Logo
Kirche

Hier entstehen Erinnerungen

21.08.2017
Das Angebot von Lager- und Ferienwochen in den Thurgauer Kirchgemeinden ist vielfältig. Welcher Zweck steckt dahinter und wie profitieren die Teilnehmer konkret? Der Kirchenbote hat sich bei Leiterinnen und Leitern umgehört.

Wie viele Kinderlager sie in ihrem Leben geleitet hat, kann sie nicht mehr genau sagen. Unzählige müssen es gewesen sein. Karin Meyer hat vor 30 Jahren bei der Evangelischen Kirchgemeinde Frauenfeld mit dem Leiten angefangen. In diesem Sommer hat sie ihr letztes Lager organisiert: «Ich durfte Kindern das Evangelium weitergeben und selber von Kindern lernen, was Glauben heisst», antwortet sie auf die Frage nach ihrem Antrieb.

Viel «Action», keine Medien

Christliche Kinder- und Jugendlager ernteten rund um die Diskussion über die Jugend+Sport-Beiträge des Bundes Kritik (siehe August-Ausgabe). Zu wenig würden sie zur Entwicklung der Jugendlichen beitragen, vielmehr missionarisch wirken. Karin Meyer hält dagegen: «Die Lager sind eine Woche ‹Action› ohne mediale Welt. Die Kinder werden vor soziale Herausforderungen gestellt, die sie reifen lassen, und sie schliessen neue Freundschaften.» Natürlich würden die Lager von Personen geleitet, die an Gott glauben und dies im positiven Sinn vorleben. 

Silvio Rüegger hat beide Seiten kennengelernt. Der 28-jährige Jugendbeauftragte nahm früher selber an verschiedenen Lagern teil. Heute leitet er Jugendlager in der Evangelischen Kirchgemeinde Bischofszell-Hauptwil. Als Teilnehmer sei es spannend gewesen, die Leute mal in einem anderen Umfeld und damit noch besser kennenzulernen. Zudem habe er durch die Lagerwochen neue Orte und Länder bereist: «Auch ans Meer kam ich zum ersten Mal im Rahmen eines Lagers.» Als Leiter ist es Silvio Rüegger wichtig, ein vielseitiges Programm zusammenzustellen und Erlebnisse zu schaffen, die den Teenagern im Gedächtnis bleiben. Er ist überzeugt, dass die Teilnehmer profitieren – in der Glaubens - wie auch in der Charakterentwicklung.

Jung und Alt zusammen

Die Thurgauer Kirchgemeinden bieten nicht nur Lager für Kinder und Jugendliche an. In Wängi finden in diesem Herbst zum wiederholten Mal Gemeindeferien statt. Zielgruppe seien eigentlich Familien, erklärt Pfarrer Lukas Weinhold, der die Ferienwoche im Tessin leitet. «Wir sind jedoch offen für Jung und Alt, Einzelpersonen und Ehepaare. Gerade das Miteinander der Generationen ist sehr bereichernd und wird geschätzt.» Was können die Feriengäste konkret mit nach Hause nehmen? «Viele Begegnungen – auch mit Leuten, die man nicht oder kaum kannte, dazu Gedankenanstösse für das praktische Leben und den Glauben. Wie in anderen Ferien stehen aber auch hier die Erholung und interessante Ausflüge im Zentrum.»

Nimmermüde und humorvoll

Gerade für ältere Menschen sei eine Ferienwoche eine willkommene Zeit in guter Gesellschaft, sagt Mathis Adank. Der ehemalige Kirchenvorsteher wirkt seit vielen Jahren bei der Organisation der 60plus-Ferien in Frauenfeld mit. 30 bis 40 Leute nutzen das Angebot jeweils. Mit seinen 76 Jahren gehört Adank eher zu den jüngeren Teilnehmern. Trotzdem müsse er immer wieder staunen: zum Beispiel über eine 90-jährige Frau, die auch nach einer 2.5-stündigen Wanderung noch kein bisschen müde war. «Und über den Humor, den die älteren Menschen an den geselligen Abenden immer wieder unter Beweis stellen.»

(Cyrill Rüegger, 21. August 2017)


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


«Pilger»  | Artikel

Mit dem Lied «Mariam Matrem», vorgetragen vom «Pilgerprojektchor Inscriptum», erleben wir in diesem kurzen Trailer die «Pilger» des Künstler Johann Kralewski, wie sie in der Offenen Kirche St.Gallen auf das Graffiti «des offenen Himmels» von Stefan Tschirren blicken und sich in die Kirche St.Mangen bewegen - am 24.9.2021. Leitung des Projektchors: Walter Raschle. Clip: Andreas Schwendener

Umzug in die Kirche St. Mangen in voller Länge (38 Minuten).


«Back to the roots!» mit Zen-Meister Niklaus Brantschen  | Artikel

«Back to the roots», die Folge 24 von «Zauberklang der Dinge», verbindet die Refrains von zwei Liedern, die Peter Roth nach Gedichten von Dschallalu Din Rumi geschrieben hat. Beide giessen die tiefsten Einsichten aller Mystikerinnen und Mystiker, zu allen Zeiten, in poetische Worte und Bilder. In «This body is a rose» hören wir: Während Formen kommen und gehen, ist ihre Essenz unvergänglich, ewig! Und in «Don’t go away» sagt Rumi: Die ganze Schöpfung, alles fließt aus der gleichen Quelle – kehren wir zu ihr zurück – back to the root of the root! Barbara Balzan und Niklaus Brantschen – die junge Sängerin und der alte Zen-Meister, die Frau und der Mann – teilen ihre Gedanken zu diesen Liedern.


Bloggen Sie mit!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie.