Logo
Kirche

Vom tätigen Miteinander

Es geht ums Leben

08.05.2018
„Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.“ Mit diesen Worten fasst der katholische Bischof Jacques Gaillot zusammen, was Jesus Christus mit seiner Zuwendung zu uns Menschen vorgelebt hat. In dieser Botschaft ist für mich der Kernauftrag von diakonischem Handeln treffend zusammengefasst. Die Kirchgemeinde ermöglicht allen Generationen die Teilhabe am Gemeinschaftsleben.

Als Sozialdiakonin will ich Menschen die Möglichkeit geben, Erwartungen, Wünsche, Vorstellungen und Begabungen einbringen zu können. Diakonisches Handeln ermutigt zu einem lebendigen und vielfältigen Kirchenleben und sorgt dafür, dass auch Personen einen Platz bekommen, welche unter Einsamkeit und Ausgrenzung leiden. Seit 12 Jahren bin ich als Sozialdiakonin in der Seniorenarbeit der Kirchgemeinde Speicher tätig und schätze meine abwechslungsreiche Arbeit und die vielfältigen Aufgaben.

Oftmals beschäftigen mit zunehmendem Alter existenzielle Fragen. Fragen nach der Zukunft im hohen Alter und Ängste im Leben mit Einschränkungen. Diese Herausforderungen sind mit Unterstützung einfacher anzunehmen. Gerade deshalb sind regelmässige Besuche bei älteren Menschen wichtig. Gerne helfe ich bei der Suche nach Lösungen oder ermutige, belastende Situationen zu klären. In manchen Situationen ist mir dabei meine Zusatzausbildung als Mediatorin eine wertvolle Hilfe. Auch wenn das Leben nicht einfach war oder ist, so ist es beeindruckend, wie viele Menschen die Situation annehmen und Zuversicht bewahren. Davor habe ich grosse Hochachtung.

Mit zunehmendem Alter wird auch das soziale Netzwerk kleiner, die Mobilität ist eingeschränkt und viele Menschen laufen Gefahr zu vereinsamen. Der Kontakt zu Mitmenschen und zur Gemeinschaft geht verloren. Deshalb ist es für mich als Sozialdiakonin wichtig, für ältere Gemeindemitglieder Möglichkeiten zur Kontaktpflege anzubieten und Gelegenheiten für generationenübergreifende Erfahrungen zu schaffen.

Regelmässig trifft sich die „Freitagsrunde“, eine Frauengruppe, welche sich mit aktuellen Themen beschäftigt. Für ein geselliges Zusammensein wird jede zweite Woche ein Mittagstisch – nebst dem Generationenessen der Kirchgemeinde, bei dem Jung und Alt miteinander speisen – für Senioren und Seniorinnen angeboten. Die Singrunde „Alti Lieder vörehole“ lockt auch Menschen aus umliegenden Gemeinden ins Kirchgemeindehaus Speicher. Während das „Regenbogengebet“ die christlichen Interessen der älteren Menschen anspricht, sind es beim „Erzählcafé“ ganz andere Personen, welche sich über Erinnerungen austauschen. Ein Höhepunkt im Kirchenjahr sind die ökumenischen Seniorenferien sowie das Adventskranzbinden, bei welchem Jung und Alt Hand in Hand arbeiten. Speziell freuen mich immer wieder die Projekte unter „Generationen begegnen sich“. Der Besuch einer Kunstausstellung und das gemeinsame Malen mit anschliessender Bilderausstellung haben Kinder und ältere Menschen einander näher gebracht. Bei all diesen Angeboten darf ich auf viele engagierte, ehrenamtliche Mitarbeitende zählen. Ohne sie wäre eine vielfältige Seniorenarbeit nie und nimmer möglich. Dieses Netzwerk ist mir eine bereichernde und wertvolle Unterstützung.

Nebst diesem praktischen Dienst an und mit den Mitmenschen unserer Gemeinschaft gehört zu meiner Tätigkeit auch eine Menge administrativer Aufgaben sowie die Pflege der Zusammenarbeit mit anderen Angestellten der Kirchgemeinde. Dies alles macht meinen Beruf so spannend und vielfältig. Ich freue mich deshalb, auch in Zukunft als Sozialdiakonin zu einer lebendigen, kreativen und tragenden Gemeinschaft in der Kirchgemeinde Speicher beitragen zu dürfen.


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Mitreden!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie. 

 


Neues Graffiti – «Michelangelo» in der offenen Kirche St. Gallen  | Artikel

Für die Installation «Die Pilger» von Johann Kralewski Ende August in der offenen Kirche St.Gallen entsteht an der Kuppel der Kirche ein neues Graffiti. Hier erste Einblicke vom 26. Juli 2021 in das entsthende Werk von Graffiti-Künstler Stefan Tschirren und Erklärungen dazu vom Intendanten Theodor Pindl. Ein ausführliches Interview mit dem Künstler sowie dem Intendanten können Sie hier verfolgen. Beide Clips stammen von Andreas Schwendener. 


(K)ein Spaziergang – Wirtschaft ist Care  | Artikel

Die siebte schweizerische Frauensynode erscheint im coronakonformen Gewand. Sie diskutiert mit dem Stationenweg »Wirtschaft ist Care - (K)ein Spaziergang» ein enkelinnentaugliches Wirtschaftsverständnis. Der Rundgang kann in Sursee individuell begangen oder bis Oktober 2021 von Gruppen gebucht werden. Die dazugehörige Broschüre dient als Wegleitung zu insgesamt 15 Stationen, an denen Aspekte menschlicher Bedürftigkeit und damit des Wirtschaftens behandelt werden. Sie kann als  pdf-Datei heruntergeladen werden.

Zusammen mit der Comic-Broschüre und dem Erklärfilm zu «Wirtschaft ist Care» stehen nun Grundlagen und Anregungen für die Umsetzung zur Verfügung, damit engagierte Menschen auch an anderen Orten ihren eigenständigen Rundgang einrichten können.


Alles Leben ist heilig!  | Artikel

Gemeinsam mit Peter Roth begleiten wir den Hotelier Roland Stump aus Wildhaus in sein alpines Jagdrevier am Toggenburger Altmann. Bis auf wenige Meter nähern wir uns einer dort lebenden Herde von Steinböcken. Ehrfürchtig spricht Roland über das Wesen dieser Tiere, zu denen er über das Jahr hinweg eine enge Beziehung aufbaut. "Auch wenn ich selbst nicht fähig wäre ein Lebewesen zu schiessen, macht mir die achtsame und auf das Ganze gerichtete Haltung von Roland tiefen Eindruck", sagt Peter Roth. Ferdinand Rauber spielt auf einem Felseninstrument Didgeridoo und das Chorprojekt St. Gallen singt Texte aus der Rede des Häuptlings Seattle.. Beim Film handelt es sich um die 21. Folge aus der Reihe «Zauberklang der Dinge» von Peter Roth.