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Kultur

Gasterei und Handwerk

Am Samstag, 26. Mai, von 9 bis 18 Uhr ist in der St.Galler Marktgasse die Zeit vor 500 Jahren erlebbar. Handwerk in historischen Ständen, Musik und ein Rahmenprogramm vermitteln das damalige Lebensgefühl.

«Der Erlebnistag bietet einen Einblick in eine Epoche, die für unser Leben bis heute eine grosse Bedeutung hat», erklärt Thomas Scheitlin, St.Galler Stadtpräsident, die Überlegungen zum Anlass. Die Stadt St.Gallen ist Veranstalterin und trägt zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation das Label «Reformationsstadt Europas». «St.Gallen spielte in der Reformation der Ostschweiz eine prägende Rolle. Die Reformation führte dazu, dass vom 16. Jahrhundert an zwei konfessionell unterschiedliche Machtgebilde in enger, weitgehend friedlicher Koexistenz bestanden: die reformierte, international bedeutende Textilstadt St.Gallen und das Benediktinerkloster mit seinem grossen Territorium um die Stadt und in der Region», so Scheitlin.

Lebensgefühl von damals
Handwerk in historischen Ständen, Marktmusikanten sowie ein Rahmenprogramm werden am Erlebnistag «Gasterei & Handwerk» das Lebensgefühl der damaligen Zeit so authentisch wie möglich vermitteln. Die Herstellung diverser für die Zeit prägender Produkte wie Papierschöpfen, Buchdruck oder die Kunst der Kalligrafie und die Arbeiten der Zimmerleute, Schmiede und Töpferinnen werden am Tag einen grossen Platz einnehmen. Doch auch hier liegt der Fokus auf Authentizität: «Die Bäckerin bäckt deshalb auch keine modernen ‹Bürli›, sondern Backwaren mit Zutaten aus der damaligen Zeit», so Stefan Sonderegger vom Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen. Die Evang.-ref. Kantonalkirche ist mit der ReformierBar und dem Projekt «Die Kanzel» präsent, in der DenkBar tritt das Kabarett «Röbi und die Reformanzen» auf und in der Laurenzenkirche findet ein kurzes Orgelkonzert mit «Orgelmusik aus dem St.Galler Orgelbuch von 1524» von Fridolin Sicher statt.

Ton, nicht Plastik
Auch die Ess- und Trinkkultur der Reformationszeit wird im Sinne der «Gasterei» (Gastmahl) erlebbar gemacht. Hennenbeine, Wurstbraterei, Haxen, Spanferkel und Suppenkessel sorgen für das leibliche Wohl, als Durststiller gibt es Vadianbier, Wein, Wasser und Apfelsaft. Und selbstverständlich werden die Besucherinnen und Besucher ihre Getränke aus Tongefässen trinken und nicht aus Plastikbechern. «Es wird ein Erlebnistag für die ganze Familie mit lehrreichen und attraktiven Einblicken», freut sich Scheitlin.

 

Text: alea iacta/Kathrin Loppacher | Foto: pixabay  – Kirchenbote SG, Mai 2018

 


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