Logo
Spiritualität

Mensch und Tier: der Anfang

21.08.2018
Gott, der Herr, formte aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen entsprach, fand er nicht. (Genesis 2,19-20). Die biblische Besinnung dazu.

Die beiden Bibelverse stehen im zweiten Schöpfungsbericht der Genesis. Sie zeigen die biblische Sicht vom Verhältnis von Mensch und Tier. Dort steht auch, wie Gott zunächst den Ackerboden schuf, dann den Menschen «nach seinem Bild». Daraufhin erkennt Gott, dass der Mensch allein ist, und dass er eine ihm gemässe «Hilfe» erhalten soll. Aus genau diesem Grund (Gen. 2,18) schafft Gott die Tiere und will sehen, welchen Namen der Mensch jedem Tier gibt, das heisst, welche Bedeutung er jedem Tier in Bezug auf sich selber beimisst. Es zeigt sich: Der Mensch kann zwar für jedes Tier einen Namen finden, aber er bleibt allein (Gen. 2,20). Daraufhin nimmt Gott einen Teil vom Menschen und schafft einen zweiten daraus, dem Gott selbst den Namen «Menschin» gibt. Und so ist der Mensch endlich nicht mehr allein, sondern sich selbst bekannt geworden im «artgerechten» Gegenüber.

«Der Schöpfungsbericht eröffnet ein Feld lebensaktueller Überlegungen.» 

Die Ansicht, dass das Tier letztlich nicht genügt, um dem Menschen ein lebenserfüllendes Gegenüber zu sein, ist jahrtausendealt. Der Mensch braucht seinesgleichen für ein «artgerechtes» Leben. Die Tiere hingegen soll der Mensch gemäss der Bibel beherrschen (Gen. 1,26), was auch beinhaltet, dass er ihre Umstände gut ordnet und darauf achtet, was für sie artgerecht ist. Die Genesis kennt die enge Verbindung eines Tiers mit einem Menschen nicht. Wie ist es von daher zu beurteilen, wenn ein Mensch sich ein Haustier hält? Wird das dem Menschen gerecht – und dem Tier? Solche Fragen eröffnen ein Feld überraschend lebensaktueller Überlegungen.

 

Text: Oliver Gengenbach, Pfarrer Kirchgemeinde Unteres Neckertal | Foto: pixabay  – Kirchenbote SG, September 2018

 


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Von Maurer Charlotte erfasst am 06.01 2020 09:13

Erwachseme Taufe

Ein lieber Freund, der sich inzwischen sehr mit Gott verbunden hat, möchte eine Erwachsenen Taufe. Er ist als Kind reformiert getauft. Bitte können Sie uns da helfen?

Kommentar erstellen
KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Wir halten Abstand. Und im Glauben zusammen.  | Artikel

Das gemeinsame Innehalten und das stille Gebet werden uns durch diesen Frühling tragen. Hier entsteht eine Sammlung von Glaubensimpulsen, Gebeten und Beiträgen von Partnerkirchen: als Inspiration und Anregung, zum persönlichen Gebrauch, zum Weitergeben und Teilen.

 


Die St. Galler Corona-Bibel  | Artikel

In St.Gallen wird während der Corona-Krise ökumenisch die ganze Bibel von Hand abgeschrieben. Für die Kapitel des Neuen Testaments konnten sich über einen Doodle Einzelpersonen registrieren, das Alte Testament wurde von Kirchgemeinden, Vereinen usw. übernommen. Leute aus der Christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft St.Gallen haben das Buch Kohelet abgeschrieben, das Predigerbuch Salomons. Andreas Schwendener – Verantwortlicher dieses Beitrags – hat die zwölf von Hand geschriebenen Kapitel vorbeigebracht, dabei Roman Rieger von der pastoralen Arbeitsstelle den Stand der eingegangenen Kapitel erläutert. 


Ohne Worte  | Artikel

Was ist eigentlich «ERG»?  | Artikel

Dieser Clip informiert über das Wahlpflichtfach «ERG», das im Kanton St. Gallen in zwei Varianten angeboten wird.