Logo
Kirche

Die Predigt mit Fragen

Mit einem Buch, Predigten, Gesprächen in Kleingruppen, Liedern und einem Reisetagebuch im sinnbildlichen Gepäck machte sich die Kirchgemeinde Wil auf zur «Expedition zur Freiheit». Ihr Ziel hiess: zusammenwachsen, zusammen wachsen.

Oder anders ausgedrückt: das reformatorische Erbe neu entdecken. Basis bildete das Buch «Expedition zur Freiheit – in 40 Tagen durch die Reformation». Klaus Douglas schrieb die theologischen Texte, Fabian Vogt fiktive Briefe von Luther. Das Buch ging weg wie frische «Weggli»: nach zwei Wochen 100 Exemplare. Als die 130er-Marke erreicht war, stoppte Diakon Thomas Gugger die Aktion, die Expedition konnte beginnen. 

«Ich habe echte Befreiung erlebt.» 

Es gab Fragen, aber keine Antwort
Auftakt machte der Gottesdienst zum Thema Gnade und warum sie das Fundament echter Freiheit sei. Doch die Einführung brachte keine Antworten, sondern weckte noch mehr Fragen, damit jeder Expeditionsteilnehmer selber weiter forsche. Täglich lasen sie einen Abschnitt im Buch, der zu Gnade, Glaube, Christus, Bibel, Kirche und Freiheit Aufschluss gab. In Kleingruppen wurde das Erlesene diskutiert. Am Anfang drehte sich das Gespräch um den «Vater mit zwei Söhnen». «Ich war immer wieder erstaunt, wie viel Persönliches die Auseinandersetzung mit den Texten hervorbrachte», so Gugger. Sonntags darauf erfolgte die zweite Predigt zum Thema Glaube, wieder ohne Antworten. «Die Besucherzahl stieg an, und wer keine Zeit hatte, hörte sich die Worte der Pfarrer später via Internet an.» (www.ref-wil.ch/predigten)

«Ich hatte keine Ahnung gehabt von der Reformation: Die Expedition brachte mir Wissen und Glaubensinhalte.» 

Vom 20- bis zur 90-Jährigen
Das Abenteuer Reformation dauerte vom 7. Januar bis am 17. Februar. Die 13 Kleingruppen repräsentierten die Bevölkerung vom 20- bis zur 90-Jährigen. Dabei wurden vorgefasste Meinungen durchgeschüttelt, neue (Glaubens)-einsichten gewonnen. «Douglas hat die Begabung, quer zu denken. Und bei einer Expedition ist nie klar, wo man (geistig) landet», so Gugger. Er schwärmt von der Breitenwirkung und spricht von ermutigenden Einzelerlebnissen, welche die Expedition gebracht hatte. Ein 90-Jähriger sagte nach einem Hausbesuch: «Ich habe echte Befreiung erlebt.» Und eine Kleingruppenteilnehmerin freute sich, nun eine grössere Ahnung von der Reformation zu haben.

 

Text | Foto: Katharina Meier  – Kirchenbote SG, April 2018

 


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...


Tenöre gesucht– Luther Oratorium in St. Gallen!  | Artikel

Ein Pop-Oratorium über den Reformator Martin Luther wird am 3. November erstmals in der Schweiz aufgeführt. Für das Projekt in St. Gallen wurden  Sängerinnen und Sänger gesucht, wie der Website des Trägervereins zu entnehmen ist.

Zur grossen Freude der Organisatoren ist der 300-köpfige Projektchor zum Luther-Pop-Oratorium bereits praktisch voll besetzt, und er soll auch noch grosszügig «überfüllt» werden.Was aber noch fehlt, sind 25 weitere Männerstimmen – vorzugsweise Tenöre (oder Tenösen)! Wer hat noch nicht, wer will nochmal? «Wir freuen uns über jede weitere Anmeldung!», schreibt Andreas Hausammann.

www.luther-oratorium.ch

Mitmachen kann man unabhängig von kirchlicher Zugehörigkeit. Eine Anmeldung ist nur online möglich!


Zwitschern Sie mit!  | Artikel

Seit Ende September lädt der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) die Bevölkerung ein, über den Glauben nachzudenken. Dies geschieht mit einer Plakatkampagne oder mit den zwölf theologischen Kurzbotschaften, den Glaubenstweets. Lassen Sie sich vom Gezwitscher inspirieren!


Bike und Bibel  | Artikel

Die St.Galler Kantonalkirche nahm 2003 einen Trend vorweg. Als der Begriff E-Bike noch in den Sternen stand, setzte sie aufs Fahrrad und eröffnete den Bibel-Veloweg. Zeit also, ihn wieder in Erinnerung zu rufen und sich auf das Velo zu schwingen, eine Tour zu unternehmen. Mehr erfahren Sie hier.

Der Flyer und die Velokarte dazu