Logo
Kirche

Erfolgreich dank dem besonderen Geist

In Basel tagten im September die Evangelischen Kirchen Europas: Mit Erfolg. Eine europaweit geeinte protestantische Kirche trifft den Vatikan im ökumenischen Gespräch auf Augenhöhe. Kirchenratspräsident Lukas Kundert führt dies auf den besonderen Geist in der Stadt zurück.

Lukas Kundert, vor kurzem fand in Basel die Konferenz der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen Europas statt. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Und wie! Es sind in Basel zwei für die protestantischen Kirchen epochal wichtige Entscheide gefallen. Erstens haben die verschiedenen reformatorischen Kirchen Europas festgestellt, dass sie gemeinsam Kirche sind; es gibt nun eine europaweite protestantische Kirche, die sich zusammensetzt aus Reformierten, Lutheranern, Unierten und Methodisten.

Als zweites meinen Sie die Absichtserklärung mit dem Vatikan?
Ja, man hat einstimmig entschieden, die Einladung des Vatikans zum Gespräch auf europäischer Ebene anzunehmen. Damit gibt es zum ersten Mal seit der Reformation einen offiziellen Dialog zwischen den europäischen Protestanten mit dem Vatikan. Der Dialog hat die sichtbare Kirchengemeinschaft zum Ziel. Niemand weiss, wie diese Kirchengemeinschaft aussehen wird, aber man will an ihr nun aktiv arbeiten.

Konnte die Basler Kirche als Gastgeberin besondere Akzente setzen?
Die Konferenz, an der 200 Delegierte aus ganz Europa teilgenommen haben, fand im Münster statt. Der tausendjährige Kirchenraum übte eine starke Wirkung auf die Versammelten aus. Es gibt eben doch Räume, die besonders «heilig» sind. Obwohl die zwei genannten Entscheide sehr umstritten waren, war dies dann im Münster selbst wie weggeblasen. Rivalitäten und Selbstdarsteller waren chancenlos. Es war eindrücklich, wie man miteinander versuchte, die Themen konstruktiv zu bearbeiten.

Auf was führen Sie das zurück?
Wie gesagt, die Sitzungen fanden in der besonderen Atmosphäre des Münsters statt. Die Delegierten sassen an langen Tischen an dem Ort, an dem schon unsere Vorfahren um die Einheit der Kirche rangen. Das Konzil von Basel versuchte hier im 15. Jahrhundert das Auseinanderbrechen der Kirche zu verhindern; schliesslich brach sie doch auseinander. Nun haben wir darum gerungen, wieder zu sichtbarer Einheit zu finden. Viele Teilnehmende erklärten, dass an der Konferenz in Basel ein anderer Geist herrsche als sonst.

Sie sprechen es an: Hier fand 1431 das Konzil statt, hier lebte Erasmus, der zwischen Katholiken und Reformierten vermittelte. Hier rief 1989 die Europäische Ökumenische Versammlung zum Frieden auf. Und ganz in der Nähe einigten sich die Protestanten 1973 auf die Leuenberger Konkordie. Ist Basel eine Insel des Dialogs?
Ja. Wir haben uns überlegt, wie wir in Basel auch als kleine Kirche einen Beitrag zur Ökumene leisten können. Unsere finanziellen Mittel sind bescheiden. Aber wir verfügen über andere Schätze, die wir nutzen können: Das sind die Geschichte, die Tradition, die Gebäude und der Geist, den ich erwähnt habe.

Tilmann Zuber, kirchenbote-online, 9. Oktober 2018


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Karsten Risseeuw neuer Kirchenbote-Redaktor  | Artikel

Der Kirchenrat der Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen hat aus insgesamt 23 Bewerbungen Karsten Risseeuw als Nachfolger für Andreas Schwendener gewählt. Vom Redaktionsteam unterstützt, arbeitet er sich zurzeit in die vielschichtigen Aufgaben eines Kirchenbote-Redaktors ein. Mehr zu seiner Person verrät er Ihnen gleich selbst. 

 


Das Buch der Bücher – von Josef Geier  | Artikel

Der St.Galler Künstler Josef Geier konnte anslässlich des Reformationsjubiläums eine Skulptur in der Form einer begehbaren Bibel verwirklichen. Das Werk stand bei der Universität (Themenschwerpunkt: Bildung), auf dem Klosterplatz (Themenschwerpunkt: Basis & Beteiligung, beim Vadiandenkmal (Themenschwerpunkt: Befreiung) und beim Bahnhof (Themenschwerpunkt: Bewegung). In diesem Kurzporträt erzählt der Künstler, wie es zu diesem Projekt kam, das die Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen unterstützte. 

 


Wir sind an der Olma und machen Druck / Halle 2.0, Stand 2.0.30  | Artikel

Drucken Sie mit der Gutenberg Druckerpresse einen Holzschnitt oder ein modernes Plakat.
Lernen Sie kennen, wie die Reformierten die Gesellschaft prägten und weiterhin prägen.

Die Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen ist an der Olma mit einem Stand vertreten. Die
Besucherinnen und Besucher können mit einer originalgetreuen Handpresse eine eigene Bibelseite drucken, trocknenlassen und später abholen. Unser Bild zeigt von links: Pfarrer Markus Anker, der für den Druck Zuständige Hans Mühlethaler und Zentralkassier Herbert Weber.

11.-21. Oktober 2018
Halle 2.0, Stand 2.0.30

 


Bike und Bibel  | Artikel

Die St.Galler Kantonalkirche nahm 2003 einen Trend vorweg. Als der Begriff E-Bike noch in den Sternen stand, setzte sie aufs Fahrrad und eröffnete den Bibel-Veloweg. Zeit also, ihn wieder in Erinnerung zu rufen und sich auf das Velo zu schwingen, eine Tour zu unternehmen. Mehr erfahren Sie hier.

Der Flyer und die Velokarte dazu