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Religionen

Verzichten oder geniessen? – Eine Kontroverse I

21.01.2020
Fasten in der Passionszeit ist im Trend. Sollen auch Reformierte in dieser Zeit auf etwas verzichten? Ja, findet Kim Etter, Mitorganisatorin der Aktion «40 tage ohne» der St. Galler Kirchen. Denn Verzicht verändert unseren Blickwinkel. Dadurch schätzen wir mehr, was wirklich wichtig ist im Leben.

Vielen Menschen in der Schweiz geht es sehr gut. Doch stellen wir uns folgende Frage zu wenig: «Brauche ich, was ich habe? Habe ich, was ich brauche?» Wie kann man darauf eine Antwort finden?

Nein sagen als Herausforderung
In der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostersonntag kann man auf Verschiedenes verzichten: auf Süssigkeiten, auf soziale Medien, auf Unpünktlichkeit. Man kann den Fleischkonsum reduzieren, Treppen steigen statt den Lift zu nehmen. Es gibt sehr viele Möglichkeiten. Jede hat ihren Vorteil. Denn so steht mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben zur Verfügung. Verzichten ist auch ein willkommener Anlass, um bewusst «Nein» zu sagen und sich einer Herausforderung zu stellen: Schaffe ich es, auf Fernsehen und Serien zu verzichten?

Blick auf Mitmenschen richten
Verzicht lehrt mich, bewusster zu geniessen und dankbar dafür zu sein, was ich habe. Indem ich verzichte, wird mir bewusst, wie gross mein Wohlstand eigentlich ist. Eine wunderbare Erfahrung war, dass mir das Verzichten half, den Blickwinkel zu wechseln: weg von den eigenen Bedürfnissen, hin zu anderen Menschen.

Im Verkehr den Vortritt lassen
Der Verzicht ist der Bruder des Schenkens. Auch das Schenken führt zu einem Perspektivenwechsel, verändert das Miteinander. So können selbst Kleinigkeiten das Zusammenleben positiv verändern: jemandem ein Lächeln schenken, ein Kompliment machen, im Verkehr jemandem den Vortritt lassen. Ob ich verzichte oder schenke, beides sendet ähnliche Signale aus: dass ich meine Mitmenschen wirklich wahrnehme und dabei auch Kleinigkeiten beachte.

Gemeinschaftserlebnis
Sein Verzichtsvorhaben kann man bei «40 tage ohne» online anmelden, am besten zusammen mit Freunden. Dadurch wird es zu einem Gemeinschaftserlebnis und der Verzicht fällt leichter. 

Wie Stefan Degen, Redaktor des St. Galler Kirchenboten, über die Frage des Verzichts oder des Geniessens denkt, lesen Sie hier.  

Text: Kim Etter | Foto: Pixabay  – Kirchenbote SG, Februar 2020

 

«40 tage ohne»

Die Aktion «40 tage ohne» wird getragen vom Netzwerk Junge Erwachsene der Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen und von der Fachstelle Kirchliche Jugendarbeit des Bistums St. Gallen. Interessierte können sich online anmelden.

www.40-tage-ohne.ch


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Von Anja Knöpfli erfasst am 20.11 2021 20:59

Taufbestätigung

Die Kantonalkirche ist Teil der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz (Abgekürzt EKS). Diese empfiehlt allen Kantonalkirchen die Taufbestätigung oder Taufferinnerung zu feiern (Kap. 4.4 in der eigenen EKS Broschüre Tsufe in evangelischer Perspektive). Es ist eine Amtshandlung sogar in der Evangelischen Landeskirche Thurgau. https://eks.marc.beta.cubetech.ch/wp-content/uploads/2019/11/biblische_aspekte_taufe_de.pdf Leider wurde mir aber die Taufbestätigung schon verweigert n der Kantonalkirche St.Gallen von einem Pfarrer dieser, da ich Bisexuell bin und es wurde kein Stellvertreter organisiert! Leider hast du anders als im Thurgau kein Recht darauf, da es nicht in der Kirchenordnung von St.Gallen vorkommt! Wer Taufbestätigung auch kennt ist die überregionale Metal Church!

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