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Wirtschaft

Ökumenische Kampagne 2017: «Geld gewonnen, Land zerronnen»

Das Geschäft mit dem Landraub aufgeben

25.02.2017
Land Grabbing raubt vielerorts der Bevölkerung den fruchtbaren Boden. Fehlt das Land, fehlt das Brot. Hinter Land Grabbing stecken auch Schweizer Finanzinstitute. Sie sollen solche Geschäfte mit negativen Folgen für die Bevölkerung aufgeben. Das fordern die Entwicklungsorganisationen Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein in der ökumenischen Kampagne 2017.

Zehntausende Quadratkilometer fruchtbares Land und Wald wurden in den vergangenen Jahren in Asien und Afrika zu Monokulturen mit Ölpalmen umgewandelt. Ausländische Investoren oder inländische Eliten haben sich dieses Land gesichert. Sie wollen Palmöl ernten und als Rohstoff an die Nahrungsmittel- oder Kosmetikindustrie verkaufen. In Kalimantan, dem indonesischen Teil von Borneo, stecken auch Schweizer Banken hinter den Investitionen. Was den Interessen der Investoren dient, verletzt aber das Recht auf Nahrung vieler Menschen vor Ort. Den einheimischen Bauernfamilien fehlt der Boden, um Gemüse zu ernten oder der Wald, um als Jäger und Sammler ihre Ernährung zu
sichern. Werden Quellen privatisiert oder Bäche umgeleitet, mangelt es der Bevölkerung oft auch an Wasser oder dieses wird verschmutzt. Neue Arbeitsplätze entstehen nur wenige – und oft werden sie, wie in Kalimantan, an zugewanderte Arbeitskräfte zu tiefen Löhnen vergeben.   

«Die Vielfalt an Früchten, Medizinpflanzen, Holz und Tieren, die den Menschen zum Leben dient, geht verloren.»

Umwelt geschädigt

Bei Land Grabbing werden die Rechte der Menschen verletzt und die Umwelt zerstört: Wälder werden abgeholzt und fruchtbare Felder verschwinden. Die Vielfalt an Früchten, Medizinpflanzen, Holz und Tieren, die den Menschen zum Leben dient, geht verloren. Stattdessen entstehen Monokulturen, bei deren Bewirtschaftung viel Dünger, Pflanzen- und Insektengifte eingesetzt werden. Das verseucht Bäche und das Grundwasser. Mit dem Verlust des Landes als Nahrungsquelle und damit als eine nährende Wohnstatt geht oft auch die Beziehung zur Götterwelt verloren. Statt die Schöpfung langfristig zu bewahren, zerstört der Mensch sie. Zerbricht aber die Beziehung zwischen Mensch, Schöpfer und Schöpfung, wird das bebaubare Land, der fruchtbare Acker, zum unwirtlichen Land. Die Bibel nennt das unwirtliche Land gar Wüste, einen Ort, der keine Heimat bietet. Land selbstbestimmt zu nutzen und so die eigene Ernährung sicherzustellen, bedeutet für die Menschen auch, ein Leben in Würde führen zu können.

Gegen Geschäfte mit Land Grabbing

Land muss dem Leben dienen und nicht dem Profit, lautet die zentrale Aussage der Ökumenischen Kampagne 2017. Im Beispielland Indonesien sind aber zehntausende Quadratkilometer von Land Grabbing und Abholzung betroffen. Hinter der unheilvollen Entwicklung stecken die Gelder von in- und ausländischen Investoren. Aus der Schweiz etwa sind die Grossbank Credit Suisse, J. Safra Sarasin oder die Zürcher Kantonalbank beteiligt. 

Das Geschäft mit Land geht aber zulasten der ansässigen Bevölkerung. Darum fordern die kirchlichen Werke die Finanzinstitute auf, Land Grabbing nicht mehr zu finanzieren. Auch Pensionskassen sollen kein Geld in die gross­flächige Aneignung von Land mit gravierenden Folgen für die Menschen investieren.

 

Text: Urs Walter, Bfa | Foto: Brot für alle, François de Sury – Kirchenbote SG, März 2017

 


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