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Kirche

Von Krieg und Hungersnot bedroht

29.04.2020
Die reformierte Kirche Baselland spendet 15'000 Franken Nothilfe als Zeichen der Solidarität für syrische Flüchtlinge und äthiopische Kleinbauern und Viehzüchter.

Am 16. März, dem Tag, an dem der Bundesrat über die Schweiz den Corona-Lockdown verhängte, sprach der Kirchenrat der reformierten Baselbieter Kirche 15'000 Franken, um die Bevölkerung in Syrien und Äthiopien zu unterstützen. Wie verheerend das Corona-Virus in diesen Ländern wüten wird, wird sich erst noch zeigen. Aktuell wird das Leben der Menschen vor allem von Krieg und Naturkatastrophen überschattet. Syrien leidet seit 2011 unter einem brutalen Bürgerkrieg, an dem auch Drittstaaten beteiligt sind. Und Äthiopien wird von einer der schwersten Heuschreckenplagen seit Jahrzehnten heimgesucht. Die Kirche spendet je 7'500 Franken für Nothilfe-Projekte, die das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz Heks in diesen Regionen betreut.

900'000 Menschen auf der Flucht
In Syrien herrscht seit neun Jahren Krieg. Gemäss dem Heks sind seit dem Einmarsch türkischer Truppen Anfang Oktober 2019 erneut mehr als 900'000 Menschen auf der Flucht. Viele retteten sich in den Libanon, wo mittlerweile knapp eine Million auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. In Syrien bleibe die Lage unübersichtlich und in Libanon sei sie weiterhin angespannt, so das Heks.

Das Hilfswerk leistet bereits seit mehreren Jahren in beiden Ländern Nothilfe für Flüchtlinge und intern Vertriebene – in Syrien bisher vor allem in den Gebieten um die lange Zeit heftig umkämpften Städte Aleppo, Ost-Ghouta und Dara’a, in Libanon in den Flüchtlingslagern rund um Beirut. Diese Hilfe will das Heks weiter ausbauen.

Die Zivilbevölkerung habe am meisten unter den Konflikten zu leiden, schreibt das Heks. Rund 22'000 Menschen mussten vor den jüngsten Kämpfen fliehen. Sie haben in Ar Raqqa und Al Hasakeh Zuflucht gefunden. Da die beiden Städte ebenfalls weitgehend zerstört sind und es kalt ist, fehlt es den Schutzsuchenden am Allernötigsten. Das Heks verteilt ihnen dringend benötigte Güter des täglichen Bedarfs: Lebensmittelpakete mit Zucker, Reis, Öl, Linsen, Bohnen und Konserven sowie Hygieneartikel wie Seifen, Zahnbürsten, Handtücher und Toilettenpapier.

20 Millionen ohne Lebensgrundlage
Die Heuschreckenplage in Ostafrika bedroht laut Uno die Lebensgrundlage von 20 Millionen Menschen. Werde nicht sofort interveniert, drohe eine Hungersnot. Am stärksten betroffen sind neben Kenia und Somalia Kleinbauern und Viehzüchter in der Region Borana in Äthiopien. Bis Ende Februar haben die Insekten dort eine Fläche von über 45 000 Quadratkilometern befallen, die Ernteflächen und das Weideland abgefressen und Eier gelegt. Das Heks unterstützt mit Soforthilfe-Massnahmen 650 Familien, etwa 4'300 Personen, die während drei Monaten Bargeld erhalten, um Lebensmittel kaufen zu können. Eine finanzielle Entschädigung erhalten zudem alle, die bei der Gewinnung von Weideland und beim Sammeln von Stroh und Heu als Futtervorrat mithelfen.

Zwar stehe mit «Ganna», der wichtigsten Regenzeit in Borana, die Aussaat bevor, schreibt das Heks. Doch die Regenzeit werde wiederum die Heuschreckenplage begünstigen und die neu bepflanzten Agrarflächen gefährden, weil die nächste Generation Heuschrecken bereits kurz vor dem Schlüpfen steht. red


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