Logo
Politik

«Das Klima sind wir»

«Unser Haus brennt», sagt Greta Thunberg. «Das Klima sind wir», erklärt der St. Galler Kirchenrat und Pfarrer Heinz Fäh, Rapperswil-Jona im Bettagsmandat 2019. Für ihn soll die Hoffnung auf das Reich Gottes Antrieb sein für christliches Handeln im Blick auf eine bessere Zukunft – auch im Sinne der kommenden Generationen.

Und der Herr, Gott, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaute und bewahrte. (Genesis 2,15)

Ein Mädchen setzt sich mit einem Pappschild vor das schwedische Parlament. Darauf steht: Schulstreik für das Klima. Die 15jährige Greta Thunberg streikt jeden Freitag, pünktlich ab acht Uhr morgens. Was als jugendlicher Akt der Verzweiflung begann, ging viral durch die sozialen Netzwerke und wurde zur internationalen Bewegung. Greta klagt die Generation der Erwachsenen an und richtet ihren Appell an die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft. «Unser Haus brennt», sagt die Schülerin.

Umwelt als Opfer
Der Klimawandel bedrohe nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch unsere menschliche Zivilisation. «Unsere Umwelt wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können.» Die junge Aktivistin ist zur Symbolfigur einer neuen Generation geworden. Sie steht dafür ein, dass jetzt endlich gehandelt und nicht nur verhandelt werden muss. Und sie gibt uns allen zu denken. Sie steht mit ihrer Person für das, was uns die Wissenschaft längst mahnend vor Augen führt.

Million Arten von Lebewesen verschwunden oder gefährdet
Durch den Einfluss der Menschen auf Boden, Luft und Wasser sind heute bereits eine Million Arten von Lebewesen verschwunden oder akut vom Aussterben bedroht. Wir sind dabei, die gute Schöpfung Gottes in kurzer Zeit zu plündern und zu zerstören. Die Folgen davon sind weithin sichtbar, doch die einschneidenden Konsequenzen werden letztlich die kommenden Generationen tragen müssen. 

Den Worten müssen Taten folgen
Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung waren die Leitworte christlichen Handelns seit den 1980er -ahren. Sie sind heute aktueller denn je. Sie erinnern uns an die Verantwortung, die wir für unsere Mitmenschen, für das Klima unseres Zusammenlebens und für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen tragen. Doch den Worten müssen auch Taten folgen – global, national und ganz persönlich.

Langsamer leben, mehr teilen
Wir könnten zum Beispiel langsamer leben, mehr teilen und weniger für uns selber besitzen wollen. Unsere helvetische Innovationskraft könnte uns erfinderisch machen, die von Gott geschenkte Welt nachhaltiger und für alle Menschen gerechter zu nutzen. Dafür braucht es den Beitrag der Politik, der Wirtschaft aber vor allem jenen von uns persönlich.Ein kleines Beispiel mag dies veranschaulichen: Laut einer ETH-Studie werden in der Schweiz pro Kopf jeden Tag 300 Gramm Lebensmittel in den Müll geworfen. Muss das sein? Das können wir doch besser. Die junge Greta sagte: «Ich habe gelernt, dass man nie zu klein dafür ist, um einen Unterschied zu machen.»

Eidg. Dank-, Buss- und Bettag als Anstoss 
Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag erinnert uns daran, dass uns vieles anvertraut ist, wofür wir dankbar sein können. Er ist uns Anstoss, unseren Lebensstil zu hinterfragen und zu verändern. Schliesslich ruft er uns zum Gebet auf und macht uns damit bewusst, dass nicht alles in unserer Hand liegt. Vielmehr vertrauen wir auf Gottes Schöpfungskraft und bitten für unser Wirken um seinen Segen. 

Hoffnung als Antrieb 
Als Christenmenschen sind wir nicht von Angst gesteuert, sondern von der Hoffnung beseelt, die Welt zu verändern. Wir glauben nicht an den Weltuntergang, sondern an das Kommen des Reiches Gottes. Diese Hoffnung war immer ein Antrieb für christliches Handeln im Blick auf eine bessere Zukunft – um unseretwillen, um der künftigen Generationen Willen, um Gottes Willen. 

 

Text: Heinz Fäh, Rapperswil-Jona, Foto: Kirchenbote SG, September 2019 

Wirkraum Kirche – Stattkloster St. Gallen

Die Bettagskollekte ist gemäss Beschluss der St. Galler Synode vom 24. Juni 2019 zu erheben für die Arbeit von WirkRaumKirche für das Projekt «Stattkloster St. Gallen» 2019 – 2021. Weitere Informationen unter: www.wirkraumkirche.ch


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Kommentar erstellen
KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Kurs «Nahe sein…»  | Artikel

Die Begegnung mit schwer kranken und sterbenden Menschen erfordert Respekt, Offenheit und Einfühlungsvermögen. Der Grundkurs möchte entdecken helfen, wie wir für Menschen am Ende ihres Lebens dasein können. Der Kurs bietet Gelegenheit, sich mit der eigenen Sterblichkeit, mit dem Tod und dem Abschied auseinanderzusetzen. Die ökumenische Fachstelle «Begleitung in der letzten Lebensphase» (kurz BILL) bietet am 16. und 23. November in Wattwil einen Kurs an. Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte dem Flyer.


Den Kirchenboten geprägt  | Artikel

Er hat 24 Jahre den St. Galler Kirchenboten gestaltet: Mit der Pensionierung per Ende Juni verlässt Andreas Schwendener mit Kürzel as die Redaktionsstube.


St. Galler Singtag 2019  | Artikel

«Suche Frieden» ist eines der diesjährigen Singtaglieder sein, die  am 27. Oktober mit allen Interessierten in der St.Galler Lokremise geteilt werden. Weil dann aber das Jahr schon zu weit fortgeschritten ist, um noch ein Lied zur Jahreslosung zu lancieren, hat die Spurgruppe «Suche Frieden» bereits jetzt aufgenommen – diesmal sogar mit Video: Saxofonist ist Peter Lenzin, und er wird uns dieses Jahr auch mit seinem Spiel beim Singtag beehren!

Noten, Demo zum üben und den Flyer finden Sie unter der Agenda.


Warum Religionsunterricht?  | Artikel

Dieser Clip informiert über das Schulfach «Religionsunterricht», welches im Kanton St. Gallen von den evangelisch-reformierten Kirchgemeinden angeboten wird.