Logo
Leben & Glauben, Politik

«Seid froh über unsere Welt»

29.04.2019
Für eine Friedens- statt Rüstungsregion am Bodensee: Ein sonniger Ostermontag 2019. Im Zug nach Konstanz treffen sich Altbekannte, unterwegs zum Internationalen Bodensee-Friedensweg. Dieser wird seit den 80er-Jahren von Kirchen und Friedensbewegungen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich getragen.

Begleitet von Trommelklängen bewegen sich gegen tausend Personen in einem langen Zug durch Konstanz. Viele tragen bunte Friedensfahnen oder Transparente. Kritisiert werden Waffenexporte in Kriegsregionen und das Zögern der Schweiz und Deutschlands beim Unterzeichnen des Atomwaffenverbots. Ein zehnjähriges Mädchen schrieb auf seine Tafel:  «Seid froh über unsere Welt.» Schaulustige filmen den bunten Umzug. 

Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel! 
Beim Stadtgarten spricht Jürgen Grässlin von der Kampagne «Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!» Er verhandelt mit den Rüstungsfirmen, mit Gewerkschaften und politischen und juristischen Instanzen. Sein Ziel: Aus der dichtesten Rüstungsregion Europas soll eine Friedensregion am Bodensee entstehen. Es gebe viele zivile Produkte, auf welche die Rüstungsfirmen umstellen könnten. Jürgen Grässlin kämpft mit harten Anklagen, aber auch kleinen Hoffnungszeichen. Puuu tönte es, wenn er Schweizer Firmen erwähnt, die gleichzeitig an Indien und Pakistan Waffen liefern; Applaus, wenn er von Strategieänderungen einzelner Konzerne erzählt.  

Weiter geht der Friedenweg entlang dem See nach Kreuzlingen. Das Referat klingt nach und löst Diskussionen aus: Lässt sich der weltweite Rüstungswahnsinn so beeinflussen? Wie kann die Schweizer Rüstungsindustrie überleben ohne Exporte? Wenn wir nichts produzieren, tun das Andere …. Darum resignieren? Und sich am blühenden Leben freuen? An der Landesgrenze bilden die Demonstrierenden ein grosses Peace-Zeichen.

Banken werden angeklagt 
Nach einem Linsengericht am Kreuzlinger Hafen die Abschlusskundgebung mit der 88-jährigen Berner Friedensaktivistin Louise Schneider. Sie klagt die Banken an, welche ihr Geld im Rüstungsgeschäft vermehren, und sie will mit der GSOA auch künftige Schweizer Kampfflugzeugprojekte verhindern.  Annette Willi aus Genf stellt die internationale Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen vor und Arne Engeli, der heute 83-jährige Mitinitiant des Friedenswegs, erinnert an die Tageslosung für den Ostermontag:  

«Zur letzten Zeit wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.» Jesaja 1, 2.4

Das ganze Referat von Jürgen Grässlin: https://youtu.be/Y8k4aK2uRmw

 

Text und Bilder: Andreas Schwendener – Kirchenbote SG, 29. April 2019


ÄHNLICHE ARTIKEL
Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Von Maurer Charlotte erfasst am 06.01 2020 09:13

Erwachseme Taufe

Ein lieber Freund, der sich inzwischen sehr mit Gott verbunden hat, möchte eine Erwachsenen Taufe. Er ist als Kind reformiert getauft. Bitte können Sie uns da helfen?

Kommentar erstellen
KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


«Pilger»  | Artikel

Mit dem Lied «Mariam Matrem», vorgetragen vom «Pilgerprojektchor Inscriptum», erleben wir in diesem kurzen Trailer die «Pilger» des Künstler Johann Kralewski, wie sie in der Offenen Kirche St.Gallen auf das Graffiti «des offenen Himmels» von Stefan Tschirren blicken und sich in die Kirche St.Mangen bewegen - am 24.9.2021. Leitung des Projektchors: Walter Raschle. Clip: Andreas Schwendener

Umzug in die Kirche St. Mangen in voller Länge (38 Minuten).


«Unser Vater» - Lied aus der St. Johanner Jodelmesse  | Artikel

«Unser Vater» ist das kürzeste und einfachste Lied, das Peter Roth je geschrieben hat. Das im Dialekt gesungene Gebet ist ein zentraler Teil der lateinischen St. Johanner Jodelmesse. In dieser Folge spricht Peter zudem über die Beziehung zu seinem eigenen Vater und was Männlichkeit für ihn in Bezug auf seine Kreativität als Komponist bedeutet.


Bloggen Sie mit!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie.