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Leben & Glauben

Kirche mit Coffee-to-Go

Flurin Schmid, 28 Jahre, ist derzeit kein häufiger Kirchgänger. Mit Betonung auf «derzeit». Denn der Wattwiler ist durchaus interessiert an Gottesdiensten. Aber da gibt es etwas, das ihn regelmässig am Besuch hindert: der Zeitpunkt am Sonntagmorgen.

Wobei sich das schon etwas erledigt hat. «In meinem Alter erträgt man nicht mehr jedes Wochenende Rambazamba. Sondern man will etwas vom Sonntag und steht bald einmal auf.» Trotzdem: Wenn sich Schmid etwas wünscht für die Kirche der Zukunft, dann sind es flexiblere Zeiten beim Gottesdienst.

Cevi-Präsident mit Lust am Disput
Er hat auch eine Idee dafür. «Ich habe letzten Advent die Morgenandachten in der Adventszeit sehr positiv erlebt. Könnte die Kirche ein solches Angebot von 6.40 bis 7 Uhr am Bahnhof Wattwil ausprobieren?» Eine Art sinnhafter «Einstieg in den Tag für Pendler». Mit einem Coffee-to-Go für den Zug statt einem Zmorge. Und wie würde er es anstellen, dass Leute kommen? «Am besten ist die gezielte Mund-zu-Mund-Werbung bei ausgewählten Zielgruppen.» Als Cevi-Wattwil-Präsident kennt Schmid die Konkurrenz bei religiösen Angeboten. Denn in Wattwil gibt es neben dem Cevi die katholische und freikirchliche Jugendarbeit und die Pfadi. Derzeit kommen gegen 20 Jugendliche in den Cevi-Treffpunkt «Rägeboge», für sie sind sieben Leitungspersonen verantwortlich. Der Cevi-Präsident will, dass die Leiter den Teenagern Werte mitgeben: Respekt voreinander, die Natur schützen und schätzen, ein vernünftiges Zusammenleben – zu dem auch mal ein Disput gehört. «Unsere Gesellschaft funktioniert, wenn jeder und jede versucht, etwas nach seinen Kräften beizutragen.»

«Alle Menschen werden alt. Die Leistungen der Kirche für diese Altersgruppen sind unverzichtbar.»

«Unverzichtbare Leistungen»
Das tut Schmid auch in der Kirchgemeinde. Er arbeitet in einer «AG Kirchenzentrum» mit. Es ist eine von sieben Arbeitsgruppen (AG), die in der Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg der Zukunft ihrer Gemeinde mit Phantasie nachgehen. In «seiner» AG bringt er die Stimme der Jugend ein. Das Gemeinwohl beschäftigt den Kantonspolizisten. Er hört oft von Kollegen in seinem Alter, sie hätten mit der Kirche «nichts am Hut». Dann antwortet er: «Ja, jetzt. Aber später? Alle Menschen werden einmal alt, und die Leistungen der Kirche für diese Altersgruppe sind unverzichtbar.» 

 

Text | Foto: Daniel Klingenberg, St. Gallen  – Kirchenbote SG, Juli-August 2018

 


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