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Kirche

An der Wiler «Expedition zur Freiheit» erlebten die Teilnehmer Abenteuer des Glaubens

Die Predigt mit Fragen

20.03.2018
Mit einem Buch, Predigten, Gesprächen in Kleingruppen, Liedern und einem Reisetagebuch im sinnbildlichen Gepäck machte sich die Kirchgemeinde Wil auf zur «Expedition zur Freiheit». Ihr Ziel hiess: zusammenwachsen, zusammen wachsen.

Oder anders ausgedrückt: das reformatorische Erbe neu entdecken. Basis bildete das Buch «Expedition zur Freiheit – in 40 Tagen durch die Reformation». Klaus Douglas schrieb die theologischen Texte, Fabian Vogt fiktive Briefe von Luther. Das Buch ging weg wie frische «Weggli»: nach zwei Wochen 100 Exemplare. Als die 130er-Marke erreicht war, stoppte Diakon Thomas Gugger die Aktion, die Expedition konnte beginnen. 

«Ich habe echte Befreiung erlebt.» 

Es gab Fragen, aber keine Antwort
Auftakt machte der Gottesdienst zum Thema Gnade und warum sie das Fundament echter Freiheit sei. Doch die Einführung brachte keine Antworten, sondern weckte noch mehr Fragen, damit jeder Expeditionsteilnehmer selber weiter forsche. Täglich lasen sie einen Abschnitt im Buch, der zu Gnade, Glaube, Christus, Bibel, Kirche und Freiheit Aufschluss gab. In Kleingruppen wurde das Erlesene diskutiert. Am Anfang drehte sich das Gespräch um den «Vater mit zwei Söhnen». «Ich war immer wieder erstaunt, wie viel Persönliches die Auseinandersetzung mit den Texten hervorbrachte», so Gugger. Sonntags darauf erfolgte die zweite Predigt zum Thema Glaube, wieder ohne Antworten. «Die Besucherzahl stieg an, und wer keine Zeit hatte, hörte sich die Worte der Pfarrer später via Internet an.» (www.ref-wil.ch/predigten)

«Ich hatte keine Ahnung gehabt von der Reformation: Die Expedition brachte mir Wissen und Glaubensinhalte.» 

Vom 20- bis zur 90-Jährigen
Das Abenteuer Reformation dauerte vom 7. Januar bis am 17. Februar. Die 13 Kleingruppen repräsentierten die Bevölkerung vom 20- bis zur 90-Jährigen. Dabei wurden vorgefasste Meinungen durchgeschüttelt, neue (Glaubens)-einsichten gewonnen. «Douglas hat die Begabung, quer zu denken. Und bei einer Expedition ist nie klar, wo man (geistig) landet», so Gugger. Er schwärmt von der Breitenwirkung und spricht von ermutigenden Einzelerlebnissen, welche die Expedition gebracht hatte. Ein 90-Jähriger sagte nach einem Hausbesuch: «Ich habe echte Befreiung erlebt.» Und eine Kleingruppenteilnehmerin freute sich, nun eine grössere Ahnung von der Reformation zu haben.

 

Text | Foto: Katharina Meier  – Kirchenbote SG, April 2018

 


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