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Kultur

Edler Tropfen aus dem Pfarrhausgarten

Hinter dem Pfarrhaus der Kirchgemeinde Schaffhausen-Buchthalen erstreckt sich ein Rebberg mit 200 Rebstöcken. Der dort gewonnene Wein trägt den Namen «Herrgottströpfli».

Der gut besonnte Hang mit seinen 200 Rebstöcken der Sorte Regent verbreitet das Flair einer typischen Weinregion. Doch der Ausblick auf den Rhein verrät die Stadtnähe. Tatsächlich liegt der Rebberg mitten im Schaffhauser Stadtquartier Buchthalen und gehört zum Garten des Pfarrhauses der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde. Arbeiten in den Reben steht aber nicht im Pflichtenheft der Pfarrperson. Seit 24 Jahren bewirtschaftet der Rebverein Rosenberg die Reben unter der Anleitung eines Rebmeisters. Die freiwillige Arbeit in den Reben ist nur der eine Aspekt des Vereins: «Wir möchten auch das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den 160 Mitgliedern stärken», sagt Walter Rüegg, der 21 Jahre lang Vereinspräsident war. Die Arbeit in den Reben verbinde die Generationen. «Die Wümmet ist recht beliebt und bei den Kindern». Nach alter Bauernregel sollten die Trauben an Johanni, also am 24. Juni blühen. «Der Traubenblust ist für das Weinjahr eminent wichtig. Wir feiern dieses Ereignis jeweils in den Reben bei einem Glas Wein und einer Wurst vom Grill», so Rüegg.

«Herrgottströpfli»
Der Wein aus dem Rebberg im Pfarrhausgarten trägt den edlen Namen «Herrgottströpfli». Die Bezeichnung ging aus einem Wettbewerb unter den Mitgliedern hervor. Walter Rüegg gerät ins Schwärmen, wenn er den Wein beschreibt: «Die Rebsorte, aus der das «Herrgottströpfli» gekeltert wird, liefert einen farbintensiven Rotwein mit viel Körper und ausgeprägter Tanninstruktur. Ich würde ihn als milden, samtigen Rotwein bezeichnen, der mit seinen Aromen von Kirschen oder Johannisbeeren an einen südländischen Rotwein erinnert».

Mitten im Quartier
Der Rebberg entstand mitten im Quartier auf einer gut besonnten Halde. Einst war sie mit Obstbäumen und Beerenstauden bepflanzt, die keinen Ertrag mehr hergaben. «Die Bewirtschaftung des steilen Gelände war eine Zumutung für die Pfarrperson, sofern nicht Bergbauernblut in ihren Adern floss», erzählt Walter Rüegg. Statt den Unterhalt einem Gärtner zu übertragen, sei man auf die Idee gekommen, einen Rebberg anzulegen. «Die Kirchgemeinde liess sich überzeugen und rief im März 1995 den Rebverein Rosenberg ins Leben», erzählt der Präsident der ersten Stunde. 

2018 war ein Rekordjahr
Seither ist der Wein aus dem Pfarrhausgarten zum festen Bestand der Kirchgemeinde geworden. Im Handel findet man das «Herrgottströpfli» jedoch nicht, es ist ausschliesslich für den Eigenbedarf bestimmt: Für das Abendmahl, besondere Gemeindeanlässe, als Geschenk bei Besuchen von Gemeindemitgliedern und als Lohn für die freiwillig Mitarbeitenden im Rebberg.
Das Jahr 2018 war mit 450 Kilogramm geernteten Trauben und 97 Grad Oechsle ein Rekordjahr. Gespannt blickt der Rebverein der Ernte 2019 entgegen.

Adriana Schneider, kirchenbote-online, 19. Juli 2019-07-09 

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