Logo
Kirche

Sag’s mit Blumen!

Sie trotzen der Kälte, ermuntern zum Kauf und wetteifern um die Gunst der Passanten: Jährlich verkaufen Jugendliche der Kirchgemeinde Gaiserwald Rosen und bereiten damit nicht nur sich und anderen, sondern auch Rosenpflückerinnen in Kenia Freude.

Gaiserwald gehört zu den über 15 reformierten St. Galler Kirchgemeinden, die sich dieses Jahr am Samstag, 30. März, an der Rosenaktion der ökumenischen Kampagne von Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein beteiligen. Pfarrer Martin Heimbucher: «Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir uns hier engagieren.» 

Zwei Standorte – ein Wir-Gefühl
Seit 2011 führe er den Anlass im Rahmen des Erlebnisprogrammes mit Jugendlichen der Oberstufe durch, sagt Heimbucher. «Wir thematisieren im Unterricht die Arbeitsbedingungen der Menschen, diskutieren über die soziale Gerechtigkeit auf dieser Welt.»

«Anhand der Rosenaktion thematisieren wir die soziale Gerechtigkeit im Unterricht.»

Mit diesem Hintergrundwissen stehen dann die jungen Erwachsenen in Abtwil und Engelburg auf der Strasse und bieten die Rosen – welche ein Grossverteiler zum Selbstkostenpreis zur Verfügung stellt – zum Verkauf an. Der Erlös der Aktion fliesst vollumfänglich in die Projektarbeit. «Ich stelle jedes Mal fest, dass sich die Jugendlichen über dieses Gemeinschaftserlebnis freuen.» Es entwickle sich ein Wir-Gefühl, zudem sei die Aktion auch gut für die Stärkung des Selbstbewusstseins, denn hier wie dort koste es zuerst Überwindung, die Rosen an die Frau oder den Mann zu bringen. Heimbucher, der immer dabei ist, versteht es dann, aufzumuntern, zu motivieren, einen Spruch zu machen. 

Leicht rückläufige Tendenz
Mithilfe der Gaiserwalder Jugendlichen sind 2018 schweizweit 100 000 Rosen verkauft worden. «Wir hoffen, dass sich diese Zahl auf diesem Niveau einpendelt», heisst es seitens Brot für alle. Denn wegen Zusammenschlüssen von Kirchgemeinden, weniger Freiwilligen und nicht immer idealer Verkaufsstandorte sei die Tendenz beim Erlös seit Beginn der Rosenaktion im Jahr 2004 eher rückläufig. Es werde nun, so Lorenz Kummer von Bfa, auf nationaler Ebene wieder vermehrt versucht, die Vorteile wie den Kontakt zu den Leuten, die direkte Hilfe, das Erlebnis und die gute Sache herauszustreichen. 

Ein Selbstläufer

Dies braucht Pfarrer Martin Heimbucher in Gaiserwald kaum mehr zu machen. «Die
Rosenaktion ist bei uns zum Selbstläufer geworden.» Durchschnittlich verkaufen zehn Jugendliche zwischen 400 bis 800 Rosen. «Der Anlass hat sich etabliert, auch dank
vieler treuer Gemeindeglieder, die Rosen für ihren Partner, ihre Partnerin oder für
sich kaufen oder einfach das Projekt und die gute Sache unterstützen wollen und so auch das Engagement der Jugendlichen honorieren.» Denn sie lassen, im Gegensatz zu
Blumen, auch bei grösster Kälte die Köpfe nicht hängen.

 

Text: Katharina Meier | Foto: Martin Heimbucher  – Kirchenbote SG, März 2019

 

Fair (be)handeln

Die Max Havelaar-Stiftung entschied 2001, sich auch bei Blumen für bessere Arbeitsbedingungen und einen umfassenden Gesundheits- und Umweltschutz einzusetzen, und brachte die ersten fair gehandelten Blumen aus Kenia und Zimbabwe auf den Schweizer Markt.

 

Der Anbau von Blumen ist arbeitsintensiv. Entsprechend spielt die Blumen- und Pflanzenindustrie für die Entwicklungs- und Schwellenländer eine bedeutende Rolle: Sie bietet viele Arbeitsplätze und bringt Devisen ins Land. Kenias Blumenindustrie beschäftigt geschätzte 90 000 Arbeitskräfte auf Blumenfarmen und beeinflusst indirekt das Leben von knapp zwei Millionen Menschen. Bei Fairtrade-Blumen wird auch Wert auf die Stärkung der Position von Arbeiterinnen und Arbeitern gelegt, zum Beispiel mit Weiterbildungen. 

 

Die Fairtrade-Standards im Anbau und die gesamten Lieferkette sind ISO-17065-zertifiziert. (pd)


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Kommentar erstellen
KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Röbi und die Reformanzen – Das Programm als Film  | Artikel

«Lückenbüsserinnen, Lästermäuler und Lockvögel»: Die drei St.Galler Pfarrerinnen Kathrin Bolt, Andrea Weinhold und Marilene Hess verwenden Luthers Wortschöpfungen als treffende Zusammenfassung für ihre kreative Arbeit. Mit Röbi Fricker bilden sie das Reformations-Kabarett «Röbi und die Reformanzen». Andreas Schwendener war an der Dernière in der St. Galler DenkBar mit der Kamera dabei und hielt das Programm in voller Länge fest. Ein Genuss! 


St. Gallen – eine Stadt sucht ihr protestantisches Profil  | Artikel

Vor 100 Jahren ist die «freie protestantische Vereinigung St. Gallen» gegründet worden. Der Verein wollte den Zusammenhalt und die Position der Protestanten in der Stadt stärken. Heute nennt er sich Evangelisch-reformiertes Forum. Aus Anlass des Jubiläums referierte der Präsident Andreas Schwendener im Stadtsaal St. Gallen über das Ringen um ein protestantisches Profil.  

 


Der Kirchenbote ohne Folie – ein Versuch  | Artikel

Eine Teilauflage des Februar-Kirchenboten ist ohne Folie versandt worden. Durchwegs positive Rückmeldungen – auch von PostMail – sind bei der Herausgeberkommission eingetroffen.

Seit einigen Jahren wird der Kirchenbote für den Versand in Folie eingeschweisst. Regelmässig erreichen uns Anfragen zu dieser Folierung: «Geht das nicht umweltfreundlicher?» Die Kirchenbote-Kommission evaluiert zurzeit verschiedene Alternativen. 

Mehr dazu lesen Sie hier.


Uraufführung von Peter Roths Requiem  | Artikel

Im Auftrag der St. Galler Kantonalkirche hat der Musiker und Komponist Peter Roth ein Requiem geschaffen. Die Uraufführungen in St. Gallen und in Alt St. Johann zogen über 1500 Interessierte in Bann. Wer keinen Stuhl mehr ergattern konnte, dem bietet sich im kommenden Jahr nochmals die Gelegenheit «Wisst ihr denn nicht?» zu erleben, und zwar am: 

Samstag,15. Juni 2019, 20 Uhr, Grossmünster, Zürich
Sonntag, 23. Juni 2019, 17 Uhr, Lukaskirche, Luzern

Kampagne