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Gesellschaft

Freiheit ist gar nicht so einfach

Nur die Verbesserung des Herzens führt zur wahren Freiheit, zitiert Kommentator Marcel Wildi den Philosophen Fichte zum Thema Freiheit.

Wie alles auf unserer Welt ist auch die Freiheit zwiespältig. Zwei aktuelle Beispiele. 

In China wird einerseits die Amtszeitbeschränkung für den Staatspräsidenten aufgehoben, andererseits wird für die Bürger ein allumfassendes Punktesystem über ihr soziales Verhalten eingeführt, das darüber entscheidet, welche Arbeitsstelle und Wohnung jemand bekommt oder ob er fliegen darf. Und ein Teil der Bevölkerung begrüsst diese totale Kontrolle, weil sie das Zusammenleben sicherer und sauberer mache. 

Selbstverständlich ist das Anliegen der #MeToo-Bewegung, die sich gegen die sexuelle Belästigung von Frauen zur Wehr setzt, längst überfällig. Aber wenn in der Folge davon in Museen jahrhundertealte Kunstbilder abgehängt und Grimms Märchen umgeschrieben werden müssen oder die Bibel in einzelnen Bibliotheken der USA auf den Index kommt (notabene in dem Land, das die meisten Pornofilme produziert), dann fragt Mann und Frau sich zu Recht, ob da nicht das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. Wie sagte doch Benjamin Franklin: «Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.» 

Freiheit beinhaltet immer Chancen und Gefahren.

Freiheit beinhaltet immer Chancen und Gefahren. Freiheit ist nie nur Selbstbestimmung und nie Selbstzweck. Sie ist immer verbunden mit Verantwortung. Freiheit und Regeln müssen im Gleichgewicht sein, damit eine Gesellschaft funktioniert und alle ihre Mitglieder gleichberechtigt, gleichwertig und so glücklich wie möglich sind. Wirklich frei zu sein bedeutet nicht nur, selber frei zu sein, sondern auch, so zu leben, dass die Freiheiten der anderen respektiert und gefördert werden. 

Darum ist nur folgerichtig, was der Philosoph J.G. Fichte sagte: «Nur die Verbesserung des Herzens führt zur wahren Freiheit.» Und genau dies ist das Grundanliegen der Bibel – und
eine ständige Herausforderung für uns alle. 

 

Kommentar: Marcel Wildi Foto: Andreas Stöckli – Kirchenbote SG, April 2018


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Das Roadmovie mit Zwingli und der ReformierBar ist da! Hier sind Sie dabei. 


Mithören und ansehen: Gottesdienst zum Jubiläumsauftakt  | Artikel

Mit den Festgottesdiensten in St. Gallen und Gottesdiensten in den Kirchgemeinden startete am Sonntag, 5. November 2017 das Reformationsjubiläum im Kanton St. Gallen. Wer den Festgottesdienst nochmals hören oder ihn erstmals zu Gemüte führen will, dem bietet sich hier die Gelegenheit. Zudem hat Andreas Schwendener diverse Filme gemacht. Einblicke in folgende Themata sowie in den gesamten Gottesdienst (Abschluss und Auftakt) erhalten Sie hier: 

St.Galler Festgottesdienst 500 Jahre Reformation, 10 Uhr

Credo von Dorothee Sölle

Bleib bei uns Herr – mit «Auferstehung» von Marie Luise Kaschnitz

500 Jahre Reformation – Grussbotschaft von Regierungsrat Martin Klöti

Werdenberger Talsegen von Elsbeth Maag

St.Gallen: 500 Jahre Reformation – «Abschluss & Auftakt»


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Seit Ende September lädt der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) die Bevölkerung ein, über den Glauben nachzudenken. Dies geschieht mit einer Plakatkampagne oder mit den zwölf theologischen Kurzbotschaften, den Glaubenstweets. Lassen Sie sich vom Gezwitscher inspirieren!