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Gesellschaft

Querdenken und greifbar machen

Ende Oktober lanciert der Schweizerische Evangelische Kirchenbund ­eine Plakatkampagne. Die Markenspezialistin und Kreativwerberin Sandra Chiocchetti macht die Grundwerte der Reformation greifbar und komprimiert sie zugleich. Welche­ Gedanken und Motivation dahinterstecken, ­erklärt sie im Interview.

Frau Chiocchetti, müssen die Reformierten Werbung machen, damit sie beachtet werden?
Sandra Chiocchetti: Wir leben in einer egozentrischen Welt. Da ist es wichtig, dass die Kirche sichtbar und greifbar ist. Die Grundwerte der Reformation müssen wieder präsenter werden. Wir leben in einem christlichen Land. Wir haben profitiert von der Reformation. Deshalb darf sich die Kirche klarer positionieren, sie muss an ihrem Markenprofil schleifen. 

Das tönt etwas gar unternehmerisch. Was bedeutet das? 
Das ist überhaupt nicht rein unternehmerisch, sondern sogar typisch kirchlich. Es geht um das wirklich Wichtige: Die Kirche muss eine klare, zentrale Botschaft haben. Wir versuchen, diese mit der Jubiläumskampagne zu inszenieren. 

Was soll die Kampagne den Menschen sagen?
Sie soll in erster Linie Brücken bauen und aufklären. Die Botschaft des Reformationsjubiläums wird in kürzester und gut wahrnehmbarer Weise kommuniziert. 

Sie inszenieren Fotos und Piktogramme – warum diese Kombination?
Sie nehmen die Sprache der Digital Natives auf. Die Bilder reflektieren aktuelle Themen, die Piktogramme schlagen die Brücke zu den Grundwerten der reformierten Kirche. Wie sind die Plakate zu interpretieren? Das «Like»-Symbol ist kombiniert mit dem Bild eines Täuflings. Es zeigt, dass die Werte an die nächste Generation weitergegeben werden. Das Symbol «Freunde hinzufügen» ist mit einem Flüchtlingsbild arrangiert: Wir sind aufgefordert, Vorurteile abzubauen und menschlich zu sein. Mit betenden Händen werden die Betrachter eingeladen, innezuhalten, Energie zu tanken; entsprechend ist das «Lade»-Symbol integriert. Schliesslich wird mit dem Bild einer Frau in der freien Natur dargestellt, dass es darum geht, verantwortungsvoll mit der Umwelt umzugehen; das «Play- und Pause»-Symbol ruft dazu auf, auch mal zu entschleunigen.

Was hat Sie motiviert, die Kampagne zu gestalten?
Teil dieses Jubiläums zu sein, ist eine grossartige Sache. Mich reizte die Herausforderung, die Kirche als Institution in unserer Kultur und Gesellschaft zu positionieren. Ich war motiviert, die Kirche den Menschen aus einem unerwarteten Blickwinkel näherzubringen: weltoffen, sympathisch, zeitgemäss. Die Kirche soll näher an kirchlich distanzierte Menschen herankommen. 

Wie haben Sie den kreativen Prozess erlebt?
Spannend und interaktiv. Es war förderlich, dass es klare Ziele gab, jedoch keine kreativen Einschränkungen. Wir haben mehrere Varianten durchgespielt. Dadurch wurde auf verschiedenen Ebenen ein Prozess ausgelöst, der bewusst macht, wie die Reformierten in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden wollen. 

Der Slogan zum Reformationsjubiläum «quer denken – frei handeln – neu glauben» wird in der Kampagne aufgegriffen. Passt er?
Der Slogan gefällt mir sehr gut. Genau das ist vor 500 Jahren passiert. Und er passt gut in die heutige Zeit: Wir müssen mit unserem Handeln Verantwortung wahrnehmen, Denkmuster aufbrechen und vorwärtsgerichtet Vorurteile abbauen.

 

Ihr Wunsch für die reformierten Kirchen?
Ich wünsche mir, dass die Reformation weitergeht, dass in Zukunft die Grundwerte noch sichtbarer und greifbarer werden.

 

Interview und Foto: Roman Salzmann, Redaktor beim Thurgauer Kirchenboten – Kirchenbote SG, Oktober 2017

 


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