Logo
Kultur

Lebendig und verankert

24.03.2020
Der Oratorienchor St. Gallen schenkt sich zu seinem 400. Geburtstag ein Buch.

«Welch schön bebilderte und sorgsam recherchierte Einblicke in das musikalische und kulturelle Leben der Stadt St. Gallen!» Ortsbürgerpräsident Arno Noger ist über das Buch des Oratorienchors St. Gallen entzückt. Es fasst die 400-jährige Geschichte des wohl ältesten bis heute bestehenden Chors der Schweiz zusammen. Die Geschichte der Musikformation beginnt Anfang des 17. Jahrhunderts, während des Dreissigjährigen Kriegs. Pest- und Cholerazüge prägen das Leben der Stadt St. Gallen: Acht Gymnasiasten gründen ein collegium musicum sangallensis, geben sich strenge Regeln und üben mehrmals wöchentlich.

Gut dokumentierte Vergangenheit

Insgesamt umfassen die Unterlagen des Gründungsvereins 22 Verzeichniseinheiten. Dazu gehören Statuten, Bussenbüchlein, Inventare über die Bücher und Instrumente, Mitgliederlisten und Informationen über das Übungslokal Singerhüsli auf dem Bohl. Auch sämtliche Namen der Gründungsmitglieder sind bekannt. Die frühe und spätere Vergangenheit des Chores ist äusserst gut dokumentiert. Hingegen sind aus der Zeit der Umbenennung des Vereins in Oratorienchor St. Gallen im Jahr 2003 erstaunlich wenig Archivalien vorhanden. Während sich die erste Hälfte des 204-seitigen Buches der Chorgeschichte bis Mitte des letzten Jahrhunderts widmet, befasst sich der zweite Teil mit der musikalischen und historisch-gesellschaft-
lichen Einbettung ins Zeitgeschehen. 

Hilfreicher Zeitstrahl

Die letzten Kapitel des Werkes «Aussergewöhnlich, lebendig, verankert – Chor-, Musik- und Stadtgeschichte 1620 – 2020» sind Zeitzeugen der Chorgeschichte von 1972 bis 2019 überlassen. Eduard Meier, der den Chor von 1972 bis 2009 leitete, sowie Präsidentinnen kommen zu Wort. Und Alfons Karl Zwicker: Er hat im Auftrag des Chors das Werk «Ohr der Menschheit» zum Jubiläum komponiert, das am 4. und 5. April uraufgeführt wird. Das Buch ist reich bebildert und gibt einen Einblick in die Zeit von damals wie heute. Um sie besser einzuordnen, ist die Chorgeschichte in einen Zeitstrahl eingebettet und den geschichtlichen Wegmarken und der Geschichte der Musik gegenübergestellt. Dies erweist sich als sehr anschaulich und hilfreich. (meka/pd)

Text: Katharina Meier / pd | Foto: pd – Kirchenbote SG, April 2020


KIRCHENBOTE E-PAPER

Alle Kirchenboten ab 2002 zum Lesen, Suchen und Herunterladen...

Mitreden!  | Artikel

Der Kirchenbote hat neu einen Blog. Reden Sie mit, schauen Sie herein. Es warten spannende Themen auf Sie. 

 


Neues Graffiti – «Michelangelo» in der offenen Kirche St. Gallen  | Artikel

Für die Installation «Die Pilger» von Johann Kralewski Ende August in der offenen Kirche St.Gallen entsteht an der Kuppel der Kirche ein neues Graffiti. Hier erste Einblicke vom 26. Juli 2021 in das entsthende Werk von Graffiti-Künstler Stefan Tschirren und Erklärungen dazu vom Intendanten Theodor Pindl. Ein ausführliches Interview mit dem Künstler sowie dem Intendanten können Sie hier verfolgen. Beide Clips stammen von Andreas Schwendener. 


(K)ein Spaziergang – Wirtschaft ist Care  | Artikel

Die siebte schweizerische Frauensynode erscheint im coronakonformen Gewand. Sie diskutiert mit dem Stationenweg »Wirtschaft ist Care - (K)ein Spaziergang» ein enkelinnentaugliches Wirtschaftsverständnis. Der Rundgang kann in Sursee individuell begangen oder bis Oktober 2021 von Gruppen gebucht werden. Die dazugehörige Broschüre dient als Wegleitung zu insgesamt 15 Stationen, an denen Aspekte menschlicher Bedürftigkeit und damit des Wirtschaftens behandelt werden. Sie kann als  pdf-Datei heruntergeladen werden.

Zusammen mit der Comic-Broschüre und dem Erklärfilm zu «Wirtschaft ist Care» stehen nun Grundlagen und Anregungen für die Umsetzung zur Verfügung, damit engagierte Menschen auch an anderen Orten ihren eigenständigen Rundgang einrichten können.


Alles Leben ist heilig!  | Artikel

Gemeinsam mit Peter Roth begleiten wir den Hotelier Roland Stump aus Wildhaus in sein alpines Jagdrevier am Toggenburger Altmann. Bis auf wenige Meter nähern wir uns einer dort lebenden Herde von Steinböcken. Ehrfürchtig spricht Roland über das Wesen dieser Tiere, zu denen er über das Jahr hinweg eine enge Beziehung aufbaut. "Auch wenn ich selbst nicht fähig wäre ein Lebewesen zu schiessen, macht mir die achtsame und auf das Ganze gerichtete Haltung von Roland tiefen Eindruck", sagt Peter Roth. Ferdinand Rauber spielt auf einem Felseninstrument Didgeridoo und das Chorprojekt St. Gallen singt Texte aus der Rede des Häuptlings Seattle.. Beim Film handelt es sich um die 21. Folge aus der Reihe «Zauberklang der Dinge» von Peter Roth.