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Kirche

Licht und Salz sein

Die evangelische Schwesternschaft Saronsbund besteht seit 1969 als gemeinnütziger Verein. Sie versteht sich als Orden innerhalb der evangelischen Landeskirche. 1982 wurden die Schwestern in Uznach eingesegnet und wirken dort am Aufbau der christlichen Gemeinde mit.

Die fünf Schwestern, die in Uznach in drei verschiedenen Wohnungen nahe beieinander wohnen, miteinander das Gebet teilen und aus Berufung Gott und den Menschen dienen, sind alle pensioniert und gehen immer noch ihren individuellen Diensten nach. Sr. Verena Lüscher, Präsidentin des Vereins, und Sr. Marianne Bernhard, im Quartierkloster im Kreis 4 in Zürich tätig, erzählen von ihrer Lebens-, Glaubens- und Dienstgemeinschaft. 

«Wir beten auch für jene, die selbst nicht können. Ist dies unser Reformationsbeitrag?»

Offen für Veränderung
«Wir fühlen uns berufen zur Mitarbeit am Aufbau der christlichen Gemeinde», sagen die Schwestern. Sie sind ihrem inneren Ruf gefolgt, haben auf Familie verzichtet, sind jedoch während ihrer aktiven Arbeitszeit ihrem je eigenen Beruf nachgegangen und haben das übrige Leben miteinander in Bescheidenheit geteilt. «Reformation heisst Erneuerung, und wir sind stets offen für die nächsten Schritte, wagen Neues und leben stark mit der hiesigen Kirchgemeinde.» Die meisten evangelischen Kommunitäten sind nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Die Diakonissen, die in Diakonissenhäusern leben und ihre Aufträge an verschiedenen Orten erfüllen, fanden sich schon früher zusammen. «Wir pflegen den mündigen Gehorsam und können mitreden», erklärt Sr. Verena, die Lehrerin war und heute mit Flüchtlingen und seelsorgerlich arbeitet.

Arbeit am Haus Gottes
Ursprünglich hatten sich die Frauen im Diakonissenhaus Neumünster kennengelernt; sie hatten die Berufung als Diakonissen. Ihr Weg führte zur Gründung des Saronsbundes. Sie fanden im Prozess heraus, dass sie kein gemeinsames Haus brauchen, sondern am Aufbau des Hauses Gottes, der christlichen Gemeinde, mitarbeiten sollen; dort, wo sie leben. Die Mitarbeit in der Kirchgemeinde erkannten sie als ihre Aufgabe; beruflich oder freiwillig. Sie werden als Gemeinschaft wahrgenommen. Gebetszeiten, Exerzitien, Begleitung, Vernetzung, Musik in der Kirche, Flüchtlingsarbeit; das Engagement ist ungebrochen energievoll und vielseitig. 

«Saron ist der Name einer fruchtbaren Ebene in Israel. Ein Bild fruchtbaren Lebens für Gott.»

 

Text | Foto: Cecilia Hess-Lombriser, Uzwil  – Kirchenbote SG, Juli-August 2018

 

Fröhlich dienen

Im Gespräch habe ich Sie, Sr. Verena und Sr. Marianne, fröhlich erlebt. Worauf gründet Ihre Fröhlichkeit?
Auf der Beziehung zu Gott. Wir leben aus der Vergebung und sind dankbar. Wir sind offen für das Leben und das macht auch zufrieden. Wir wissen uns mit unserer menschlichen Begrenztheit in Gottes Hand und fühlen uns von ihm geführt. Wir vertrauen auf ihn.

Beten mit Leib und Seele ist ein Angebot von Ihnen, wie geht das, Sr. Marianne?
Das ist das Natürlichste, was es gibt. Wir sind Leib, Tanzen ist der leibliche Ausdruck der Freude wie der Klage. Wir beten mit Gesten und Tanzschritten, statt mit Worten. Ein Liedtext oder ein Thema gibt die Abfolge des Gebetstanzes vor. Es sind einfache Schritte und Gesten, die sich wiederholen. Damit kann etwas im Innersten aufgehen. 

«Dient dem Herrn in Freuden», ist Ihre Losung. Wie gelingt es, diese Haltung aufrechtzuerhalten?
Wir lassen uns die Beziehung zu Gott schenken, lesen in der Bibel, feiern gemeinsam Geburtstage und Weihnachten. Wir nehmen Anteil aneinander, was uns bereichert. Wir haben auch Konflikte und machen unsere Prozesse durch. Es war zum Beispiel ein Prozess, wer mit wem zusammen in einer Wohnung lebt. Wir pflegen Beziehungen zu Menschen in und ausserhalb der Gemeinde.

Sie sind fünf Schwestern, was passiert mit Ihrer Gemeinschaft, braucht es eine Reformation?
Wir haben uns Nachwuchs gewünscht, aber es ist nicht mehr realistisch, wenn junge Frauen zu uns stossen würden. Sie wären zwei Generationen jünger als wir. Verbindlich zu leben, scheint im Moment schwierig zu sein; das spüren auch Klostergemeinschaften. Dass es uns noch gibt, ist nicht selbstverständlich. Nächstes Jahr feiern wir das 50-Jahr-Jubiläum. Wenn die letzte von uns stirbt, dann gibt es uns nicht mehr. Was aus unseren Samen wird, die wir gesät haben, wissen wir nicht. Es ist ein Geschenk, dass wir Licht und Salz sein und unseren Dienst erfüllen dürfen – und beten; auch für jene, die es selber nicht können. Vielleicht ist dies unser Beitrag zur Reformation? 

www.saronsbund.ch

 

Interview: Cecilia Hess-Lombriser, Uzwil


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

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