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Gesellschaft

Licht aus für die Fledermäuse

23.10.2017
Ab Ende August lag die evangelische Kirche Sennwald plötzlich im Dunkeln. Das Licht der vier Aussenscheinwerfer ging aus für die seltenen Alpenlangohr-Fledermäuse.

Zweimal jährlich suchen Fachleute der Stiftung zum Schutze unserer Fledermäuse in der Schweiz (SSF) die Kirche Sennwald auf, um die Brutstelle der bedrohten Art zu kontrollieren. Vor Ort war auch René Güttinger, Fledermausschutz-Beauftragter St. Gallen und Appenzell. 

Nur noch wenige Tiere angetroffen
Doch statt der 30 Fledermäuse wie in den letzten Jahren traf er nur noch deren 15 an. Als Sofortmassnahme wurde das Löschen der Lichter beschlossen: Denn die vier Aussenscheinwerfer erhellen des Nachts die Kirche von allen Seiten. «Auch wenn der Bestand jährlich variiert, so ist es doch idealer für die Tiere, wenn sie im Dunkeln oder in der Dämmerung ausfliegen können, in der sie sich wohl fühlen», sagt Mesmer Adrian Göldi. Er weiss auch, wo sich die Fledermäuse zurückziehen. «Je nach Temperatur hängen sie an den Balken des Schiffdachstuhls, meist über dem Chorgewölbe, oder sie drängen sich zwischen Ziegel und Unterdach.» Die winzigen Fledermäuse bringen bei etwa fünf Zentimeter Körperlänge nur zehn Gramm Gewicht auf die Waage, und ein Weibchen hat pro Jahr nur ein Junges.

Licht im Advent
Die sehr seltenen Tiere ziehen nach der Wochenstube aus Sennwald fort und suchen in Höhlen ein Winterquartier. Bis dann bleibt das Licht aus. «Zur Adventszeit ist die Kirche aber wieder beleuchtet», versichert der Mesmer.

www.fledermausschutz.ch

 

Text: Katharina Meier | Foto: Art Man, Adobe Stock  – Kirchenbote SG, November 2017

 


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