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Spiritualität

So werden Sie Millionär!

23.04.2019
Das Gleichnis der Talente – Mehr als nur Geldvermehrung. Gedanken zu den Worten aus Mt. 25 von Pfarrer Klaus Fischer, Gossau SG.

Die Arbeit ist für den Menschen mehr als notwendiger Lebensunterhalt. Sie ist ein wesentlicher Bereich für die Verwirklichung seiner Berufung. Arbeit ist Gottesdienst im Alltag. Das war lange eine protestantische Grundüberzeugung, die sich bereits in
einem Gleichnis Jesu aus dem Matthäusevangelium finden lässt (Mt 25).

 

Dort heisst es: «Es ist wie mit einem, der seine Knechte rief, bevor er ausser Landes ging, und ihnen sein Vermögen anvertraute; und dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eines, jedem nach seinen Fähigkeiten, und er ging ausser Landes. Sogleich machte sich der, der die fünf Talente erhalten hatte, auf, handelte damit und gewann fünf dazu, ebenso gewann der, der die zwei hatte, zwei dazu. Der aber, der das eine erhalten hatte, ging hin, grub ein Loch und verbarg das Geld seines Herrn.»

Der dritte Knecht tut nichts
Arbeit, so kann man das interpretieren, enthält immer zweierlei: die unterschiedlichen, natürlichen und deshalb gottgegebenen Fähigkeiten und Begabungen, die Talente. Und den möglichst erfolgreichen Einsatz dieser Gaben. Die beiden Knechte, die ihre Talente verdoppelten, werden nach der Rückkehr gelobt. Der dritte Knecht, der das Talent vergrub, wird dagegen beschimpft: «Du böser und fauler Knecht! Du hast gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? Dann hättest du mein Geld den Wechslern bringen sollen, und ich hätte bei meiner Rückkehr das Meine mit Zinsen zurückerhalten.»

Im Sinne der Bergpredigt arbeiten
Schon immer hat die ausschliessliche Wertschätzung von Leistung und Erfolg im Gleichnis Unbehagen ausgelöst. Und versteht man das Talent im ursprünglichen Sinn, als eine sehr hohe Geldsumme, dann verteidigt der Text das aktuelle Verhältnis von Kapital und Arbeit. Grosses Kapital lässt sich einfach vermehren, während dort, wo nur die eigene Arbeit dem Lebensunterhalt dient, letztlich kaum etwas übrigbleibt. «Denn jedem, der hat, wird gegeben werden, und er wird haben im Überfluss; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er hat.» 

Doch wie wäre es, wenn das Talent nicht das ist, was ein Mensch mitbringt oder besitzt, um es dann für sich zu entfalten? Sondern das, was der abwesende Jesus uns als Möglichkeit und Auftrag hinterlassen hat: füreinander im Sinne der Bergpredigt zu arbeiten. So liesse sich dieses Gleichnis vielleicht noch retten …

 

Text: Klaus Fischer, Pfarrer, Gossau | Foto: Katharina Meier  – Kirchenbote SG, Mai 2019

 


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Von Anja Knöpfli erfasst am 20.11 2021 20:59

Taufbestätigung

Die Kantonalkirche ist Teil der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz (Abgekürzt EKS). Diese empfiehlt allen Kantonalkirchen die Taufbestätigung oder Taufferinnerung zu feiern (Kap. 4.4 in der eigenen EKS Broschüre Tsufe in evangelischer Perspektive). Es ist eine Amtshandlung sogar in der Evangelischen Landeskirche Thurgau. https://eks.marc.beta.cubetech.ch/wp-content/uploads/2019/11/biblische_aspekte_taufe_de.pdf Leider wurde mir aber die Taufbestätigung schon verweigert n der Kantonalkirche St.Gallen von einem Pfarrer dieser, da ich Bisexuell bin und es wurde kein Stellvertreter organisiert! Leider hast du anders als im Thurgau kein Recht darauf, da es nicht in der Kirchenordnung von St.Gallen vorkommt! Wer Taufbestätigung auch kennt ist die überregionale Metal Church!

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