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Kirche

Fokussiere Dich neu!

19.02.2018
Bereits Jeremia hat um Gerechtigkeit gerungen. Doch was können wir für den Wandel für eine gerechtere Welt tun?

«Meine Weisung habe ich in ihr Inneres gelegt, und in ihr Herz werde ich sie ihnen schreiben. Und ich werde ihnen Gott sein, und sie werden mir Volk sein. Dann wird keiner mehr seinen Nächsten und seinen Bruder belehren und sagen: Erkennt den Herrn! Sondern vom Kleinsten bis zum Grössten werden sie mich alle erkennen.» 

Jeremia 31, 33f

Bereits Jeremia der Prophet, hat um Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit gerungen, hat gebangt darum, dass verstockte Herzen und verkniffene, verbitterte Gemüter frei werden. Wir kennen es heute noch und immer wieder, Menschen, die andere belehren und disziplinieren wollen, die ihnen notfalls mit Gewalt einimpfen wollen, «wo Gott hocket». – Und in diese enge, verbockte Haltung hinein spricht Jeremia: Sie alle werden mich, Gott, erkennen.

Wohltuend, entlastend, erleichternd
Wie wohltuend, entlastend, erleichternd, dass nicht wir die Welt und alles, was uns daran krumm und falsch erscheint, zurechtbiegen müssen. Wie gelassen und geborgen dürfen wir dessen gewiss sein, dass wir aufgehoben und gehalten sind bei Gott und in seiner Welt, dass wir niemanden sonst ändern müssen, sondern lediglich uns selber verwandeln lassen dürfen. – In diesem Sinne möge auch unsre Furcht dahin sein, von andern zurechtgestutzt zu werden, gelebt zu werden anstatt selber zu leben und selber Verantwortung zu übernehmen. 

Sich auf eigenen Beitrag fokussieren
«Werde Teil des Wandels!», heisst die diesjährige Brot für alle / Fastenopfer-Kampagne. In diesem Sinne sind wir ermutigt und ermuntert, frei und neu – mitunter auch quer! – uns zu fokussieren auf unseren Beitrag für eine Welt, in der alle genug zum Leben haben, in der Gerechtigkeit werde, die Gott den Menschen verheisst. Diese Gerechtigkeit kommt nicht von aussen, sondern geht aus von den Herzen derer, welche sich selbstkritisch und demütig bemühen, Gottes Willen zu erkennen. Und dieser Wille, dieses Bemühen, ist angelegt in jeder und jedem und strebt danach, sich entfalten zu können, fern von jeder Opferhaltung und Verbitterung, fern auch von Rechthaberei, Herrschsucht und Besserwisserei, fern vom Drang, andere zu rechtem Tun und Glauben anweisen zu müssen. 

Mit den geradezu poetischen Worten von Pierre Stutz gesagt: 

«Verwurzelt der Mensch, der darauf vertraut, dass es wohl auf ihn ankommt, aber letztlich nicht von ihm abhängt.»
Nach Psalm 1, 1

 

Text: Marilene Hess, Pfarrerin St.Gallen-Grossacker | Bild: Bfa/Fastenopfer  – Kirchenbote März 2018

 


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