don’t go away» sagt Rumi: Die ganze Schöpfung, alles fließt aus der gleichen Quelle – kehren wir zu ihr zurück – back to the root of the root! Barbara Balzan und Niklaus Brantschen – die junge Sängerin und der alte Zen-Meister, die Frau und der Mann – teilen ihre Gedanken zu diesen Liedern.


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