Logo
Kultur, Politik

Das Gesicht muss bis Ende Mai verschwinden

Seit 2016 ist die Fassade der Offenen Kirche in St. Gallen mit einem Frauengesicht bemalt. Das Graffiti wurde von der Stadt für zwei Jahre bewilligt. Vor Ablauf der Frist hatte der Betreiber der Kirche, der Verein Wirkaum Kirche, ein Baugesuch für eine unbefristete Bewilligung eingereicht. Die kantonale Denkmalpflege ist gegen die Verlängerung.

Das Graffiti zeige «keinerlei Respekt gegenüber dem historischen Gebäude», heisst es laut dem St. Galler Tagblatt vom 8. April im Schreiben des Kantons. Es habe «mit der Architektur dieses bedeutenden Versammlungsbaus nicht nur nichts zu tun, sondern negiert diese vollständig». Als temporäre Installation sei das Graffiti vielleicht noch tragbar gewesen. Doch eine unbefristete Bewilligung komme nicht in Frage. Deshalb muss das Graffiti bis Ende Mai entfernt werden.

Enttäuschung beim Verein Wirkraum
«Wir sind enttäuscht», sagt Theodor Pindl vom Verein Wirkraum Kirche gegenüber dem St. Galler Tagblatt. Die Argumentation der Denkmalpflege sei nicht stichhaltig, und auf seine Argumente sei der Kanton gar nicht eingegangen.
Etwa auf die Tatsache, dass die St. Galler Bevölkerung das Gesicht überwiegend herzlich willkommen geheissen habe. Oder darauf, dass das Kunstwerk für manche inzwischen sogar identitätsstiftend sei. «Vorher war die Offene Kirche kein Anziehungspunkt, jetzt ist sie es. Das zeigen unsere Besucherzahlen, die auch dank des Graffiti deutlich gestiegen sind.»

Zukunft der Kirche ist offen
Der Verfügung des Kantons werde der Verein nachkommen, sagt Pindl dem Tagblatt weiter. «Wir werden den Fall nicht weiterziehen, aus personellen und finanziellen Gründen.» Was mit der Offenen Kirche passiert, ist ohnehin offen. Derzeit deuten alle Zeichen auf einen Abbruch. Denn der Kanton plant auf dem Areal einen neuen HSG-Campus. Die kantonale Abstimmung dazu findet am 30. Juni statt. Erst danach wird ein Architekturwettbewerb klären, ob die Kirche bestehen bleibt. 

 

Text: Mey/ref.ch, Foto: Annina Policante – Kirchenbote SG, April 2019


ÄHNLICHE ARTIKEL
Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Kommentar erstellen
Error loading Partial View script (file: ~/App_Plugins/MultiMostRead/Views/MacroPartials/IncrementView.cshtml)
KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Kurs «Nahe sein…»  | Artikel

Die Begegnung mit schwer kranken und sterbenden Menschen erfordert Respekt, Offenheit und Einfühlungsvermögen. Der Grundkurs möchte entdecken helfen, wie wir für Menschen am Ende ihres Lebens dasein können. Der Kurs bietet Gelegenheit, sich mit der eigenen Sterblichkeit, mit dem Tod und dem Abschied auseinanderzusetzen. Die ökumenische Fachstelle «Begleitung in der letzten Lebensphase» (kurz BILL) bietet am 16. und 23. November in Wattwil einen Kurs an. Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte dem Flyer.


Den Kirchenboten geprägt  | Artikel

Er hat 24 Jahre den St. Galler Kirchenboten gestaltet: Mit der Pensionierung per Ende Juni verlässt Andreas Schwendener mit Kürzel as die Redaktionsstube.


St. Galler Singtag 2019  | Artikel

«Suche Frieden» ist eines der diesjährigen Singtaglieder sein, die  am 27. Oktober mit allen Interessierten in der St.Galler Lokremise geteilt werden. Weil dann aber das Jahr schon zu weit fortgeschritten ist, um noch ein Lied zur Jahreslosung zu lancieren, hat die Spurgruppe «Suche Frieden» bereits jetzt aufgenommen – diesmal sogar mit Video: Saxofonist ist Peter Lenzin, und er wird uns dieses Jahr auch mit seinem Spiel beim Singtag beehren!

Noten, Demo zum üben und den Flyer finden Sie unter der Agenda.


Warum Religionsunterricht?  | Artikel

Dieser Clip informiert über das Schulfach «Religionsunterricht», welches im Kanton St. Gallen von den evangelisch-reformierten Kirchgemeinden angeboten wird.