Logo
Kultur

Historisches Museum Basel

Christusfigur älter als vermutet

06.03.2018
Im Zuge der Neueinrichtung des Chors in der Barfüsserkirche werden diverse Sammlungsobjekte restauriert. Eine Christusfigur wird neu ins 12. statt ins 14. Jahrhundert datiert: Eine Sensation.

Das Historische Museum Basel richtet im Chor der Barfüsserkirche eine neue Galerie zu Glaubenswelten des Mittelalters ein. Die Ausstellung erschliesst die bedeutende Sammlung sakraler Bildwerke des Mittelalters. Der Chor der ehemaligen Klosterkirche des Franziskanerordens zeigt neu 46 Objekte aus dem 11. bis 16. Jahrhundert in ihrer spirituellen Ausstrahlung und Schönheit. Dabei erfährt das Publikum viel über die bedeutende Rolle der christlichen Religion in der damaligen Gesellschaft. Es lernt bekannte und weniger bekannte Erzählungen über Liebe, Leid und Hoffnung kennen und erhält ein Verständnis für Riten, Alltagsfrömmigkeit und kirchliche Macht. 
Die Präsentation begibt sich auf die Spur historischer Facetten christlicher Werte und deren Bezug zum Heute – was einer nach und nach konfessionslos werdenden Gesellschaft immer fremder werden dürfte. Aussagekräftige Werke aus Basel, dem Gebiet des Oberrheins, der Schweiz und Süddeutschlands geben Einblicke in Funktion, Bedeutung und Kontext sakraler Skulpturen im Mittelalter. 
Erstmals kommen zahlreiche Objekte aus dem Depot wieder ans Licht. Ergänzend zeigt das Historische -Museum ausgewählte Leihgaben aus öffentlichen und privaten Sammlungen. Die Ausstellung wird ab 23. März für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Objekte oft beschädigt
Da die meisten Objekte schwer gezeichnet sind – auch aufgrund des Bildersturms im 16. Jahrhundert – führt das Museum umfangreiche Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten durch. Beim Segnenden Christus aus Steinen führte die ETH Zürich im Herbst 2017 zusätzlich eine C14-Analyse (Kohlenstoff-Untersuchung) des Holzes durch. Das Ergebnis ist eine kleine Sensation. Bisher datierte die Forschung die Statue in das 14. Jahrhundert. Die Experten des Historischen Museums Basel vermuteten aufgrund seiner Formen jedoch eher eine romanische Entstehungszeit. Die Analyse der ETH Zürich bestätigte diesen Verdacht und ergab ein Fälldatum für den Baum, aus dem das Objekt geschnitzt wurde, für das späte 12. Jahrhundert – also die Zeit der Romanik. 
Damit entspricht seine Form dem Stil dieser Zeit und ist kein bäuerlicher Regionalstil der Innerschweiz, wie vermutet wurde. Seine separat gefertigten Beine jedoch stammen aus der Zeit um 1400, sind also wesentlich später dazugekommen. 
Die Figur weist mehrere Überfassungen auf, die auf eine Umnutzung schliessen lassen. Die oberste, heute noch weitgehend erhaltene Bemalung, trägt im blauen Gewand des Christus die Wappenfiguren der Familie Stauffacher von Schwyz. 

hmb

 


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


«Pilger»  | Artikel

Mit dem Lied «Mariam Matrem», vorgetragen vom «Pilgerprojektchor Inscriptum», erleben wir in diesem kurzen Trailer die «Pilger» des Künstler Johann Kralewski, wie sie in der Offenen Kirche St.Gallen auf das Graffiti «des offenen Himmels» von Stefan Tschirren blicken und sich in die Kirche St.Mangen bewegen - am 24.9.2021. Leitung des Projektchors: Walter Raschle. Clip: Andreas Schwendener

Umzug in die Kirche St. Mangen in voller Länge (38 Minuten).


«Back to the roots!» mit Zen-Meister Niklaus Brantschen  | Artikel

«Back to the roots», die Folge 24 von «Zauberklang der Dinge», verbindet die Refrains von zwei Liedern, die Peter Roth nach Gedichten von Dschallalu Din Rumi geschrieben hat. Beide giessen die tiefsten Einsichten aller Mystikerinnen und Mystiker, zu allen Zeiten, in poetische Worte und Bilder. In «This body is a rose» hören wir: Während Formen kommen und gehen, ist ihre Essenz unvergänglich, ewig! Und in «Don’t go away» sagt Rumi: Die ganze Schöpfung, alles fließt aus der gleichen Quelle – kehren wir zu ihr zurück – back to the root of the root! Barbara Balzan und Niklaus Brantschen – die junge Sängerin und der alte Zen-Meister, die Frau und der Mann – teilen ihre Gedanken zu diesen Liedern.


Bloggen Sie mit!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie.