Logo
Kirche

Erproben und neu denken

22.07.2019
«Neues wagen». Dieses Motto zog sich wie ein roter Faden durch die Sitzung der Synode, dem kantonalen, evangelischen Kirchenparlament.

Der Kirchenrat möchte «zukunftsfähige Formen von Kirche ermöglichen, die nicht auf das bestehende Territorialprinzip fixiert sind und auch nicht einseitig von den traditionellen Finanzströmen der Kirche abhängig sind».

In neuen Strukturen denken
Neu soll deshalb eine 50-Prozent-Stelle zur Förderung von «Erprobungsräumen» oder «fresh expressions of church» kreiert werden. Der Wunsch, Kirche und Gemeinde in neuen Strukturen zu denken und zu leben wurde an verschiedenen Tagungen zur Kirchenentwicklung laut. Christina Aus der Au, Frauenfeld, freut sich, dass der Kirchenrat mit seinem Antrag, der einstimmig genehmigt wurde, Türen öffnet: «Wir brauchen Mut, etwas zu bewilligen, von dem wir noch nicht wissen, wie es herauskommt. » Der Kirchenrat wurde beauftragt, ein Grobkonzept dafür zu erarbeiten und der Synode bis Ende 2020 zur Abstimmung vorzulegen. Pfarrer Gottfried Spieth aus Diessenhofen stellte den Antrag, die Gemeinden in den Ausgestaltungsprozess einzubeziehen, was die Synode deutlich ablehnte. Hanspeter Rissi aus Kreuzlingen dagegen wollte «Mut machen zu experimentieren, statt zu reglementieren».

Jeden Sonntag feiern
In seiner Interpellation wollte Rolf Ziegler aus Schönholzerswilen wissen, ob der Kirchenrat eine Möglichkeit sieht, von der sonntäglichen Gottesdienstverpflichtung abzuweichen. Gerade für kleinere Kirchgemeinden sei der Grundsatz, jeden Sonntag in der eigenen Gemeinde einen Gottesdienst durchzuführen, finanziell und personell oft schwer zu stemmen, vor allem bei Pfarrvakanzen und in der Ferienzeit. Der Kirchenrat hielt in Anlehnung an die erst fünfjährige Kirchenordnung jedoch an diesem Grundsatz fest. Der Interpellant erachtete es deshalb als besser, dieses Thema an der nächsten Gesprächssynode zu diskutieren.

Später in Rente gehen
Wegen Erhöhung des Renteneintrittsalters bei der Pensionskasse passte die Synode personalrechtliche Reglemente an. Zwar hatte die Synode keine Befugnis, den Beschluss der Pensionskasse inhaltlich zu ändern, Diskussionen erfolgten dennoch. Als erste Pensionskasse schweizweit erhöhte Perkos, die Pensionskasse der Thurgauer Landeskirche, das vorsorgerechtliche Renteneintrittsalter bei einem gleichbleibenden Umwandlungssatz von 5.5 Prozent. Es steigt in den Jahren 2020 bis 2025 kontinuierlich um sieben Monate an. Harald Ratheiser vom Stiftungsrat und Arbeitnehmervertreter im geschäftsleitenden Ausschuss der Perkos verteidigte den Beschluss: «Er gibt den Arbeitnehmenden Sicherheit über die Höhe der Renten. Mit dieser Lösung zur Berufsvorsorge praktizieren wir in der zweiten Säule, was auch in der ersten Säule noch auf uns zukommen wird.»


(25. Juni 2019, Brunhilde Bergmann)

Synodejournal


Gewinn.
Die Rechnung 2018 der Evangelischen Landeskirche Thurgau schliesst mit einem Ertragsüberschuss von knapp 200‘000 Franken ab. Der Gewinn wird dem Eigenkapital zugewiesen.

Au-Pair. Die Au-Pair-Stellenvermittlung Westschweiz und Tessin wird mit der Pensionierung der jetzigen Stelleninhaberin Ende Mai 2020 aufgegeben.

Rückgang. Trotz des positiven Rechnungsresultats bezeichnete die Geschäftsprüfungskommission der Synode (GPK) die Finanzlage als labil: Die Umsetzung der Unternehmenssteuerreform bedeute geringere
Steuereinnahmen von rund 150‘000 Franken.

Reduziert. Die Wiederbesetzung der Fachstelle bei Arbeitslosigkeit erfolgt mit reduziertem Pensum von 80 auf 50 Stellenprozent.

Abgelehnt. Ein Antrag von Pfarrer Markus Aeschlimann aus Frauenfeld, den Fonds für kirchliche Hilfe im Inland mit 15‘000 Franken aus dem Rechnungsgewinn 2018 zu äufnen, lehnte die Synode nach eingehender Diskussion ab.

Gespräche. Die Synode beschloss, am 31. August 2020 in der Kartause Ittingen eine weitere Gesprächssynode rund um die eigene kirchliche Identität durchzuführen.

ökFibu. Die Synode genehmigte den Vertrag zur gemeinsamen Trägerschaft mit der Katholischen Landeskirche beim Unternehmen ökFibu, das den Kirchgemeinden eine Software für die Finanz- und Lohnbuchhaltung zur Verfügung stellt.


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Von Maurer Charlotte erfasst am 06.01 2020 09:13

Erwachseme Taufe

Ein lieber Freund, der sich inzwischen sehr mit Gott verbunden hat, möchte eine Erwachsenen Taufe. Er ist als Kind reformiert getauft. Bitte können Sie uns da helfen?

Kommentar erstellen
KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Zwischen Zebra und Löwe  | Artikel

An der St. Galler Olma kann man sich hinter einer Krippe fotografieren lassen – umgeben von exotischen Tieren. Hinter der ungewöhnlichen Aktion steckt die reformierte Kiche des Kantons St. Gallen.


«Pilger»  | Artikel

Mit dem Lied «Mariam Matrem», vorgetragen vom «Pilgerprojektchor Inscriptum», erleben wir in diesem kurzen Trailer die «Pilger» des Künstler Johann Kralewski, wie sie in der Offenen Kirche St.Gallen auf das Graffiti «des offenen Himmels» von Stefan Tschirren blicken und sich in die Kirche St.Mangen bewegen - am 24.9.2021. Leitung des Projektchors: Walter Raschle. Clip: Andreas Schwendener

Umzug in die Kirche St. Mangen in voller Länge (38 Minuten).


«Back to the roots!» mit Zen-Meister Niklaus Brantschen  | Artikel

«Back to the roots», die Folge 24 von «Zauberklang der Dinge», verbindet die Refrains von zwei Liedern, die Peter Roth nach Gedichten von Dschallalu Din Rumi geschrieben hat. Beide giessen die tiefsten Einsichten aller Mystikerinnen und Mystiker, zu allen Zeiten, in poetische Worte und Bilder. In «This body is a rose» hören wir: Während Formen kommen und gehen, ist ihre Essenz unvergänglich, ewig! Und in «Don’t go away» sagt Rumi: Die ganze Schöpfung, alles fließt aus der gleichen Quelle – kehren wir zu ihr zurück – back to the root of the root! Barbara Balzan und Niklaus Brantschen – die junge Sängerin und der alte Zen-Meister, die Frau und der Mann – teilen ihre Gedanken zu diesen Liedern.


Bloggen Sie mit!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie.