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Leben & Glauben

Ein vorsichtiger Neuanfang

2016 kündigte das Kinderspital den Vertrag mit den Kirchen. Die Spitalseelsorge stand vor dem Aus. Nach vielen Gesprächen konnte Pfarrerin Cornelia Schmidt die Arbeit mit einem Pensum von zwanzig Prozent aufnehmen.

«Ich traf auf eine positive Atmosphäre, fühle mich willkommen und von allen akzeptiert», sagt Spitalseelsorgerin Cornelia Schmidt Messingschlager über ihren Arbeitsort, das Universitäts-Kinderspital beider Basel UKBB. Eine Aussage, die Cornelia Hof, Baselbieter Kirchenrätin, vor einem Jahr nicht für möglich gehalten hätte. Damals schien man vor einem Scherbenhaufen zu stehen. Das UKBB hatte auf Ende 2016 den Vertrag über die Seelsorge mit den Kirchen gekündigt. Die 80 Stellenprozente waren weg.
Mit Geduld und Beharrlichkeit habe die Kirche den Kontakt zum UKBB gesucht, erzählt Cornelia Hof. Viele Gespräche später fanden die Parteien eine Lösung. Seit September 2017 arbeitet Cornelia Schmidt als Seelsorgerin mit einem 20-Prozent-Pensum am UKBB. Sie steht den Kindern, den Angehörigen und dem Personal zur Verfügung. Obwohl Cornelia Schmidt reformierte Pfarrerin ist, sei die Stelle ökumenisch, betont Kirchenrätin Cornelia Hof. «Wir fragten nicht nach der Konfession.» Die Spitalseelsorge sei für alle da, sagt Cornelia Schmidt. Seit 13 Jahren ist sie als Seelsorgerin im Kantonsspital Baselland auf dem Bruderholz tätig.

Vertrauen aufbauen
Im UKBB gehört Cornelia Schmidt zum Care-Team. Sie freut sich, dass dieses ihr gegenüber so offen ist. Die Pflegenden bitten die Seelsorgerin um einen Besuch, wenn Eltern von kranken und sterbenden Kindern sie brauchen. 
Ist ein Kind schwer krank, belastet das auch das Personal, das manchmal das Gespräch mit der Seelsorgerin sucht. Anders als ihre Vorgängerinnen macht Cornelia Schmidt keine unaufgeforderten Besuche an Krankenbetten. Das wünscht die Spitalleitung nicht mehr. Sie akzeptiere das, meint Schmidt. «Die Pflegenden und Therapeuten haben engeren Kontakt mit den Patienten und ihren Angehörigen. Wenn sie mich rufen, weiss ich, dass sie mich wirklich brauchen.»Die wichtigste Aufgabe sieht Cornelia Schmidt im Moment darin, die Mitarbeitenden der verschiedenen Bereiche kennen zu lernen und Vertrauen aufzubauen. «Keine Pflegefachperson ruft eine Seelsorgerin an, die sie nicht kennt und bei der sie die Patienten nicht in guten Händen weiss.» 

Eltern sind erste Instanz
Obwohl die Patienten im UKBB Kinder sind, sieht die Seelsorgerin auch im Kontakt mit den Eltern eine zentrale Aufgabe. Eltern, die sich um ihr Kind sorgen und Angst haben, die vielleicht sogar zuschauen müssen, wie es stirbt, brauchen Unterstützung. Durch Krankheit oder einen Unfall könne sich so viel verändern. Wie geht man mit einem schweren Schicksalsschlag um, wie kann man weiterleben? «Die Seelsorge ist eine gute Anlaufstelle für Lebensfragen und Ängste. Und sie sucht gemeinsam mit den Betroffenen nach Wegen, die weiterführen», meint Cornelia Schmidt.Für Kirchenrätin Hof ist die zweijährige Pilotphase ein positiver Neubeginn. «Wir wollen darauf aufbauen und tauschen uns regelmässig mit den Spitalverantwortlichen aus.» Sie ist zuversichtlich und hofft auf weitere gute Zusammenarbeit. Zu einem späteren Zeitpunkt werde sich klären,  welche definitive Form die Seelsorge am UKBB annehmen werde.

Cornelia Hof und Cornelia Schmidt sind überzeugt, dass die Seelsorge am UKBB auf gutem Weg ist und dass es diese dort braucht. «Spiritualität, Rituale, die Begleitung von Menschen, die mit uns über alles sprechen können, das ist unser Kerngeschäft.»

22.02.18 |Karin Müller

 


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