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Wirtschaft

Verzichten oder geniessen? – Eine Kontroverse

21.01.2020
Fasten in der Passionszeit ist im Trend. Sollen auch Reformierte in dieser Zeit auf etwas verzichten? Nein, findet Stefan Degen, Redaktor des St. Galler Kirchenboten. Denn Verzicht um des Verzichts Willen ist nicht erstrebenswert. Wichtiger ist, Verantwortung für den eigenen Konsum zu übernehmen.

Ein Schluck Wasser war alles, was ich mir wünschte. Ich war am Wandern und hatte dummerweise zu wenig Wasser eingepackt. Der Durst war so intensiv, dass alles andere an Bedeutung verlor. Das Einzige, was zählte, war Wasser.

Kein Leiden um des Leidens Willen
Hatte der unfreiwillige Wasserverzicht auch etwas Gutes? Sollte ich gar öfter darauf verzichten, um den intensiven Durst zu erleben? Ich meine Nein. Denn beim Wandern auf Wasser zu verzichten ist weder gesund noch sinnvoll. Und Leiden um des Leidens Willen möchte ich nicht. Ähnlich verhält es sich mit Konsumgütern: Ein leckeres Stück Torte, ein kühles Bier, das praktische Smartphone – natürlich sind diese Dinge nicht lebensnotwendig, anders als Wasser. Aber sie machen Freude. Daran ist nichts Schlechtes, im Gegenteil: Gemeinsames Geniessen verbindet.

Folgen des Konsums bedenken
Gewiss, es gibt gute Gründe, sich zu mässigen. Es bekommt mir nicht gut, wenn ich täglich Torten verzehre, Bier trinke und ständig ins Smartphone glotze. Und mein Konsum hat Folgen für meine Mitmenschen und die Umwelt, etwa mein Fleischkonsum oder der Kauf von Elektronikartikeln.

Kein religiöses Gesetz
Zwingli hat sich zu Beginn der Reformation für die Abschaffung der Fastengesetze stark gemacht. Es ging ihm darum, aus dem Verzicht kein religiöses Gesetz zu machen. Wohl aber wollte er Verantwortung für die gesellschaftlichen Folgen des Handelns übernehmen, wie sein Engagement gegen das Söldnerwesen zeigt. Was heisst das für heute?

365 Tage im Jahr
Wenn ich zu oft ins Smartphone glotze, lege ich es weg. Wenn ich zu viel trinke, mache ich eine Bierpause. Ich kaufe keine unnötigen Elektronikartikel. An 365 Tagen im Jahr. Doch wenn ich nach der Wanderung einkehre, freue ich mich dankbar über ein kühles Bier und eine knackige Wurst. Auch in der Passionszeit. 

 

Wie Kim Etter über die Frage des Verzichts oder des Geniessens denkt, lesen Sie hier

 

Text: Stefan Degen | Foto: Pixabay  – Kirchenbote SG, Februar 2020

 

«40 tage ohne»

Die Aktion «40 tage ohne» wird getragen vom Netzwerk Junge Erwachsene der Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen und von der Fachstelle Kirchliche Jugendarbeit des Bistums St. Gallen. Interessierte können sich online anmelden. 

www.40-tage-ohne.ch


Von roundabout SG-APP (Rahel Schwarz) erfasst am 14.09 2018 11:50

Danke!

Vielen Dank für die Veröffentlichung des Artikels. Wir freuen uns über jedes interessierte Mädchen, über neue Partnerorganisationen oder Workshop-Anfragen. Freundliche Grüsse Rahel Schwarz kantonale Leiterin roundabout SG-APP

Von Anja Knöpfli erfasst am 20.11 2021 20:59

Taufbestätigung

Die Kantonalkirche ist Teil der Evangelisch-Reformierten Kirche Schweiz (Abgekürzt EKS). Diese empfiehlt allen Kantonalkirchen die Taufbestätigung oder Taufferinnerung zu feiern (Kap. 4.4 in der eigenen EKS Broschüre Tsufe in evangelischer Perspektive). Es ist eine Amtshandlung sogar in der Evangelischen Landeskirche Thurgau. https://eks.marc.beta.cubetech.ch/wp-content/uploads/2019/11/biblische_aspekte_taufe_de.pdf Leider wurde mir aber die Taufbestätigung schon verweigert n der Kantonalkirche St.Gallen von einem Pfarrer dieser, da ich Bisexuell bin und es wurde kein Stellvertreter organisiert! Leider hast du anders als im Thurgau kein Recht darauf, da es nicht in der Kirchenordnung von St.Gallen vorkommt! Wer Taufbestätigung auch kennt ist die überregionale Metal Church!

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