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Leben & Glauben

Mit brennendem Herzen für Jesus

Die Allianz ist für Gust Ledergerber eine Vernetzungsplattform für Christen. Früher fand er in der Kirche aber keine Antworten für die Sehnsucht nach Leben.

Man tritt Gust Ledergerber kaum zu nahe, wenn man findet, sein Herz brenne für die Botschaft Jesu. Er selbst sagt es so. Doch das war nicht immer so. Und wahrscheinlich ist es genau das, was den Mann so glaubwürdig macht. Er hatte eine schwere Kindheit, hing in Cliquen rum, hatte Beziehungen, die nicht hielten, kam mit Alkohol und Drogen in Kontakt. «Meine Sehnsucht nach Leben fand aber keine Antwort.» In den Kirchen fand er sie jedenfalls nicht.

Er packte den Rucksack, flog weit weg, in die USA, jobbte sich durch New York und den mittleren Westen, fand Arbeit in Minneapolis. In New Orleans traf er dann einen Pfarrer. «Der hatte Antworten.»  Er lernte die Bibel kennen und Christen und erlebte das, was er Gebetserhörungen nennt, Wunder und göttliche Fügungen. Das gab seinem Leben eine neue Richtung. 

Leben, was man sagt
Er liess sich in die Gemeindearbeit rufen, wie er sagt, besuchte eine Bibelschule und schloss sein Studium an der Columbia International University ab, gründete zwei Gemeinden, eine in Dornbirn, eine in Goldach. 2000 kam er zur Stadtmission. Mit seinem Team machte der leitende Pastor die Gemeinschaft moderner und ansprechender. Statt 60 besuchen heute 450 Menschen die Gottesdienste. Modernste Technik erlaubt Sound und Videos. Für alle Altersgruppen gibt’s Angebote in der 2008 neu erbauten «Stami». 

Passionierter Kanufahrer 
Doch Gust Ledergerber hängt nicht am Äus­seren. Der passionierte Kanufahrer und Fotograf engagiert sich für die Menschen in St. Gallen. «Sozial-diakonische Angebote sind mir wichtig», hält er fest. Sie heissen Mosaik, Mittagstisch, Diakoniefonds oder Läbeplus, Anlaufstellen für Menschen, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Wie einst der junge Gust. «Wir bieten Beziehungen an und teilen Leben», betont er. Darum liegt ihm auch die Allianz so am Herzen, darum präsidiert er sie, jenen Verein, der Freikirchen und Landeskirchen einander näher bringen will. «Eine Vernetzungs-Plattform für Christen, die das Beste für die Stadt wollen.» So lebt er, was er sagt.

www.allianz-sg.ch

 

Text und Bild: Reinhold Meier, Wangs – Kirchenbote SG, Oktober 2018

«Spirituelle Erneuerung fördern»

Herr Ledergerber, als Präsident der Evangelischen Allianz in St. Gallen muss Ihnen ein grosser Spagat gelingen. Wie schaffen Sie es, unterschiedliche Kirchen und Gemeinschaften zusammenzuhalten?
Ledergerber: Mir ist wichtig, Brücken zu bauen. Dazu braucht es eine Vision, die uns verbindet. So wollen wir «der Stadt Bestes suchen». Das Bild stammt vom Propheten Jeremia der grosse Differenzen zwischen den Gläubigen erlebte. Mit dieser Vision führte er sie zusammen. 

Wie weit reicht das Spektrum der Allianz?
Es reicht von reformierten Kirchgemeinden bis zu Pfingstgemeinden, Freien Evangelischen Gemeinden bis zur Hauskirchenbewegung. Gute Kontakte gibt es auch zu Migrationskirchen und zu Persönlichkeiten der katholischen Kirche. Doch für uns stehen institutionelle Fragen nicht im Vordergrund. Es kommt auf Personen an. Was uns verbindet, ist die Lebendigkeit des Glaubens. Das ist wichtig. Dann gelingt vieles. 

Wo liegen die Vorteile der Allianz?
Ohne die Allianz würde eine wichtige Stimme für das Evangelium fehlen. Es würde auch viel Engagement fehlen, das wir miteinander praktizieren. Wir unterstützen Menschen in sozialen Notlagen, in Krankheit und finanziellen Problemen. Dafür haben wir Angebote, auch Treffpunkte geschaffen, wo sich Menschen begegnen und unterstützen. 

Wo spüren Sie die Grenzen der Allianz?
Wir haben es bisher zu wenig geschafft, als dritte, eigenständige Kraft neben den beiden Landeskirchen wahrgenommen zu werden. Das liegt auch am Image der Freikirchen. Ich wünsche mir, dass wir unvoreingenommener wahrgenommen würden. In den letzten Jahren ist das besser gelungen. Unter Christen verschiedener Herkunft wächst das gesamtkirchliche Interesse. 

Was wünschen Sie für die Allianz?
Ich wünsche mir, dass sie einen Beitrag leistet an die spirituelle Erneuerung im Lande. Es wäre wichtig, dass Kirchen und Freikirchen gemeinsam darüber nachdenken. Es wäre auch ein Beitrag in der Wertedebatte. Normen und Gesetze wirken erst, wenn das Herz bewegt ist. 

 

Interview: Reinhold Meier, Wangs

 


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

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